06.04.2016, 18:29
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.04.2016, 14:53 von Atanvarno.
Bearbeitungsgrund: Link aktualisiert
)
Prof. Roger Pielke Jr. nimmt die "Meldonium-Krise" zum Anlass in einem Gastbeitrag für Newsweek einen kritischen Blick auf den Prozess der Aufnahme von Mitteln in die Verbotsliste der WADA zu werfen
Folgende Punkte sieht er kritisch
- die WADA muss nicht öffentlich begründen, warum eine Substanz auf der Verbotsliste ist
- die Kriterien für die Aufnahme sind (2 von 3 müssen erfüllt sein)
- die Substanz ist potentiell gesundheitsschädlich
- die Substanz ist potentiell leistungssteigernd
- die Substanz wird als dem Geist des Sports widersprechend wahrgenommen
- für die Erfüllung der Kritierien muss kein hiebfester wissenschaftlicher Beweis vorliegen, Zitat Arne Ljungquist: "Aufnahme nach Bauchgefühl"
- WADA ist nicht verpflichtet eventuell vorliegende wissenschaftlich Beweise zu veröffentlichen
- Athleten haben in der WADA nichts zu sagen, obwohl sie die Hauptbetroffenen von WADA Entscheidungen sind
- Interessenkonflikt der WADA: eine längere Verbotsliste erfordert mehr Anstrengungen im Anti-Doping-Kampf -> die WADA verschafft sich selbst mehr Arbeit, wünschenswert wäre aber eine unabhängige Überprüfung der Aufnahme neuer Substanzen
Pielke schlägt vor, dass unabhängige Experten und die Athleten selbst darüber entscheiden, welche Mittel auf die Verbotsliste kommen.
Ross Tucker hält auf Twitter dagegen
- es ist extrem schwierig "gesundheitsschädlich" und/oder "leistungssteigernd" zu beweisen (neben den ethischen Problemen, die es bei der Durchführung entsprechender Studien gäbe)
- hätte man "belastbarer wissenschaftlicher Beweis" als Kriterium, würden so gut wie keine neuen Mittel mehr auf die Liste kommen (Beispiel: gemessen an den Kriterien, die der CAS in anderen Fällen (Hyperandrogenismus), für den Beweis der Leistungssteigerung gestellt hat, wäre selbst EPO in korrekter Dosierung nicht leistungssteigernd)
- er konzediert, dass die Liste bereinigt und vereinfacht werden sollte, aber letztlich bleibt immer ein "willkürlicher" Entscheidungsspielraum, es sei denn die WADA investiert Millionen in wissenschaftlich Studien für den Leistungsnachweis und hofft, dass die Studien vor Gericht auch akzeptiert werden.
Folgende Punkte sieht er kritisch
- die WADA muss nicht öffentlich begründen, warum eine Substanz auf der Verbotsliste ist
- die Kriterien für die Aufnahme sind (2 von 3 müssen erfüllt sein)
- die Substanz ist potentiell gesundheitsschädlich
- die Substanz ist potentiell leistungssteigernd
- die Substanz wird als dem Geist des Sports widersprechend wahrgenommen
- für die Erfüllung der Kritierien muss kein hiebfester wissenschaftlicher Beweis vorliegen, Zitat Arne Ljungquist: "Aufnahme nach Bauchgefühl"
- WADA ist nicht verpflichtet eventuell vorliegende wissenschaftlich Beweise zu veröffentlichen
- Athleten haben in der WADA nichts zu sagen, obwohl sie die Hauptbetroffenen von WADA Entscheidungen sind
- Interessenkonflikt der WADA: eine längere Verbotsliste erfordert mehr Anstrengungen im Anti-Doping-Kampf -> die WADA verschafft sich selbst mehr Arbeit, wünschenswert wäre aber eine unabhängige Überprüfung der Aufnahme neuer Substanzen
Pielke schlägt vor, dass unabhängige Experten und die Athleten selbst darüber entscheiden, welche Mittel auf die Verbotsliste kommen.
Ross Tucker hält auf Twitter dagegen
- es ist extrem schwierig "gesundheitsschädlich" und/oder "leistungssteigernd" zu beweisen (neben den ethischen Problemen, die es bei der Durchführung entsprechender Studien gäbe)
- hätte man "belastbarer wissenschaftlicher Beweis" als Kriterium, würden so gut wie keine neuen Mittel mehr auf die Liste kommen (Beispiel: gemessen an den Kriterien, die der CAS in anderen Fällen (Hyperandrogenismus), für den Beweis der Leistungssteigerung gestellt hat, wäre selbst EPO in korrekter Dosierung nicht leistungssteigernd)
- er konzediert, dass die Liste bereinigt und vereinfacht werden sollte, aber letztlich bleibt immer ein "willkürlicher" Entscheidungsspielraum, es sei denn die WADA investiert Millionen in wissenschaftlich Studien für den Leistungsnachweis und hofft, dass die Studien vor Gericht auch akzeptiert werden.
There is all the difference in the world between treating people equally and attempting to make them equal (Friedrich August von Hayek)

