19.08.2026, 10:54
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EM-Bilanz
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19.08.2026, 12:02
(19.08.2026, 09:57)Atanvarno schrieb: Gab es ein Pre-Camp vor der EM? Gab es, hatte dazu auch hier was im Thread zu den Nominierungen geschrieben. (19.08.2026, 09:12)Läufer 800m schrieb:[*](18.08.2026, 20:10)Diak schrieb:(18.08.2026, 08:05)Sandmann schrieb: Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG formuliert: „Die Resultate zeigen, dass die strukturellen Anpassungen in den Spitzenverbänden greifen und Trainingskonzepte zielgenau auf den Höhepunkt ausgerichtet wurden.[...] [*]Das war ein Punkt bei Sabine Braun schon vor bei ihrem DR vor 34 Jahren. Das ist also nicht neu, aber richtig! Der Unterschied bestand nur darin, dass ich mit meinem Team das alles fast selbstständig eingebracht habe. Wir waren sehr autark und in kaum einer Sache abhängig. [*] Zitat:Zentrale Pre-Camps: Vor den Meisterschaften werden verpflichtende oder dringend empfohlene finale Vorbereitungslager (Pre-Camps) durchgeführt. Diese dienen der Akklimatisierung, dem Teambuilding und der medizinischen Absicherung unmittelbar vor dem Wettkampf. [*]Das mag für viele richtig sein, aber nicht für alle. Daher mag ich den Zusatz empfohlene finale Vorbereitungslager eher ohne den Zusatz dringend, weil er die Freiheit einschränkt. Manche brauchen die Ruhe vor dem Sturm wie z.B. ein Carl Lewis. So schlecht war er ja nicht. Manche möchten eben ganz in Ruhe alleine in den unmittelbaren Vorbereitungen bleiben und ihre sehr speziellen Vorbereitungen für sich alleine durchführen. Es kommt auch auf individuelle Manieren an. Es geht schließlich auch um Konkurrenz und viele möchten sich nicht in die Karten gucken lassen. Daher bin ich ein Mensch für individuelle Freiheiten, so dass jede/r zu seinem Recht kommt. Dieses Oben bestimmen welche und die anderen haben zu folgen, passt nicht zu jedem Charakter. Ich schreibe das hier so drastisch, weil ich davon überzeugt bin. Trotzdem kann man freundlich miteinander umgehen. [*] Zitat:Anpassung an das World-Athletics-Ranking: Der Verband hat seine Nominierungsrichtlinien stärker an das World-Ranking-System angepasst. Dadurch sollen Athleten taktischer durch die Saison geführt werden, um die notwendigen Punkte für Großevents ohne unnötigen Verschleiß zu sammeln. [*]Damit habe ich mich bisher nicht so beschäftigt. Ich finde insgesamt die internationale Präsenz sehr gut. [*]Die Erfolge bei der WM waren schön und haben auch mir viel Spaß bereitet. Ob das bei der WM und bei OS auch greift, muss man abwarten. Es gab aber einige Lichtblicke. Im Bereich der Verletzungsprophylaxe sehe ich viel Spielraum zu einer guten Prophylaxe. Ich sehe die fast völlige Ausrichtung auf die BT einfach als falsch an. So gehen Trainer wie Tscherer, Weber, Metzler, Eisinger, Schäfer..., die keine Kanalisiserung erfahren, auf Dauer völlig verloren. Diese Nester bluten aus. [*]Nur die Qualität sollte das geeignete Kriterium sein. Beispiel: Wenn ich den zweiten schweren Fall im Team eines BTs im Hamstringbereich sehe und ein Fall mit bloßen Auge schon zu erkennen ist, dann ist das einfach traurig. Man sollte sehr gute Heim-TuT nicht zu gemeisamen TL verpflichten, sondern einfach nur anbieten oder das Geld für ihre TL zur Verfügung stellen. Ich habe überhaupt nichts gegen Kooperation, wenn ich sie denn für fachlich geeignet halte. Auch der Heimtrainer einer Athletin z.B., die allein durch ihn die Leistungen bei Topereeignissen geschafft hat, bringt die Leistung auch für den Verband und für Deutschland. Gertrud
19.08.2026, 16:47
Ich bin zwar auch nur ein interessierter Laie, aber die Handhaltung von Gina L. und die sinnlose Aufstellung bei der 4 x 4 M sind mir auch aufgefallen.
