Vor 8 Stunden
(Vor 8 Stunden)runner5000 schrieb: Ich muss da Rostocker auch zustimmen. Das ist wirklich unangebracht, dem DLV nachzusagen, die DM werde nicht für die Sportler ausgerichtet. Für wen denn sonst? Der ganze Aufriss wird gemacht, um die Sportler bestmöglich in Szene zu setzen, ihnen die größtmögliche Bühne und die besten Bedingungen zu bieten. Und in Sachen Stimmung, Entertainment, Eventpräsentation sind wir da wirklich jeder anderen nationalen Meisterschaft weit überlegen.
Aber all das hat seinen Preis und der ist mittlerweile richtig hoch. Ich glaube, viele können sich gar nicht vorstellen, was es kostet, so ein DM Wochenende durchzuführen. Und dafür gibt es nur zwei wesentliche Einnahmequellen: Eintrittskarten und Sponsoren/Förderungen. Erstere reichen auch nur dazu, die Basiskosten abzudecken. Meldegelder sind komplett zu vernachlässigen. Bleiben also Sponsoreneinnahmen und Förderungen und die sind ohne die TV-Präsenz im Rahmen der Finals nicht generierbar. Ohne ARD/ZDF würde die Veranstaltung nicht so aussehen, wie sie aussieht. Dementsprechend ist das Mitspracherecht des TV nicht gerade klein, vor allem was die zeitliche Planbarkeit einer solchen Veranstaltung angeht. Als Veranstalter bekommst du große Probleme mit dem TV, wenn du dich während der Veranstaltung nicht daran hältst und dafür reichen ein bis zwei Fehlstarts oder Athleten aus, die beim Warm-Up trödeln, dass dir der Zeitplan um ein paar Minuten davon läuft.
Und da sind wir natürlich wieder bei der Diskussion über Teilnehmerlimits. Ich verstehe allerdings immer noch nicht, warum diese immer nur für die nationale Ebene geführt wird. Bei EM, WM und Olympia sind die genauso gegeben mit den gleichen Konsequenzen für die Athleten, aber alles nur eine Leistungsebene höher.
Ohne die Teilnehmerlimits hast du keine zeitliche Planbarkeit gegeben. Das ist ein Fakt und den hat man beim zweiten Jugend DM Wochenende auch wieder gesehen, als man auf einmal 28 Meldungen im Stabhochsprung hatte und kurzfristig noch eine zweite Stabanlage, ein weiteres Kampfgericht etc. organisieren musste. Den Aufwand und die Kosten kann sich jeder vorstellen.
Jeder versteht, dass möglichst viele Athleten bei einer DM teilnehmen möchten, aber es muss irgendwo eine Steuerungsgröße geben. Sonst läuft alles aus dem Ruder. Und dies nur über eine einzelne Norm zu machen, ist auch nicht immer möglich, wie wieder die Jugend DMs zeigen. Je größer eine Veranstaltung ist, desto mehr Zwänge gibt es.
Des Weiteren verstehe ich auch nicht, warum beim Thema Normen immer die Events-Abteilung kritisiert wird. Die DM Normen macht der Leistungssport und Events hat eine DM damit umzusetzen mit all seinen Konsequenzen.
Ich glaube wir müssen unterscheiden wern "der Sportler" ist. Unsere Stars bekommen sicher eine super Kulisse. Und ich habe auch selbst gesagt, dass die Meisterschaften deutlich besser sind als fast alle anderen nationalen Titelkämpfe auf der Welt. "Der Sportler" der aber bis kurz vor der DM bangen muss ob er mit seiner "Norm" dabei ist oder derjenige, der gesagt bekommt, er sei zu schlecht obwohl er unter der Ebene DM alles abräumt, hat aber nicht das Gefühl, dass es um ihn geht. Das darf man schon unterscheiden. Vor allem ist es halt die Frage: Müssen sich die DM dem Sportler anpassen oder andersherum. Das Thema haben wir ja auch gerade bei der Frage DM mit 6 Bahnen. Das sind zwei Leute weniger im Endlauf. Das ist für Person 7 und 8 Scheiße. Muss man mal ganz klar so sagen. Aber die müssen sich "anpassen".
Ob man Teilnehmerlimits braucht um Zeitfenster einzuhalten stelle ich massiv in Frage. Ich halte das für einen Vorwand. Oder Bequemlichkeit. Oder Feigheit es zu wagen, ob es nicht auch so geht. Wir haben fast nie 20 Streichungen sondern 3-4. Das ist eben nicht mehr Schwankung als Fehlstarts oder Regen. Die Begründung "das muss für das TV" kann durch nichts belegt werden. Ich hab sogar schon mit TV-Leuten gesprochen, die ganz klar sagten: Die Anzahl der Vorläufe ist uns völlig wuppe. Und da sind wir dann halt bei verantworlichen Personen: Warum müssen sich die Sportler anpassen und nicht die Verantwortlichen sagen: Wir schließen uns jetzt so lange in einen Raum ein, bis wir eine Lösung gefunden haben, wie wir es ohne schaffen? Und welche Konsequenzen wären daraus zu ziehen, wenn es ohne geht, aber man was anderes behauptet?!
Übrigens ging es jahrelang ohne. Es gab weit vor Corona schonmal die Idee. Damals gab es Widerstand und man hat zurückgesteuert. Dann hat man Corona gehabt, brauchte Limits und hat sie seitdem beibehalten. Im Grunde ist das keine TV-Maßnahme sondern eine aus der Pandemie!!!
Und zum letzten Satz: "Des Weiteren verstehe ich auch nicht, warum beim Thema Normen immer die Events-Abteilung kritisiert wird. Die DM Normen macht der Leistungssport und Events hat eine DM damit umzusetzen mit all seinen Konsequenzen."
Wäre ja schön. Aber defakto ist es andersherum. Die Events sagen, wie sie die Normen haben wollen und der Leistungssport hat sich anzupassen. Und ich kritisiere bei weiten nicht allein die Events. Ich würde es auch als Aufgabe der Bundestrainer ansehen für ihren Disziplinblock einzustehen und sich da nicht nur um die Kaderathleten zu kümmern. In einigen Disziplinen müssten sie ganz klar sagen: So kann ich meine Arbeit nicht machen!
Ceterum censeo limites numeri certantium in certaminibus Germaniae esse delendos.


