Vor 1 Stunde
Jahn war mit seinem Turngedanken nicht Mal ein Wegbereiter des NS-Regimes.
Er war Anhänger der nationalstaatlichen Einheit und trat als späterer Abgeordneter der Nationalversammlung (1848) für eine konstitutionelle Monarchie ein, also für die Begrenzung der kaiserlichen Macht durch einen Verfassungsstaat, für Gewaltenteilung und bürgerliche Freiheitsrechte. Das Eintreten für eine nationalstaatliche Einigung gegen die Fürstenherrschaft kann nicht einmal als Nationalismus gekennzeichnet werden, obwohl der Nationalstaatsgedanke auch durch die Befreiungskriege von der Napoleonischen Fremdherrschaft gespeist worden ist. Also ungefähr zu der Zeit, als Jahn die Turnerschaft gründete und dabei übrigens auch einen paramilitärischen Gedanken des Sports miterfolgte.
Die Tendenz zur Abgrenzung, die wir mit dem Begriff des ‘Nationalismus’ verbinden, war also kein ideologischer Selbstzweck. Und wenn doch, war das keine deutsche Eigenart, sondern eine gesamteuropäische Krankheit. Und dazu gehörte auch der Chauvinismus im Kleid einer Überlegenheitsattutüde. Insofern besteht weder eine Affinität der sich bildenden Turnerbewegung zum Gedankengut des späteren Nationalsozialismus, noch eine Wegbereitung.
Was den Antisemitismus bzw. die Judenfeindschaft betrifft, so war dieses Phänomen im 19. Jahrhundert nicht nur ein Gesamteuropäisches, sondern bestand auch über politisch-ideologische Grenzen hinweg. Er fand sich sogar dort, wo man sich die Überwindung des Nationalstaats auf die Fahnen schrieb, so wie bei Marx. Insofern lässt sich Jahns Position zu Zeiten der Turnbewegung auch diesbezüglich nicht einfach in Richtung einer nationalsozialistischen Bewegung lenken, selbst wenn sie rassentheoretische Züge trug.
Der deutsche Sport war im Übrigen nie Wegbereiter einer politischen Ideologie, aber er verstand im letzten Jahrhundert immer sehr gut, sich den herrschenden Ideologien anzudienen. Einen Jahn benötigt man dazu nicht!
Er war Anhänger der nationalstaatlichen Einheit und trat als späterer Abgeordneter der Nationalversammlung (1848) für eine konstitutionelle Monarchie ein, also für die Begrenzung der kaiserlichen Macht durch einen Verfassungsstaat, für Gewaltenteilung und bürgerliche Freiheitsrechte. Das Eintreten für eine nationalstaatliche Einigung gegen die Fürstenherrschaft kann nicht einmal als Nationalismus gekennzeichnet werden, obwohl der Nationalstaatsgedanke auch durch die Befreiungskriege von der Napoleonischen Fremdherrschaft gespeist worden ist. Also ungefähr zu der Zeit, als Jahn die Turnerschaft gründete und dabei übrigens auch einen paramilitärischen Gedanken des Sports miterfolgte.
Die Tendenz zur Abgrenzung, die wir mit dem Begriff des ‘Nationalismus’ verbinden, war also kein ideologischer Selbstzweck. Und wenn doch, war das keine deutsche Eigenart, sondern eine gesamteuropäische Krankheit. Und dazu gehörte auch der Chauvinismus im Kleid einer Überlegenheitsattutüde. Insofern besteht weder eine Affinität der sich bildenden Turnerbewegung zum Gedankengut des späteren Nationalsozialismus, noch eine Wegbereitung.
Was den Antisemitismus bzw. die Judenfeindschaft betrifft, so war dieses Phänomen im 19. Jahrhundert nicht nur ein Gesamteuropäisches, sondern bestand auch über politisch-ideologische Grenzen hinweg. Er fand sich sogar dort, wo man sich die Überwindung des Nationalstaats auf die Fahnen schrieb, so wie bei Marx. Insofern lässt sich Jahns Position zu Zeiten der Turnbewegung auch diesbezüglich nicht einfach in Richtung einer nationalsozialistischen Bewegung lenken, selbst wenn sie rassentheoretische Züge trug.
Der deutsche Sport war im Übrigen nie Wegbereiter einer politischen Ideologie, aber er verstand im letzten Jahrhundert immer sehr gut, sich den herrschenden Ideologien anzudienen. Einen Jahn benötigt man dazu nicht!
"Nicht jeder Forscher forscht unentwegt, wie es der Forschende eigentlich tun müsste."

