23.07.2026, 08:48
(22.07.2026, 20:08)CoachnEngineer schrieb:(22.07.2026, 17:09)Freaky schrieb: Die Diskussion rund um die nächstlichen Tests scheint schon auch innerhalb der Teams und Fahrer weiter zu gehen. Dabei gar nicht mal unbedingt in Form von Kritik an den Tests als solchen, sondern eben vor allem um den Punkt, dass man da ganz schnell bei massiver Wettbewerbsverzerrung ist. Gibt jetzt nämlich offenbar immer mehr Kritik daran, dass eben einzelne Fahrer in der Top 10 mitten in der Nacht gestört werden und andere nicht, die ja damit einen offensichtlichen Vorteil haben in Bezug auf die Erholung.
Ganz nebenbei, auch wenn nicht so wirklich nachweisbar ist, dass es einen Zusammenhang gibt, hilft es in der Diskussion natürlich nicht, wenn ein Vingegaard mitten in der Nacht kontrolliert wird und auf der folgenden Etappe stürtzt und am nächsten Tag Lipowitz stürtzt und auch am Vortag, zwar nicht mitten in der Nacht, aber spät abends kontrolliert wurde
und wir sind halt hier auch wieder bei dem Punkt der möglichen Willkür der Kontrolleure bzw. der kontrollierenden Organisation. Wie heute während der TV Berichterstattung behauptet wurde, sind vermutlich noch keine französischen Mannschaften bislang nächtlichen Kontrollen unterzogen worden. Kann natürlich reiner Zufall sein. Aber diese Verantwortung der Chancengleichheit müssen die Kontrollorganisationen dann tatsächlich übernehmen und transparent mitteilen, wie sie ausgewählt haben. Ansonsten stehen sie halt, egal ob berechtigt oder nicht, schnell unter Verdacht der bewussten Einflussnahme auf den Wettbewerb. Ich hoffe einfach, dass diese Massnahme erstmal eine außerordentliche Aktion war, um einen Schritt weit mehr Klarheit über den möglichen Einsatz von Präparaten/Methoden mit Kurzzeitwirkung zu bekommen. Standard sollte das mE so nicht werden, zumal es so eigentlich von den Regeln der UCI nicht zweifelsfrei gedeckt ist.
Meines Wissens ist die Tour noch nicht zu Ende. Kontrollgerechtigkeit kann man also erst nach den 3 Wochen geltend machen. (In der letzten Woche haben die Fahrer ohnehin oft Schlafprobleme) Die Ungebührlichkeit von nächtlichen Kontrollen ins Spiel zu bringen und dann auch noch mögliche Willkür geltend zu machen, kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen. Tests dieser Art sind bei Akteuren oder Mannschaften meines Wissens einmalig.
Und was den Verweis des Führenden auf die Stürze betrifft, so ist ihm wohl der Umstand entgangen, dass die Häufigkeit in den letzten Jahren ständig zunimmt. Unverkennbar bei den Klassikern genauso wie bei den Rundfahrten. (Aber davon kriegt der Überflieger bei 60km langen Solofahrten, bei denen die Verfolger trotz belgischer Reihe ständig abfaulen, natürlich nicht viel mit) Beim diesjährigen Giro gab es, glaube ich, gefühlt mehr Stürze als gefahrene Kilometer. Es wird schlichtweg mit immer mehr Risiko gefahren, selbst beim Zeitfahren.
Also lasst den Radsport doch besser, wo er ist. Vergleiche dieser Art sind zum Hinken verurteilt.
"Nicht jeder Forscher forscht unentwegt, wie es der Forschende eigentlich tun müsste."

