(10.11.2016, 11:45)muffman schrieb: Ich teile da die Ansicht von alex72. Durch diese Zentralisierung ist doch eine individuelle Betreuung der Athleten doch überhaupt nicht mehr möglich.
Wenn man sich die Auschreibungen für Landestrainerstellen anschaut wird ein Teil des Problems bei den Verbänden klar: Meistens sind Erfolge in der Nachwuchsarbeit nachzuweisen. Aber was definiert denn Erfolg im Nachwuchstraining? Für die Verbände offensichtlich die Teilnahme an internationalen Jugendmeisterschaften. Wichtiger wäre es doch die Talente auf eine langfristige und erfolgreiche Leistungssportkarriere vorzubereiten und nicht im Jugenalter Titel holen um dann im Aktivenbereich Leistungsmäßig zu stagnieren bzw. den Preis für das Training im Jugendalter zu bezahlen. Wieso erkennt der DLV diese Problematik nicht?
Schauen Sie! Genau in diese Lücke stoße ich. Die Mutter einer Athletin, die in ihrem Verein durch einen fehlenden Mehrkampftrainer zum großen Teil unbetreut blieb, hat Kontakt mit mir aufgenommen. Sie bringen eine gehörige Portion Eigeninitiative und finanzielle Opferbereitschaft mit. Sie kommt vornehmlich zum Training nach Marl. Ich stimme das Training ganz individuell auf ihren Körper ab. Ich mache diese Betreuung bisher völlig unentgeltlich. Sie hätte diesen Service bei keinem Lehrgang. Ich kenne ihre Schwachstellen, auf die ich ganz akribisch eingehe. Warum sollte da eine zweite außenstehende Person Einfluss nehmen, die vielleicht in orthopädischer Hinsicht nicht so geschult wie ich ist? Ich lege allergrößten Wert darauf, dass ihr für die Schule genügend Zeit bleibt. Diese reinen Teambildungsmaßnahmen halte ich für überflüssig. Es geht um Leistungsoptimierung bei begrenztem Zeitbudget. Meine Athletin ist mit Leistungssport, Schule und ihren Freunden vor Ort absolut ausgebucht.
Mir ist das nächste Jahr, was die Platzierungen angeht, völlig gleichgültig. Ich trainiere bestimmte Bereiche mit ihr, die ich für wertvoll halte und lasse bestimmte vulnerable Stellen aus. Das ist bei mir ein absolutes Muss!!! Sollte meine Athletin mal an biomechanischen Untersuchungen teilnehmen, dann lassen wir rigoros bestimmte Testverfahren - von mir als nicht geeignet erkannt - mit Sicherheit aus. Da kann es sich bei der untersuchenden Person ruhig um einen Professor handeln.
Allerdings muss ich sagen, dass es Heimtrainer gibt, die dringend Nachhilfe benötigen. Insofern können Lehrgänge schon ein Anschub sein, wenn denn der Bundestrainer dazu fähig ist, was auch nicht selbstverständlich ist.
Ich bin gegen Doppelversorgung von Athletinnen, die zu Hause sehr gut betreut werden. Das Geld kann man besser verwenden. Das hat Klaus Baarck immer hervorragend gehändelt. Er hat sich absolut nicht eingemischt und hat uns mit Sabine machen lassen. Ich will auch mit der jungen Athletin nur meine Ruhe zur guten Arbeit haben. Sollte sie mal gut werden, könnte der DLV z.B. einen Teil meiner Trainingsfahrten zu den entsprechenden Hallen übernehmen. So legt man Geld gut an.
Das möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen. Ich bin nicht gegen den DLV, ich bin für die bestmögliche Leistungsoptimierung bei Erhalt oder Verbesserung der Gesundheit mit gleichzeitigem Blick auf die berufliche Laufbahn. Ich arbeite in dem Sinne sogar mit meiner Athletin wie früher auch für die Erfolge des Verbandes!!!
Gertrud

