(01.11.2018, 11:19)krebsan schrieb: Das Problem ist vermutlich, dass der "Geldgeber" aber der Meinung ist/war, dass es ohne Bankdrücken und Kniebeugen nicht geht (oder bestimmte Umfänge, Intensitäten, was auch immer). Das heisst, die Förderung müsste auf Vertrauen basieren (was entsprechend auch etwas willkürlich ist), oder erst quasi als Erfolgsprämie im Nachhinein kommen, wenn der Weg sich als erfolgreich erwiesen hat. Dieses System, erst zu unterstützen, wenn der Erfolg erst da ist, wird nach wie vor zu häufig praktiziert.
Das Zauberwort ist Antizipation, sozusagen ein Vorhersehen, was sein könnte, also agieren und nicht permanent reagieren. Ich nenne es immer die Suche nach dem Möglichen.
Ich habe letztens in Leverkusen einen Vortrag vor einem bewusst kleinen Kreis gehalten, wo ich von vorneherein die Trainer ins Gespräch geholt habe. Gehen Sie zu "normalen" Fortbildungen, dann dürfen Sie zwischendurch möglichst keine Fragen stellen, weil es den Referenten ablenken könnte. Es fehlt oft einfach auch die Souveränität, auf plötzliche Fragen zu antworten. Ich sehe solche Fragen immer auch als Fortschritt für mich an. Ich habe großen Wert darauf gelegt, die Trainer an meinem Fortschritt unmittelbar zu beteiligen und in der Praxis meine Thesen zu untermauern. Ich bin und war immer bereit, auf andere Vorschläge einzugehen.
Ich wurde dann von einem ehemaligen Athleten aus unserer Zeit gefragt, woher ich die Kontrollgeräte habe. Ich habe mir abseits meine Welt aufgebaut und die Athletinnen objektiv kontrolliert. Ich bin oft bass erstaunt, wie wenig die Topleute wirklich anhand von Fakten überprüft werden. Stattdessen befasst man sich immer wieder mit "Teambildung" aus meiner Sicht vielfach ohne Inhalte.
Gertrud

