(17.03.2026, 08:14)PVCoach schrieb: Was für einen Sinn hat der Quotient für einen Stabhochspringer?
Björn wäre mit 75kg wohl eher Hochspringer geworden...
Energetisch hat die Körpermasse kaum eine Bedeutung für den Stabhochsprung,
da er nur in die Rotationsenergie beim Aufrollen eingeht. Entscheidend sind vmax
und ein hoher Wirkungsgrad beim Einstich, da dort der Übergang von der kinetischen
Energie auf den Stab (gespeichert) eingeht.
Und da die kinetische Energie dann das Delta h für den KSP bestimmt, kann man in
erster Näherung schon mal bestimmen, wohin die Reise in Kombinantion mit der
potentiellen Energie (= Körpergröße, bzw. Absprungposition des KSP) geht.
Gruß, Wolfram
Das macht für mich erst einmal Sinn.
Beim Stabhoch ist eine hohe Absprunggeschwindigkeit erstmal von Vorteil. Achtung es geht nicht um rein horizontalen Speed wie im Sprint. Die Kraft geht eher nach vorne oben, wie beim Weitsprung. Dann geht es beim Absprung nebst Technik natürlich auch darum, dass Körper- und Armmuskulatur nicht zu sehr nachgeben, damit die Kraft auch wirklich in den Stab hineingehen kann.
Das ist bis dahin grundsätzlich erstmal wenig abhängig von Körpergröße, -gewicht, -proportionen etc.
Jetzt kommen wir natürlich zu figürlichen Vor- und Nachteilen.
Ein Großer Springer (inkl. entspechender Armlänge) kann schon mal beim Absprung einen größeren und damit energetisch zum Aufrichten des Stabes günstigeren Winkel zwischen Erdboden und Stab erzielen. Vorteil Lisek, etc.
Ein kleinerer Springer kann dagegen durch entsprechende kleinere Hebel die Aufrollbewegung schneller durchführen und es sich erlauben sie später einleiten (längere Hangphase). Vorteil Lavillenie, etc.
Weniger wichtig aber nicht ganz zu vernachlässigen: Eine zusätzlich schmales Becken bietet einen ähnlichen Vorteil beim folgenden Drehumstütz.
Hohe Körpergröße (bei entsprechender Armlänge) kann für das Abstoßen vom Stab zur Einleitung der Lattenüberquerung von Vorteil sein. Der Vorteil ist auf Topniveau aber eher gering, denn die Topspringer hangeln sich nicht hoch wie die Amateure, sondern lassen sich vom Stab hochkatapultieren, da kommt es vielleicht schon mehr aufs timing an.
Die reine Lattenüberquerung ist auch noch ein geringer Faktor, Vorteil prinzipiell beim beweglichen (eher kleingewachsenen) Springer.
Die Ermittlung von idealer Körpergröße und Gewicht ist also sehr komplex.
Es lässt sich dazu kaum eine wirklich sichere Formel definieren.
Ich rechne eher andersherum, vom Ergebnis aus: Wenn die überragenden Springer der letzten Jahrzehnte, Duplantis und Bubka angegeben werden mit 1,81 m/ 79 kg, bzw. 1,83 m/ 80 kg, dürfte das wohl das Idealmaß sein.


