(28.08.2015, 10:41)Gertrud schrieb: Falsch ist sicherlich, was letztens hier im Forum behauptet wurde, dass Storl den rechten Fuß nicht unter dem KSP habe und dies ein Nachteil sei. Man hat in der modernen Technik/ Methodik gerade auf den Kurz-Lang-Rhythmus umgestellt. Wer sich mit Biomechanik beschäftigt, weiß, dass ein "Unterfüttern" des KSP die Abstoßhöhe vornehmlich beeinflusst, der Fuß und das Bein von hinten aber dem KSP Geschwindigkeit nach vorne verleihen. Die Abstoßhöhe steht im Verhältnis zur Stoßweite etwa 1:10. Dann ist klar, was man dominieren lässt. Solche Denkfehler kommen bei Trainern vor, die nicht aus dem Wurfbereich kommen. Die Piroutten-Biomechanik beim Drehstoß forciert die enge Kontaktfläche und somit Geschwindigkeitserhöhung.Man muss in der Diskussion genau unterscheiden, ob man über Kugelstossen per Angleiten oder per Drehung oder über Diskus - und Hammerwerfen spricht.
Und dann muss man noch differenzieren, was Körperproportionen, Beweglichkeit, usw angeht.
Ich würde nicht in jedem Fall und vollständig auf die - nicht neue - Kurz-Lang-Technik umstellen.
Es besteht die Tendenz und die Gefahr, dass zu sehr auf Hebel- und vor allem auf Druckeffekte verzichtet wird.
Beim Kugelstossen ist klar, dass die Horizontalgeschwindigkeit dominiert, diese wird IMMER duch das Hinter-Füttern des Stosser-Kugel-System-Schwerpunktes erbracht.
Es sollte mMn aber nicht so extrem aussehen wie bei Stephanie Storp, die - wohl auch Körperbau-bedingt - eine sehr weite Fusstellung bei wenig rotatorischer Arbeit zeigte.
Ich habe gesehen, wie sie Bestleistung stiess, für ihre Verhältnisse sehr schnell, aber auch dabei sah die Bewegung abgebrochen aus, ihre Hebel nicht voll ausnutzend.
Ihre Stösse gerieten oft sehr flach, was sich bei 1,96 m nicht so gravierend auswirkt wie bei kleineren StosserInnen.
Bei David Storl ist es wesentlich anders, er kommt viel mehr unter 'sein' System, sie werden es optimiert haben.
Beim Drehstoss ist es wieder anders, da wird zunächt hoizontal(er) gearbeitet, um das System in der engen Stossauslage mehr zu liften.
Beim Diskuswerfen favorisiere ich wie gesagt die Technik der Kubanerin Caballero, von Kanter etc., aber das ist nicht Jedermanns Sache.
Betty Heidlers Probleme seit 1-2 Jahren rühren mMn auch daher, dass sie zu flach reingeht, was besonders bei glatteren Ringen zuweig Druck auf den Hammer und Vorlaufen mit den negativen Folgen bringt.
Sie ist zuwenig in der Lage, den Orbit von Drehung zu Drehung steiler zu gestalten,
Grundsätzlich ist die Frage, wie man es erreicht, auf den kurzen Wegen in den kleinen Ringen eine möglichst hohe Horizontalgeschwindigkeit zu erreichen, ohne das System zu destabilisieren.
Die Speerwerfer haben es dabei besser.


