19.02.2021, 09:05
(19.02.2021, 08:24)dominikk85 schrieb: aber Vollzeit arbeiten und 25 + Stunden auf dem Platz stehen können nur ganz wenige.beides ist ja auch nicht erforderlich. Zumindest im öffentlichen Dienst kann ich jedes Jahr stundengenau skalieren, wie viel ich arbeiten will/kann, was für ein riesengroßer Luxus! Und wenn ich mündige Athlet*innen haben will, dann muss ich auch nicht 25 Stunden auf dem Platz stehen. Klar ist es immer hilfreich, da zu sein, aber wie sagt Ina Müller so nett über die Fernbeziehung als optimale Lebensform: "Wenn ich ihn brauche, ist er ja da! Und umgekehrt natürlich genauso. Wenn ich ihn nicht brauche, ist er nicht da."
Nebenamtler können unabhänig arbeiten, haben vielfältige externe Erfahrungen, die sie auch im Trainerjob nutzen können, können sich (zumindest im Topbereich) aussuchen, wen sie trainieren und die Bedingungen dafür genau festlegen. Sie können sich ohne nennenswerten Druck entwickeln und sich die Nische suchen, in der sie gut sind. Uns passiert es nicht, dass wir versehentlich Bundestrainer werden, weil wir als einzige Berührung mit der zu betreuenden Disziplin mal mit einer Hürdenläuferin geschlafen haben. Entscheidend aber: Wir sind nicht abhängig vom Erfolg unserer Athlet*innen. Ich kann langfristig und gesund aufbauen, weil sich keine Sau dafür interessiert, was ich tue. Solange ich kein Geld vom DLV bekomme, kann ich ganz viel Blödsinn lesen, den Kopf schütteln, und weiter das machen, was mir Freude und meine Athletinnen besser macht.


