Saarbrücker Zeitung vom Mittwoch, dem 15.September 2021: "Der Mann hinter der Goldmedaille"
Es gibt einige Passagen, die mir nicht gefallen:
Ralf Weber hat man bis Doha eng mit den Erfolgen von Malaika Mihambo verknüpft. Sie zeigte in Doha mit den 7,30m eine hervorragende Leistung mit einer enormen Schnelligkeit. Dass in dem Artikel von der Übernahme vom Entdecker Ralf Weber gesprochen wird, halte ich für eine sehr geringe Wertschätzung seines doch wohl hohen Anteiles am langjährigen Erfolg von Malaika Mihambo. Er war aus meiner Sicht der Motor der Leistung von Malaika Mihambo. Malaika Mihambo hat zwar die Goldmedaille aufgrund ihrer enormen psychischen Fähigkeiten erzielt; aber ihre Grundwerte schienen mir in Doha doch ausgeklügelter gewesen zu sein. Das mit der Pandemie in Zusammenhang zu bringen, halte ich an den Haaren herbeigezogen. Schnell konnte man teilweise auch draußen werden. Uli Knapp ist auch ein Profiteur von Ralf Webers Vorarbeit. Das sollte man auch mal erwähnen.
Aus meiner Sicht ist das größte Weitsprungtalent Yulimar Rojas. Wenn sie sich ein Jahr nur auf den Weitsprung konzentriert, dann ist der Weltrekord Weitsprung auch in Gefahr. Ihre Beine gehen fast bis zu meinem Kopf. Ihre physischen Fähigkeiten sind einfach überragend.
In der FAZ von heute (leider mit Paywall) eine heftige Abrechnung von Jürgen Mallow mit seinen Nachfolgern und der DLV-Spitze sowie eine Entgegnung von Annett Stein https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-s...ml?premium
die von mir angestoßene Diskussion über die Geschwindigkeit der Ausfürhrung einer Technik am Beispiel S.Allman im Diskuswerfen, sollte ruhig Anlaß sein, sich im DLV auch andere Disziplinen diesbezüglich anzusehen.
Es mangelt den dt. Athleten oft an Spritzigkeit, sieht man das im Vergleich zu Weltklasseathleten.
Im Diskuswerfen ist Deutschland auch dabei, den Anschluß an die Weltspitze zu verlieren. Über die Hürden kann keiner mit 10,80 über 100m 13 ,00 s über die Hürden laufen, bzw. mit 11,80 wenigstens 12,80 bei den Frauen.
Im Kugelstoßen sind wir schon weg, im Weitsprung fehlt meist auch die Grundschnelligkeit, ...
Dabei traue ich es den Athleten durchaus zu, hier Besseres zu bieten.
Es muss nur die Erkenntnis durchdringen, dass Geschwindigkeit in allen Disziplinen die Grundlage guter Leistungen ist.
Der vorläufige Kalender für das kommende Jahr steht. Aufgrund dreier großer Meisterschaften nächstes Jahr (WM, Commonwealth, EM) ist der Kalender besonders zu Saisonbeginn sehr kompakt:
FR 06. Mai - Doha (QAT)
SA 14. Mai - Shanghai (CHN)
SA 21. Mai - China 2 (CHN)
SA 28. Mai - Eugene (USA)
SO 05. Juni - Rabat (MAR)
DO 09. Juni - Rom (ITA)
SO 12. Juni - Stockholm (SWE)
DO 16. Juni - Oslo (NOR)
SO 19. Juni - Paris (FRA)
SA 02. Juli - London (GBR)
15. - 24. Juli Weltmeisterschaft Eugene (USA)
02. - 07. August Commonwealth Games Birmingham (GBR)
FR 12. August - Monte Carlo (MON) 15. - 21. August Europameisterschaft München (GER)
FR 26. August - Lausanne (SUI)
FR 02. September - Brüssel (BEL)
FR 09. September - Zürich (SUI) FINALE
Interessant: Nur noch dass Meeting in Rom und Oslo soll am Diamond League 'typischen Donnerstag' stattfinden, alle anderen Meetngs am Freitag oder Wochenende.
Ich gebe wieder eine LA-AG an unserem Gymnasium, nachdem ich zwei Jahre - durch Krankheit und Corona bedingt - pausieren musste. Ich habe mir in der ersten Stunde durch spezielle Übungen ein Bild über die Gruppe verschafft. Eine Schülerin blieb plötzlich stehen und sagte. "Ich bin im LA-Verein und habe bisher keine Ihrer Übungen trainiert!" Das zeigt, dass Kinder sehr ehrlich sind und ein gutes Gespür für Unterschiede haben, worauf ich schon sehr emotional reagiert habe. Ich bringe ihnen auch Formen der Ernährung näher. Mein Ziel besteht darin, sie rundum fit zu machen und Spaß an der LA zu vermitteln. - Ich darf z.B. den Schlüssel zu allen Sportanlagen an unserer Schule bis zum Lebensende behalten. Das ist eine sehr große Wertschätzung meiner Arbeit.
Was will ich damit sagen? Macht in der deutschen LA nicht den Fehler, die vielen Ressourcen der "alten" Trainer*innen nicht zu nutzen! Nutzt das enorme Potential solcher Trainer wie Osenberg, Werner Späth oder eines Tamás Kiss nach seiner Pensionierung...! In den USA ist das gang und gäbe. Ich freue mich immer, wenn ich Hilde Petter höre, die mit ihren 90+ Jahren noch auf dem Platz steht. Sie rief mich letztens an und fragte, ob ich zur Fortbildung komme: "Gertrud, man kann so gut mit dir diskutieren." Wir erhalten uns damit sehr wichtige Ressourcen, zumal die Pensionäre über viel Zeit und Muße verfügen. Zudem besteht dann deren Tag auch aus freudebetonten Inhalten. Das erhält die Gemeinschaft über Generationen hinweg. Für uns "verrückte" LA-Pensionäre liegt das Glück eben oft noch auf dem Platz!!! Man wird den Bazillus einfach nicht los!