16.09.2021, 16:51
(16.09.2021, 14:32)CoachnEngineer schrieb:Ich glaube, dass es eher um ein Missverständnis geht. Frontside mechanics bedeutet primär erstmal nicht längerer Schritt, sondern es ist eine andere Phase, in der der Vortrieb erzeugt wird, nämlich vor dem Körperschwerpunkt. Dass die Schritte bei richtigem Einsatz der Technik länger werden, liegt nicht primär daran, dass man weit ausgreift, sondern dass bei richtigem Einsatz die Abfluggeschwindigkeit höher wird, da der Körper während des Bodenkontakts länger horizontal bewegt werden kann. Anatomisch ist dies auch schlüssig, da der normale Mensch nur eine maximale Hüftextension von 12° erreicht und folglich der effektive Weg, welcher hinter dem Körperschwerpunkt zur Geschwindigkeitsgewinnung genutzt werden kann, sehr kurz ist.(16.09.2021, 12:58)Piroschka schrieb:Die Methodik, die du da beschreibst führt ja nachher gerade dazu, dass wir in Deutschland einigermaßen viele Hürdensprinter haben die (ohne Probleme mit dem Abstand) entspannt zwischen 13,90 und 14,40 laufen, aber keinen unter 13,30.(16.09.2021, 11:11)CoachnEngineer schrieb:Der durchschnittliche 14jährige ist auch keine zwei Meter groß. Der Shuffle wird ja eingesetzt, wenn der Abstand für Schrittlänge und Körpergröße zu gering ist. Das Problem ist jedoch, dass die Schüler*innen eben Geschwindigkeit über die Frequenz beigebracht bekommen und nicht über den Vortrieb vor dem Körperschwerpunkt. Das würde auch zu einer größeren Schrittlänge und weniger Problemen bei den Hürdenabständen führen.(16.09.2021, 10:40)Piroschka schrieb: Ist das Problem nicht eher, dass in Deutschland viel zu sehr auf die Frequenz geschaut wird?!Hier geht es eher darum, wie an der Frequenz gearbeitet wird.
Das Problem der Umstellung von kurzen auf längere Hürdenabstände ist also auch eine Folge falscher Technik, da frontside mechanics insbesondere im Kinder-, Schüler- und Jugendbereich immer noch ein Fremdwort sind.
Natürlich muss sie vortriebsorientiert (wie Sprunggott es nannte) sein. HJH nannte es "Shuffle"-Schritt, wenn ich mich richtig erinnere.
Nur mit 8,60m Abstand bringe ich einem 14jährigem (wenn er nicht sehr akzeleriert ist) keinen Shuffle bei.
Wenn man mit der für diese Zeiten notwendigen Sprintfähigkeit durch die 9,15 Abstände Geschwindigkeit aufbauen will, muss man Shufflen, selbst wenn man nicht 2m groß ist. Lernt man das nicht von Kleinauf, sondern versucht immer nur mit längerer Schrittlänge die geforderten (eigentlich zu langen) Abstände zu überwinden, wird das nix. Darum geht es doch bei der Kritik an der Didaktik.

