(16.04.2016, 21:25)Robb schrieb: So theoretisch ist es eben nicht, denn es stimmt annähernd bei den schnellsten sechs 200m Läuferinnen des letzten Jahres. Die Zahlen zeigen, dass es mehr als Theorie ist.
Die Zahlen sind Fakt und alle ausnahmslos bei großen Wettkämpfen erzielt worden und somit absolut vergleichbar. Unsere Sprinterinnen bekommen den "Kolbenfresser" auf der 200m-Strecke. während die anderen internationalen Stars den Schub nutzen. Das hat eindeutig etwas mit der Trainingsphilosophie zu tun. So selbstkritisch sollte man schon sein und nichts verniedlichen, wenn man den internationalen Anschluss bekommen will. Man muss in solchen Fällen den Finger in die Wunde legen; nur so kommt man weiter! Man sollte sämtliche Trainingsbreiche durchleuchten und Fehler schonungslos ausmerzen. Selbstkritik werte ich absolut als positiven Touch und nicht als verdammende Kritik.
Schauen Sie, ich habe schon vor Jahren schonungslos gemeinsam mit Hansjörg Holzamer die Fehler im deutschen Sprint benannt: Fehler im Energiesystem und somit auf bestimmten Streckenbereichen, Fehler bei den Drills und Bewegungsvorstellungen, Fehler im Krafttraining (teilweise noch heute) und Fehler in der Wettkampfplanung, Abstinenz von internationalen Vergleichen! Das haben wir nicht getan, um dem deutschen Sprint zu schaden, sondern um ihm auf die Sprünge zu helfen. Man hat auf einige Kritikpunkte hin reagiert, und somit befindet sich der deutsche Sprint etwas im Aufwind. Ebenso hat es sich bei meiner Verletzungskritik im Wurfbereich bestätigt, als R. Wollbrück in Kienbaum sagte, dass man umschwenken und so wenig verletzungsträchtig wie ich trainieren wolle. Ich hoffe inständig, dass man vor allem mal das Krafttraining im Sprint revolutionieren wird, weil dort einiges im argen liegt - meiner Meinung nach durch Wissenslücken!!!
Gertrud

