Am Sonntag geht es für die japanischen Marathonläufer und -läuferinnen um die Qualifikation für die Olympischen (Heim)Spiele.
Besonders das Männerrennen weist eine bemerkenstwerte Leistungsdichte auf: Von 31 Starten haben 21 eine sub-2:10-PB (Zum Vergleich: Nur 6 Deutsche liefen jemals sub 2:10). Bei den Frauen haben 10 von 12 sub-2:25-PB (3 Deutsche jemals).
Das Männerrennen läuft auf TBS und das Frauenrennen auf NHK G. Gerade ausprobiert: NHK G geht (momentan?) nicht. TBS funktioniert (offenbar kein Geoblocking).
Die Männer starten um 1:50 Uhr und die Frauen um 2:10 Uhr deutscher Zeit (wenn ich mich nicht verrechnet habe).
Mal wieder ein neuer Wettbewerb, mal wieder neue Regeln für Sprung/Wurf, mal wieder keine Übertragung im deutschen Fernsehen, vielleicht besser so. Dank des genialen Termins kann man sich in Minsk nicht mehr für Doha qualifizieren, aber angeblich sind ja die besten Leichtathleten aus den USA und Europa am Start. Wieso dann z.B. eine deutsche 4x100m Staffel der Männer Europa vertritt? Keine Ahnung.
Die meisten deutschen Topathleten fehlen, keine Mihambo, keine Klosterhalfen, immerhin geht Tatjana Pinto über 100 & 200m an den Start.
1. Es werden alle IAAF-Normen von Mai 2019 bis Ende Juni 2020 akzeptiert. Im Marathon und Gehen bis Ende Mai 2020
2. Normverschärfungen gibt es keine
3. Die deutschen Meister 2020 im Speerwerfen, Diskuswerfen und Kugelstoßen werden vorrangig nominiert, wenn sie 2020 die IAAF-Norm erfüllt haben.
4. Die deutschen Meister 2020 von Braunschweig in den anderen Disziplinen werden vorrangig nominiert, wenn sie 2019 oder 2020 die IAAF-Norm erfüllt haben.
5. IAAF Normen von 2020 haben Vorrang vor IAAF Normen von 2019. Auch wenn das Ergebnis von 2020 schwächer ist.
6. Normerfüller von 2019 müssen 2020 eine Leistungsbestätigung abliefern.
7. Staffeln werden nominiert, wenn sie sich qualifizieren. Über die Staffelbesetzung entscheidet der Trainer. Doppelstarts 100/200m sind nicht erlaubt.
8. Im Mehrkampf haben Götzis, Ratingen und Bernhausen 2020 Vorrang. Danach erfolgt "im freien Ermessen" die Nominierung von Normerfüllern von anderen Wettkämpfen, einschließlich 2019.
9. Über 10.000 Meter und im Gehen werden Athleten, die bei der WM in Doha in den Top 12 landen, vorrangig nominiert, sofern sie 2020 eine Bestätigungsnorm abliefern.
10. Gleiches gilt für die Top 16 im Marathon von Doha, aber das fällt ja sowieso weg. Der DOSB akzeptiert im Marathon wie die IAAF auch Top 10 Plätze in der World Marathon Major Series sowie Top 5 Plätze bei den Gold-Marathons als Normerfüllung.
11. Wenn noch Startplätze frei sind, können Athleten über die Weltrangliste nominiert werden.
Auf den ersten Blick sieht das alles überraschend positiv aus.
Nehmen wir unsere drei momentan sehr erfolgreichen Damen KK, MM und T. Pinto!
Meine eigene Einstellung ist sicherlich durch meinen pädagogischen Beruf sehr stark gefärbt. Ich akzeptiere aber andere Lebensmuster und Sportkarriere-Vorstellungen. Meine Einstellung stimmt mit der von Malaika Mihambo sehr stark überein, weil sie nicht ohne Netz und doppelten Boden sportlich-beruflich plant, sondern den harten Weg der dualen Karriere geht und nach der sportlichen Karriere ihren beruflichen Weg ebenso erfolgreich gehen wird.
Tatjana Pinto hat sich für den absolut professionellen Weg temporär entschieden. Sie soll aber beruflich an der Universität auch im fortgeschrittenen Stadium sein, was also für eine temporäre Unterbrechung spricht, mit der ich mich auch anfreunden kann. Allerdings bin ich in solchen Phasen dafür, dass die bürgerlichen Regularien wie Renteneinzahlung oder Absicherung auch beachtet werden.
