Man hat es als Trainer/in mit völlig unterschiedlichen Probanden zu tun, so dass man an völlig unterschiedlichen Stellschrauben drehen muss. In dem Bereich passt nicht jedes Toppaar Trainer - Athlet zusammen - weder von der Mentalität noch den Trainingsschwerpunkten. Unterschiedliche Trainer/innen setzen auch unterschiedliche Trainingsschwerpunkte und Herangehensweisen fest, so dass nicht jede Trainingsgemeinschaft fruchtet. Ich sage das mal so frank und frei: Mir liegen z. B. mehr die "angriffslustigen" Typen wie Alexandra Wester als introvertierte Menschen. Das hat mit Wertung nichts zu tun. Ich habe mich ja auch auf Sabine z. B. eingestellt; wir verstehen uns heute wesentlich besser als damals. Es hat im Trainingsbetrieb ja meistens geklappt. Der Funke ist bei mir z. B. sofort bei Ghada Shoua übergesprungen - nicht nur wegen des Potentials, sondern vornehmlich wegen des unbeugsamen Willens.
Ich kann S. Moguenara nicht persönlich beurteilen. Hat sie in allerletzter Konsequenz diesen unbeugsamen Willen, diese mentale Härte, auch im Wettkampf keine technische Unsicherheit aufkommen zu lassen, wenn gute Trainingsergebnisse vorliegen? Natürlich will sie Olympiasiegerin im Innern werden; aber kann sie diesen Willen auch in die Tat umsetzen, wenn alle Unsicherheiten im Training beseitigt worden sind? Ich bringe solche Dinge trainingsmäßig bei Athleten sehr gerne auf den Punkt und schrecke auch vor absoluter Offenheit nicht zurück.
Es gab in Leverkusen zu meiner Zeit mal einen Speerwerfer, der unheimliche Standwurfergebnisse vorweisen konnte. Meine erste Frage war bei ihm immer: "Wie sieht es mit den Ergebnissen aus dem Anlauf aus? Was machst du dafür?"
Ich möchte den jetzigen Punkt beileibe nicht auf S.Moguenara und U. Knapp projizieren, sondern nur allgemein feststellen. Jede/r Trainer hat auch die Pflicht, an sich selbst zu arbeiten. Sabine und ich waren von Haus sehr unterschiedliche Menschen. Sie war ein "Morgenmuffel". Ich habe ein Bein aus dem Bett und bin da!!! Ihr könnt euch vorstellen, dass man dann am Frühstückstisch nicht zusammenpasst. Deshalb habe ich nie mit Sabine gemeinsam gefrühstückt, weil sie meine Aktivität nicht vertragen hätte. Ich habe ihr ihre "Komfortzone" gelassen. Das war für mich eine Umstellung; aber ich habe mich sozusagen situationskonform im Sinne des Erfolges verhalten und hatte auch sehr viel Geduld bei Athletinnen mit Potential. Allerdings "seziere" ich sehr gründlich und trenne mich relativ flott, wenn ich keine Erfolgsschiene sehe. Ich habe in dem, was ich trainingsmäßig getan habe, nie daran gedacht, ob ich irgendeinem vor das Schienbein trete. Ich habe auch gegen harte Widerstände meine Überzeugung durchgesetzt - manchmal auch bei eigenen Nachteilen. Mir war ein "Anecken" völlig gleichgültig, wenn ich von einer Sache überzeugt war. Dieser klare Blick hat sich heute eher noch verschärft, weil ich einfach noch mehr Wissen habe, davon total überzeugt bin und auch in der Umsetzung einen sehr klaren Kurs vertrete. Es gibt für mich kleine Teams, aber nicht die, die man mir vorsetzen möchte. In der Hinsicht unterscheiden sich auch Trainer im Spitzenbereich. Ich mag sehr gerne die klare, aber nicht die weiche Art. Mein oberstes Ziel war und ist es nicht, "nett" zu sein, sondern verletzungfrei erfolgreich und selbstbewusst mit einer gehörigen egozentrischen Portion !!!
