03.11.2025, 21:35
(03.11.2025, 15:27)trackwatchnds schrieb:(03.11.2025, 08:37)S_J schrieb: In der freien Wirtschaft kann man sicherlich mehr verdienen, aber von E13 kann man schon gut leben.
Kann man, aber für die meisten Therapeut:innen dürfte das hinsichtlich der Alternativen schlicht zu unattraktiv sein.
Dazu sind das meistens noch Teilzeitstellen und nicht einmal die Hälfte der OSP hat fest angestellte Sportpsychologen und -innen im Stellenplan. Von den Verbänden ganz zu schweigen.
Da muss die Passion schon über die Maßen vorhanden sein, um sich mit diesen Umständen abzufinden.
Leider ist es auch so, dass sehr viele gute PsychotherapeutInnen nicht unbedingt eine hohe Affinität zum Leistungssport aufweisen. In meiner damaligen Ausbildungsgruppe war ich der einzige mit sportlicher Vergangenheit. Meine Frau reagiert auf Sport angesprochen meist mit dem Satz "DAS Synomym für die Hölle auf Erden: Bundesjugendspiele"

Und dann kommt noch dazu, dass die potenziellen Arbeitgeber (Sportverbände, OSP etc.) meist andere Vorstellungen von der Herangehensweise an die psychologische Betreuung haben als gut ausgebildete PsychotherapeutInnen. Ein Grundsatz der Psychotherapie ist ja z.B. dass der Prozess das Tempo bestimmt. Zielerreichung in einem bestimmten Zeitrahmen ist nicht das Credo eines Therapeuten. Daher ist es nicht einfach, diesen mE so wichtigen Schulterschluss herzustellen. Zumindest ist von Seiten der Sportverbände ein entsprechender Paradigmenwechsel notwendig, um dies zu ermöglichen.