Konstanze Klosterhalfen hat sich ebenfalls für einen absolut professionellen Weg mit wahrscheinlich sehr guten Verdienstmöglichkeiten entschieden und kann neben den sportlichen Zielen auch sehr gut vorsorgen. Zudem kann sie ihr Studium ebenfalls irgendwann abschließen und zwischendurch für ihren medialen Marktwert einiges einleiten.
Insofern sind die Karrieren der drei deutschen Protagonistinnen sehr unterschiedlich, aber doch auch klug angelegt, wenn man die Klippen beachtet und nicht in den Tag hineinträumt. Es gibt eben ganz unterschiedliche Lebens- und Sportmodelle.
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Ohne deutsche Beteiligung, aber mit vielen Weltklasse-Athleten, im Stabhochsprung der Frauen z.B. Morris, Nageotte, Newman, Silva. Und einem Livestream ohne Geoblock.
Ich hoffe, dass wird noch geändert, aber blickt man in das TV Programm von Eurosport ab dem 27.9 ist nirgendwo etwas von Leichtathletik zu finden, auch bei Eurosport 2 nicht. Wir sind ja wohl hoffentlich nicht auf die Öffis angewiesen.
Man kann Trainerfähigkeiten nicht richtig einschätzen. Man übersieht die fachlichen Inkompetenzen bei einigen angeblichen Erfolgstrainern!!! Man setzt fachlich unfähige Trainer bei Topathletinnen und Topathleten ein. Man übersieht und übergeht hervorragende Trainer/innen!!! Die Großvereine haben das Problem, dass Trainer aus unterschiedlichen Töpfen bezahlt werden, die dann auch unterschiedlich mit AuA bestückt werden. Wenn ein/e Trainer/in aus dem DLV-Haushalt finanziert wird, landen folglich die Top-AuA bei ihr/ihm und nicht bei einem anderen wesentlich besseren Trainer des Vereins. Es geht nicht nach Qualität der Trainerperson. Man schätzt z.B. bei der jetzigen Kanalisierung temporäre Top-Mehrkämpferinnen vollkommen falsch in ihrer Perspektive ein. Es landen Mehrkämpferinnen nicht gerade bei den besten Trainern. Es fehlt die genaue Analyse der eingesetzten Trainer/innen in ihrer Arbeit. Ich beobachte in einer Disziplin momentan, dass es bei den kanalisierten Athleten nur Abschwünge gibt. Trotzdem wird ein solcher Trainer für eine Posten in verantwortlicher Position kanalisiert - für mich unfassbar!!! Den Trainern sind durch diese Abhängigkeiten die Hände in ihrer Entscheidungsfreiheit gegenüber den AuA vollkommen gebunden. Das Sagen haben andere. Es geht nichts um Leute wie Weber, Eisinger und mich, die völlig losgelöst von Abhängigkeiten die jeweils beste Lösung suchen können, wenn´s sein muss auch mit dem DLV - warum nicht?! Es ist aber nicht zwingend notwendig, wenn man anderer Auffassung ist. Es kann durchaus Kooperationsbereitschaft bestehen; aber gegebenenfalls ist dann auch harte Kritik von beiden Seiten erlaubt.
Ich würde z.B. knallhart im momentanen Mehrkampfpool durchgreifen und die aus meiner Sicht (und dafür glaube ich ein Auge zu haben) Nachwuchskräfte "aussieben" und dann bestens in einer unheimlichen Akribie versorgen. Dazu gilt es auch, Defizite schonungslos aufzuarbeiten. Auf meiner Couch saß auch mal ein Trainer, dem ich direkt ins Gesicht gesagt habe, dass sein anatomisches Verständnis so im Spitzensport nicht akzeptabel sei. Ich formuliere solche Sachen nett, aber sehr bestimmt.
Das Kartenhaus der absoluten Dominanz der Kanalisation von oben nur an bestimmte meistens folgsame "Würdenträger" wird "Schiffbruch erleiden". Das Ganze hat für mich so einen totalitären Anstrich, wo Mitdenken nicht so hoffähig ist. Wenn man sich die Erfolgsmodule mit M.Mihambo, KK und Pinto ansieht, dann sucht man sich in diesen erfolgreichen "Teams" nur die "Rosinen" heraus und eliminiert die Schwachstellen. So geht Leichtathletik richtig!!!
Natürlich sind bei sogenannten "think tanks" auch Fehler erlaubt. Keine/r ist "Hellseher" und kann alle Tendenzen sofort erkennen. Man "verbrennt" natürlich auch manchmal Geld im Findungsprozess.