Die Erklärungen der zum Teil großen Leistungsunterschiede der deutschen und internationalen Athleten(innen) sind zum Teil irreführend.
Betrachten wir mal den 100m-Hürdenendlauf der Frauen. Weltrekordlerin Tobi Amusan zeigt erschreckende technische Anfängerfehler bei und nach der Hürdenüberquerung. Das Nachziehbein setzt nicht gerade vor dem Körper, sondern seitlich versetzt auf. Der Fuß ist außenrotiert, der falsche Kraftstoß wird mit Hüft- und gegenläufiger Schulterrotation kompensiert (= Geschwindigkeitsverlust!) usf. Von den technischen Defiziten für das Tempo mal abgesehen, resultieren auch eine ganze Reihe von Verletzungsrisiken aus diesen Fehlern. Fußgelenk, Kniegelenk, Hüfte und WS werden fehlbelastet. Und wie gesagt: Wir reden hier von der Weltrekordlerin! Diese Beispiele lassen sich problemlos bei anderen Weltklasseleuten mehren!
Auf der anderen Seite zeigen sie praktisch durch die Bank weg eine überragende Physis. Und da diese im Endeffekt das Ergebnis harter (mitunter auch wenig sinnvoller) Arbeit, vernünftiger Rundum-Betreuung und Regeneration sowie sozialer Absicherung (mit Abstrichen) ist, zeigen sich die Unterschiede zum deutschen Forderungs- und Förderungssystem ganz klar. Von wirklich guten und damit auch gut bezahlten Trainern mal ganz abgesehen. Eigentlich ist die Problemlösung recht einfach. Wenn man sie denn wirklich will.
Frauen: Rebekka Haase, Lisa Marie Kwayie, Louise Wieland, Lilith Belau, Skadi Schier, Alica Schmidt, Elisa Lechleitner, Luna Thiel, Vera Coutellier, Rosina Schneider, Franziska Schuster, Marlene Meier, Mikaelle Assani, Lea-Jasmin Riecke, Laura Raquel Müller, Sophie Weißenberg, Kristin Pudenz, Shanice Craft, Marike Steinacker, Julia Harting
Männer: Joshua Hartmann, Kevin Ugo, Manuel Sanders, Jean Paul Bredau, Marvin Schlegel, Marc Koch, Amos Bartelsmeyer, Mohamed Abdilaahi, Maximilian Feist, Sam Parsons, Marc Reuther, Tim Eikermann, Gavin Claypool, Joshua Abuaku, Constantin Preis, Emil Agyekum, Tobias Potye, Falk Wendrich, Oleg Zernikel, Gillian Ladwig, Julian Weber, Thomas Röhler, Max Dehning
Präsident Jürgen Kessing geht davon aus, dass es noch schlimmer wird, aber es bis 28 besser wird...
Interessant, das ist was für Gertrud, seine Aussage zu den Verletzungen:
Zitat:Wir müssen auch schauen, wo kommen die Verletzungen her - ist es noch eine Nachwirkung von Corona, ist es eine Materialgeschichte? Das sind alles Dinge, die wir aufklären müssen.
Und zu Konsequenzen:
Zitat:Über Konsequenzen im Verband werde jetzt beraten. "Wenn wir Veränderungen umsetzen wollen, werden wir das auch entsprechend bekannt geben", sagte Kessing.
Bisher war die Kommunikation zu Veränderung und Aufarbeitung ja sagen wir es vorsichtig... ausbaufähig.
(23.08.2023, 08:19)muffman schrieb: Die glorreiche DDR Zeit also. Okay...
Lese ich da eine Anspielung auf Doping heraus?
Wie viele der Weltklasse-Athleten der DDR sind denn positiv getestet worden? Wurde in der DDR mehr gedopt als in der SU, Bulgarien oder den USA?
Für die Stellung der DDR-Leichtathletik gab es auch ganz andere Gründe:
* Die große Zahl professioneller, gut ausgebildeter Trainer
* Die systematische Talentesuche in jeder Schule
* Mit den Kinder- und Jugendspartakiaden (in mindestens 1 Dutzend Sportarten) auf Kreis-, Bezirks- und DDR-Niveau ein
großartiges Wettkampfsystem.
(Das kann man sich heute oder in den westlichen BL gar nicht mehr vorstellen: In meinem 100 000 Einwohner-Kreis in der
LA ein ganzes WE in 4 Altersklasssen mit mehreren Hundert Teilnehmern. Dazu musste man sich bei Stützpunkt-
Wettkämpfen qualifizieren)
Ist zwar noch eine Woche bis Meldeschluss, aber die bisherige Liste enthält schon ein paar interessante Namen.
Kleiner Auszug als Teaser.
Frauen:
Miriam Dattke, Eva Dieterich, Domenika Mayer, Nadia Ina Pauer, Franziska Reng, Hanna Gröber, Selma Benfares, Nina Voelckel und nicht zuletzt die legendäre Sabrina Mockenhaupt-Gregor
U23: Hanna Bruckmayer, Mia Jurenka, Kim Bödi
U20: Kira Weis, Linda Meier
U18: Julia Ehrle, Franziska Drexler, Emily Junginger - das komplette 3000m Podium von Rostock.
Männer:
Richard Ringer, Simon Boch, Thorben Dietz
U23: Kurt Lauer
U20: Viktor Plümacher
Der speerwerfer ist ja das bekannteste Beispiel, aber auch einige andere disiplinen scheinen deutlich verbessert zu sein.
400m: 4 unter 46s Diese Saison
800m: einer unter 1:46
weitsprung: zwei über 8,40
dreisprung: einer über 17,30
kugel: singh 21,77
Speer: braucht man nicht extra erwähnen, aber immerhin 6 über 80m
Bei den Damen sieht es allerdings deutlich magerer aus, erwähnenswert sind hier eigentlich nur die 6,76 von der weitspringerin singh und insgesamt ist das für ein Land dieser Größe natürlich immer noch sehr wenig, aber es scheint im Kommen zu sein.
könnte indien in den nächsten 10 Jahren zu einem top10 leichtathletikland aufsteigen?