Was die Medien betrifft: Das Fernsehen macht die Übertragungen für die Quoten. Was das für die Leichtathletik bedeutet, interessiert die eher nicht. Im Übrigen habe ich guten Sport gesehen. Die Interviews durch unqualifizierte Reporter gingen oft zu Lasten des eigentlichen Sports. Man vergleiche auch mit den stundenlangen, aber trotzdem interessanten Übertragungen von der Tour de France ... Wer nicht fliegen kann, soll wenigstens Diskuswerfen!
19.08.2026, 17:55
218.135 Zuschauer sollen es insgesamt während der EM gewesen sein über alle Sessions hinweg. In Rom waren es zum Vergleich 137.000, in München 267.000.
19.08.2026, 18:39
Meine persönliche EM-Bilanz.
Vorweg: Es war eine schöne EM mit vielen guten Leistungen und positiven Eindrücken. Auch die deutsche Mannschaft hat mich angenehm überrascht (von ein paar Ausnahmen abgesehen). Was ich verbesserungswürdig fand: - Die Top12 sollten auch auf den kürzeren Strecken (100-400m sowie 110h u. 400H) in den Vorläufen antreten müssen. Insbesondere auf den 400 und 400H ist es ein Wettbewerbsvorteil für die Top12, wenn sie nicht in den VL antreten müssen. Und aus diesem Grund sollte man diese Regel auch schnellstmöglich wieder streichen. - Die Straßenwettbewerbe litten m.M. unter mehreren Schwächen. 1. Die sehr profilierte Strecke im Marathonlauf hat es den Teilnehmern unnötig schwer gemacht. Man hatte Glück, dass die Temperaturen im Vergleich zu den ersten Tagen etwas niedriger gewesen sind. Ansonsten, davon bin ich überzeugt, hätten wir viele unschöne Szenen gesehen. Außerdem hätte man die Überholungen der Frauen durch die Männer vermeiden können, wenn man a) die Männer zuerst auf den Rundkurs geschickt hätte und b) den Rundkurs etwas größer (10km) gemacht hätte. 2. Bei den Gehern empfand ich es als störend, dass jeweils zwei Wettbewerbe bei den Frauen und bei den Männern parallel ausgetragen wurden. Hier würde ich anregen, dass in Zukunft bei einer EM nur ein Gehwettbewerb (jeweils für Männer und Frauen) ausgetragen wird und zwar: im Olympiajahr der Halbmarathon und dazwischen der Marathon (so wie es bis jetzt auch beim Laufen gewesen ist). Das würde die besten Geher in einem Wettbewerb konzentrieren. Außerdem hätte ich auch beim Gehen den Rundkurs größer gemacht (5km). - Die Mixed-Staffeln sind eine schöne Ergänzung, stellen aber gerade für die 400m/400H-Läufer eine zusätzliche Belastung dar. Auf der anderen Seite wird ihre Bedeutung gemindert, da jeweils nur 8 Staffeln zugelassen werden. Mein Vorschlag wäre deshalb, max. 4 Staffelwettbewerbe mit VL bei einer EM auszutragen und ansonsten alle 2 Jahre die Wettbewerbszusammensetzung zu verändern. Ob das mehrheitsfähig wäre, da bin ich allerdings skeptisch. - Läufe über längere Distanzen gehören m.M. nicht in die Mittagszeit, wenn es i.d.R. am wärmsten ist. Die Zeitpläne gehören in dieser Hinsicht generell überarbeitet. Das gilt noch mehr für Nachwuchsmeisterschaften und natürlich auch für die WM. - Die Preise (und damit meine ich nicht nur die für die Eintrittskarten) waren zu hoch. In einem sportbegeisterten Land wie UK wären unter normalen Umständen die Tribünen voll gewesen. Es mag sein, dass für das Event auch zu wenig Werbung gemacht wurde und auch noch andere Dinge bei der fehlenden Resonanz (CG ein paar Tage vorher, Verkehrsanbindung etc.) eine Rolle gespielt haben. Aber auch das liegt letztendlich in der Verantwortung des Veranstalters. Ich hätte noch ein paar mehr Punkte, aber das waren so die wichtigsten, die mir sofort eingefallen sind.
