31.10.2025, 21:17
(31.10.2025, 20:59)Diak schrieb: Ich finde die Debatte unabhängig von ihrem Ausgangspunkt, mit dem ich mich nicht beschäftigt habe, wichtig und richtig. Ich habe hier in den letzten Jahren immer wieder gelesen, Athleten sollten doch ihre Disziplin wechseln oder gern ganz aufhören, weil es eh nicht für ganz oben reichen würde. Wenn das die Haltung ist, können wir einpacken. Ich trainiere ausschließlich Athlet:innen, die den Aufwand, die Schmerzen und den Verzicht gern annehmen, weil sie für die Sache brennen, sie lieben und immer mehr zu ihrer machen. Ich habe auch noch keine Topleute kennengelernt, bei denen das deutlich anders wäre und werbe dafür, genau nach diesen Persönlichkeitsprofilen zu gucken, falls wir noch Talentsichtug betreiben wollen.
Was du sagst geht uns leider immer mehr verloren. Das gilt sowohl gesellschaftlich, wo Sportler wenn sie nicht "mindestens" bei Deutschen Meisterschaften teilnehmen von ihren Arbeitgeber als "unengagiert" gebranntmagt werden, weil sie ja immer nur an ihr Hobby denken und den Stift fallen lassen, um zum Training zu kommen.
Und ich finde es bedenklich, dass es sogar von Verbandsseite vorgelebt wird. Mir wurde dieses Jahr unter anderem von dort vorgeworfen(!) Athleten zu betreuen, die ja schon 30 seien und zur DM wollen. Das würde den Sport nicht weiterbringen und man solle sich doch besser auf die Athleten konzentrieren, die es mal zur WM schaffen können. Das aber gerade eben jene Athleten, die sich angeblich nicht lohnen hier wesentlich den Standort mit aufbauen und dazu beitragen, Jugendliche zum Sport zu bringen... geschenkt ...
Wenn die als Trainer und Athlet ständig gesagt wird und es sogar von oben vorgelegt wird, dass nur "ganz vorne" die Mühe wert sein, muss man sich nicht wundern, dass Leute mentale Probleme bekommen wenn sie mal nicht (mehr) vorne sind. Und man muss sich auch nicht wundern, wenn immer weniger Geld in Vereine fließt, wenn Sponsoring von "nur national dabei" ja Geldverschwendung sei.