Ich bin davon überzeugt, dass sich S. Moguenara bei Abstellen ihrer Anlauf- und Absprungschwäche ganz oben etablieren kann. Damit verfügt der DLV über ein sehr aussichtsreiches Trio für Rio und im Vorfeld sogar über ein Quartett im Weitsprung der Frauen. Vielleicht kann eine in Rio total über sich hinauswachsen? Ich sehe Mihambo unverletzt ganz weit vorne.
Gertrud
Ich kann S. Moguenara nicht persönlich beurteilen. Hat sie in allerletzter Konsequenz diesen unbeugsamen Willen, diese mentale Härte, auch im Wettkampf keine technische Unsicherheit aufkommen zu lassen, wenn gute Trainingsergebnisse vorliegen? Natürlich will sie Olympiasiegerin im Innern werden; aber kann sie diesen Willen auch in die Tat umsetzen, wenn alle Unsicherheiten im Training beseitigt worden sind? Ich bringe solche Dinge trainingsmäßig bei Athleten sehr gerne auf den Punkt und schrecke auch vor absoluter Offenheit nicht zurück.
Es gab in Leverkusen zu meiner Zeit mal einen Speerwerfer, der unheimliche Standwurfergebnisse vorweisen konnte. Meine erste Frage war bei ihm immer: "Wie sieht es mit den Ergebnissen aus dem Anlauf aus? Was machst du dafür?"
Ich möchte den jetzigen Punkt beileibe nicht auf S.Moguenara und U. Knapp projizieren, sondern nur allgemein feststellen. Jede/r Trainer hat auch die Pflicht, an sich selbst zu arbeiten. Sabine und ich waren von Haus sehr unterschiedliche Menschen. Sie war ein "Morgenmuffel". Ich habe ein Bein aus dem Bett und bin da!!! Ihr könnt euch vorstellen, dass man dann am Frühstückstisch nicht zusammenpasst. Deshalb habe ich nie mit Sabine gemeinsam gefrühstückt, weil sie meine Aktivität nicht vertragen hätte. Ich habe ihr ihre "Komfortzone" gelassen. Das war für mich eine Umstellung; aber ich habe mich sozusagen situationskonform im Sinne des Erfolges verhalten und hatte auch sehr viel Geduld bei Athletinnen mit Potential. Allerdings "seziere" ich sehr gründlich und trenne mich relativ flott, wenn ich keine Erfolgsschiene sehe. Ich habe in dem, was ich trainingsmäßig getan habe, nie daran gedacht, ob ich irgendeinem vor das Schienbein trete. Ich habe auch gegen harte Widerstände meine Überzeugung durchgesetzt - manchmal auch bei eigenen Nachteilen. Mir war ein "Anecken" völlig gleichgültig, wenn ich von einer Sache überzeugt war. Dieser klare Blick hat sich heute eher noch verschärft, weil ich einfach noch mehr Wissen habe, davon total überzeugt bin und auch in der Umsetzung einen sehr klaren Kurs vertrete. Es gibt für mich kleine Teams, aber nicht die, die man mir vorsetzen möchte. In der Hinsicht unterscheiden sich auch Trainer im Spitzenbereich. Ich mag sehr gerne die klare, aber nicht die weiche Art. Mein oberstes Ziel war und ist es nicht, "nett" zu sein, sondern verletzungfrei erfolgreich und selbstbewusst mit einer gehörigen egozentrischen Portion !!!

Ich bin davon überzeugt, dass sich S. Moguenara bei Abstellen ihrer Anlauf- und Absprungschwäche ganz oben etablieren kann. Damit verfügt der DLV über ein sehr aussichtsreiches Trio für Rio und im Vorfeld sogar über ein Quartett im Weitsprung der Frauen. Vielleicht kann eine in Rio total über sich hinauswachsen? Ich sehe Mihambo unverletzt ganz weit vorne.
Gertrud