(08.09.2018, 08:21)dominikk85 schrieb:Nein. Das ist eine laienhafte, allerdings auch landläufige Betrachtungsweise des Absprungs. Es gibt für den KSP(07.09.2018, 20:16)ThomZach schrieb: Hi Gera und Kollegen. Nur der Vollständigkeit und Korrektheit wege:Heißt das, der Absprung generiert eigentlich nur vertikal Geschwindigkeit und der horizontale Anteil kommt vom Anlauf?
Es gibt keinen Absprung mit Anlauf, bei dem die Fortbewegungs-Geschwindigkeit zunimmt.
Die Abfluggeschwindigkeit ist immer 10 bis 30% geringer als die Anlauf- (Anflug-) Ge-
schwindigkeit. Das gilt nur nicht für extrem langsamen Anlauf und extrem lange Boden-
kontaktzeit. Bei meinen Tests und Messungen sprang ich z.B. 1m50 aus 2,42m/s Anlauf-V,
2,58m/s Abflug-V und einer Kontaktzeit von 0,28s. Wenn man mit 7m/s anläuft, erreicht
man höchstens eine netto Abfluggeschwindigkeit von 5,60m/s, und das auch nur bei einem
Abflugwinkel von nur 45°. Und das reicht für eine Lattenhöhe von 2m10 bis 2m20.
Man kann natürlich von andere Fakten träumen. Das sind dann aber keine.
nur eine Geschwindigkeit, und diese führt in nur eine Richtung. Diese wird vom Winkel zu den Koordinaten bestimmt.
Allerdings: Wenn dieser Winkel am Gipfel der Flugkurve = 0 ist, die Bewegung also horizontal, dann könnte man
von horizontaler "Restgeschwindigkeit" sprechen. Von da an nimmt die reale Geschwindigkeit aber wieder zu, weil
die Körpermasse (KSP) nun von der Schwerkraft um 10m/s/s abwärts beschleunigt wird, genau so wie sie in der
ansteigenden Phase der Parabel entsprechend verringert wurde. Und das kann man alles berechnen (Grundkurs Ballistik).
Die Richtung des Kraftvektors verändert sich während der Stützphase und ist folglich nur kurzfristig vertikal nach oben
gerichtet. Gute Springer schaffen es, den Absprung so zu gestalten, dass die Sprungkraft über die Vertikale hinaus
um einge Grad nach vorne gerichtet ist. Dabei befindet sich der KSP möglichst vor dem Kraftvektor, so dass leichte
Vorwärtsrotation entsteht. Schlechte Springer heben ab, bevor die Richtung des Kraftstoßes überhaupt die Vertikale
erreicht hat. Und ihr Kraftvektor verfehlt den KSP auf der Vorderseite des Körpers, so dass Rückwärts- also nach hinten
gerichtete Rotation entsteht. Was immer einen technisch und dynamisch destruktiven Bremsstoß bewirkt. 1973, als in
München D. Stones erstmals 2m30 schaffte, hat die Technische Universität Zürich und das SportInstitut Maggelingen
die Sprünge aller Teilnehmer nach diesen Prinzipen gemessen, berechnet und dokumentiert. Leider konnte kaum
jemand was damit anfangen, weil diese Prinzipien eben nicht jedem geläufig waren und auch bis heute nicht sind.
Dem nach höherem Strebenden ist nichts zu hoch sondern alles zu nieder. (vonmia)

