(28.05.2017, 22:08)Astra schrieb: Nach Rath und Schäfer sehe ich aber niemend mehr.
Es gibt vor allem keine guten jungen Frauen in der U20 und U23.
Wenn ich sehe, welche Leistungen von den U20 Mädchen in Götzis erreicht wurden, kann man nur staunen.
Man sollte auf der Suche nach zwei Gruppen von Talenten sein: a) nach Athletinnen mit einer enormen Schnelligkeitsentwicklung, b) nach Athletinnen wie Thiam, die über herausragende Sprung- und Wurfleistungen verfügen und die Schnelligkeitsleistungen stark kompensieren können.
Es gibt diese Talente. Man muss nur genau filtern. Beispiel: Als ich Steffi Storp im Kugelstoßen herausgefiltert habe, kam sie bei den DJM nicht einmal über die Qualifikation hinaus. Ich habe sie aber in den DLV-Nachwuchskader genommen. Das Auge für Talente muss man haben. Wir haben diese Talente. Wir brauchen nur die richtigen Scouts!!!
Ich habe selbst Talent-Filterungsmaßnahmen aufgrund meiner Recherchen, Kenntnisse und Erfahrungen erstellt, nach denen ich haargenau die Defizte und Anlagen bestimme und den zukünftigen Weg vorherzeichne. Ich gehe nach einem Jahr erst mit einer Athletin in meinem Training noch einmal in eine spezifischere Inspektion. Danach stelle ich genau fest, ob diese Athletin zum Spitzensport taugt oder nicht. Die Werte sind sehr aussagekräftig. Für mich spielen auch das Wettkampfalter und die Leistungsprogression bzw. die Leistungsstagnation aus den unterschiedlichen Gründen eine sehr große Rolle. Ich habe mein Auge in der Hinsicht sehr genau geschult. Bei meinem Training kommt die Leistungsexplosion meistens im zweiten Jahr unter meiner Führung, weil das erste Jahr meistens zur Begradigung von irgendwelchen Defiziten genutzt wird. Ich habe absolut keine Scheu, Defizite und Begabungslevel frühzeitig zu nennen. Manche unterschätzen sich, manche überschätzen sich in ihrer späteren Leistungsausprägung.
Ich schenke in der Hinsicht absolut reinen Wein ein, damit Zeit sinnvoll entsprechend den Begabungen genutzt wird. Zudem habe ich nach Erfahrungen noch einen Grundsatz: Ich arbeite mit den Schützlingen möglichst allein. Ich lasse in der Regel (Ausnahmen bestimme ich) keine anderen Personen mehr zum Training zu. Das verleiht dem Ganzen eine unheimliche Ruhe und führt zu einem sehr guten Vertrauensverhältnis zwischen Athlet/in und mir. Ich habe nichts gegen Serviceleistungen durch andere Personen.
Ich bin in den Trainingseinheiten mit Schützlingen innerlich abgeschottet. Da können nebenher ruhig Fußballer spielen. Ich habe jetzt einen Jungen unter meinen Fittichen, der sich erst ein Jahr in meiner LA-AG befindet, von dem andere vielleicht gar nicht angetan wären. Ich habe ihn jetzt disziplinmäßig aufgrund seiner Fähigkeiten geswitcht. Ich arbeite hervorragend mit seinen Eltern zusammen (Vater Neurochirurg, Mutter Krankenschwester von Haus aus). Ich checke ihn jetzt durch Trainingsinhalte permanent in seinen Defiziten ab und entwickele ganz individuelle Muster. Die Begabungen liegen in der vollen Palette vor mir, anhand dessen ich Einfluss nehme. Zudem besteht der Vorteil in diesem Team für mich darin, dass ich auch schnell mal hinsichtlich meiner Gesundheit Antworten auf meine Fragen bekomme. Der Junge ist in unserem Triumvirat anatomisch/ medizinisch von Anfang an hervorragend aufgehoben.
Gertrud