19.08.2026, 19:12
(19.08.2026, 18:39)Barnie schrieb: Die Top12 sollten auch auf den kürzeren Strecken (100-400m sowie 110h u. 400H) in den Vorläufen antreten müssen. Insbesondere auf den 400 und 400H ist es ein Wettbewerbsvorteil für die Top12, wenn sie nicht in den VL antreten müssen. Und aus diesem Grund sollte man diese Regel auch schnellstmöglich wieder streichen. Ja, natürlich ist es ein Wettbewerbsvorteil. Aber eine gute Bahn ist doch auch ein Wettbewerbsvorteil. Und den verdient man sich durch eine Vorleistung. Man könnte ja auch in jeder Runde alles auslosen. Beim Tennis z.B. müssen einige Turnierteilnehmer noch vorgeschaltete Qualifikationsrunden absolvieren, während die Topgesetzten in der ersten Runde evtl. sogar ein Freilos haben und erst in späteren Runden auf Gegner mit starken Vorleistungen treffen können. Also: Hat die Top-12-Regel denn wirklich eine andere Qualität als die verschiedenen Formen des Seeding, die in vielen Sportarten vollkommen unumstritten sind, und die es ja auch in der Leichtathletik gibt?
19.08.2026, 19:33
Die Regel wurde vor 10 Jahren eingeführt, um Doppelstarts der Sprintspitze zu ermöglichen, damit diese nicht auf einen Start über 100m, 200m oder 400m verzichten müssen. Eine Europameisterschaft ist halt kürzer als eine Weltmeisterschaft, also gibt es nicht genug Puffer um die Topathleten noch in zusätzliche Vorläufe zu schicken.
Amy Hunt stand jetzt bereits siebenmal auf der Bahn, Jonas Phijeffers lief fünf 400er im Rahmen der EM. Zusätzliche Vorläufe würden da einfach den Rahmen sprengen.
20.08.2026, 11:32
(19.08.2026, 19:12)Sandmann schrieb:(19.08.2026, 18:39)Barnie schrieb: Die Top12 sollten auch auf den kürzeren Strecken (100-400m sowie 110h u. 400H) in den Vorläufen antreten müssen. Insbesondere auf den 400 und 400H ist es ein Wettbewerbsvorteil für die Top12, wenn sie nicht in den VL antreten müssen. Und aus diesem Grund sollte man diese Regel auch schnellstmöglich wieder streichen. Ich sehe durchaus einen Unterschied zwischen Tennis und Leichtathletik. Letztere lebt m.M. vor allem davon, dass alle Leistungen objektiv vergleichbar sind. Das macht u.a. den Reiz dieser Sportart aus. Wenn man jetzt anfängt und einzelne Athleten absichtlich bevorteilt, dann ist genau das gefährdet. Ich bin halt ein Traditionalist und der Meinung, dass alle Athleten in einem Wettbewerb das gleiche Procedere durchlaufen müssen. Und das hat für mich Vorrang vor dem Interesse, bestimmte Athleten in möglichst vielen Wettbewerben am Start zu haben. Und zum Seeding: das ist deshalb auch in der Leichtathletik akzeptiert, weil man so Glück und Pech bei einem Losentscheid bestmöglich vermeiden kann. Das ist aber etwas grundsätzlich anderes.
20.08.2026, 11:39
(19.08.2026, 19:33)Jonny schrieb: Die Regel wurde vor 10 Jahren eingeführt, um Doppelstarts der Sprintspitze zu ermöglichen, damit diese nicht auf einen Start über 100m, 200m oder 400m verzichten müssen. Eine Europameisterschaft ist halt kürzer als eine Weltmeisterschaft, also gibt es nicht genug Puffer um die Topathleten noch in zusätzliche Vorläufe zu schicken. Nun, dann müssen sich die Athleten eben entscheiden, wo sie antreten wollen. Das mussten sie früher auch. Gerade die Sichtweise, dass die Topathleten unbedingt in mehreren Disziplinen an den Start gehen (sollen oder müssen), halte ich für grenzwertig. Deswegen lieber einen Wettbewerb weniger oder ihn gar nicht erst zusätzlich anbieten. Dann hat man auch keine Probleme mit Vielstarterei und Überlastung. |
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Manche möchten eben ganz in Ruhe alleine in den unmittelbaren Vorbereitungen bleiben und ihre sehr speziellen Vorbereitungen für sich alleine durchführen. Es kommt auch auf individuelle Manieren an. Es geht schließlich auch um Konkurrenz und viele möchten sich nicht in die Karten gucken lassen. Daher bin ich ein Mensch für individuelle Freiheiten, so dass jede/r zu seinem Recht kommt. Dieses Oben bestimmen welche und die anderen haben zu folgen, passt nicht zu jedem Charakter. Ich schreibe das hier so drastisch, weil ich davon überzeugt bin. Trotzdem kann man freundlich miteinander umgehen. 