(06.11.2025, 10:31)DerC schrieb: Und was ist eigentlich der Spitzenverdienst als LA-Trainer in D? Geht mehr als Gymnasiallehrersold?
Habe ein Gehalt für einen Trainer parat. Ist zwar nicht LA, sondern eine andere olympische Sportart. Sollte vergleichbar sein, weil da meistens die gleichen staatlichen Töpfe genommen werden.
Angestellt beim Landesverband als Nachwuchs-Stützpunkttrainer.
Über welche Stelle das Gehalt genau finanziert wurde, kann ich leider nicht mehr sagen, aber auf jeden Fall von öffentlicher Seite und die Gehälter waren dort einheitlich, d.h. kein Verhandlungsspielraum.
Meine Stelle wird prinzipiell der unterste Bereich vom Verdienst sein.
Ausgenommen vielleicht hauptamtliche Vereinstrainer, die ggf. noch wneiger verdienen, weil "nicht genug Geld in der Vereinskasse".
Finanzierung war immer nur für Olympiazyklus (4 Jahre) fest. Wenn dein Vorgänger aber z.B. nach 3 Jahren gekündigt hat, hatte man lediglich ein Jahr finanzielle Planungssicherheit.
Ist super, wenn man eine Familie ernähren will/muss.
Meine Arbeitszeiten: wochentags meistens von 15 Uhr bis 21 Uhr.
Wochenende im Winter: Samstags von 9 bis 14/15 Uhr
Wochenende im Sommer: Wettkampfbetreuung (Sa und So) nach Bedarf
Trainingslager in den Ferien: 2 Wochen Ostern, 2 Wochen Sommer, 1 Woche Herbstferien
Trainingslager an manchen langen Wochenenden.
Gehalt damals (müsste ca. 2016/2017 gewesen sein): 1800 Euro brutto für eine halbe Stelle (20h). 50% Stelle war von mir gewünscht, hätte auch eine volle Stelle annehmen können.
Bewerber: zwei inkl. mir ;-)
Den anderen Bewerber wollte der Verband nicht. Habe Interesse angefragt, hatte aber nur einen C-Trainerschein.
Die Bereitschaft den B-Trainer bei nächster Gelegenheit zu erwerben habe ich natürlich zugestimmt.
An anderer Stelle hier im Forum hatte mal jemand moniert, wie man so "C-Trainer Graupen" einstellen könnte.
Mein Beispiel als mögliche Antwort: find überhaupt mal jemanden, der den Job macht.
Über das Gehalt beschwere ich mich persönlich nicht. Aber die fehlende Sicherheit/Planbarkeit und die Arbeitszeiten sind einfach etwas, was langfristig schlecht kompatibel mit einer (jungen) Familie ist.
Ich befand mich damals in einer Änderung meiner beruflichen Situation und war stand noch ohne Familie da. Daher passte das alles für mich.
Aber warum soll jemand mit A- oder B-Trainerschein und einer festen Arbeitsstelle auf so einen Job wechseln?
Ich hatte guten Kontakt zu einem vom Landesverband. Der sagte: wir sind die Liste mit allen aktiven A- und B-Trainern bei uns im Landesverband durchgegangen. Alle, die da draufstehen, haben Jobs, die sie niemals für die Trainerstelle eintauschen würden.
Also kommt dann so ne "Wurst" wie ich und bekommt die Stelle ;-)
Kleine Anmerkung: ich habe in meiner Jugend die Sportart einige Jahre als Leistungssport betrieben. Der oberste Landestrainer kannte mich von früher + ich war nach meiner aktiven Zeit als Vereinstrainer tätig etc.
Fehl am Platz war ich also nicht. Aber qualifikationsmäßig bestand da selbstredend Nachholbedarf.
Wie gesagt, nicht LA sondern andere olympische Sportart. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass mein Beispiel auch für die LA gelten könnte.


