Gestern, 21:10
(Gestern, 20:50)Reichtathletik schrieb: Viele Aussagen sind auch einfach widersprüchlich bis schwierig. Menschen beschweren sich über nicht intakte Infrastruktur oder mangelnden Nahverkehr, wollen aber auch keine Baustellen.Vll. müsste man noch besser auf die finanzielle Situation der Athleten aufmerksam machen, um Verständnis zu bekommen. So habe ich den Eindruck bekommen (Ich habe die Diskussionen in den vergangen Wochen in den Sozialen Medien verfolgt), dass Anhänger der Partei Die Linke Hamburg ja denken, dass die Athleten Spitzenverdiener und "Die finanzielle Elite" sind. Ich denke aber auch die Linke in Hamburg ist nochmal sehr speziell
Sie wollen günstigen Wohnraum, aber bitte in der Innenstadt. Die darf wiederum auch nicht durch zu viele hässliche Bauten zu hässlich werden.
Was insgesamt auffällig ist, ist dass man für Olympia nur eine Mehrheit zu bekommen glaubt, wenn man alle Probleme mit löst. Versucht man das, wird dir einerseits vorgeworfen, dass du nicht zeitgleich auch noch die Obdachlosigkeit menschenwürdig beendest – aber auch dass man das alles nicht auch ohne Olympia mache.
Und dann sind da wir Sportler und der DOSB (im Grunde ja auch Sportler), die Olympia haben wollen, weil sie Olympia haben wollen.
Das Ding ist: Leistungssport ist in diesem Land nicht mehr mehrheitsfähig. Es ist zu einem "nice to have" geworden, um den man sich kümmern könne, wenn alles andere super sei. Jede Brücke saniert, jeder Spitzenlohn, günstige Miete und ein Pony hat.
Gleichzeitig beklagt man sich dann aber wieder, das der Jugend am Leistungsbereitschaft fehle...
Es ist ein Graus.
Ich denke es gibt nur einen Weg daraus: Voran gehen. Zeigen, welchen Mehrwert Sport hat. Unsere Geschichten erzählen. Die Leichtathletik ist ziemlich genau Querschnitt der Probleme des gesamten Leistungssports in Deutschland. Wir führen zum Teil auch Abwehrkämpfe Leistungssport gegen Open-Stadium-Comunity-Runs. Alle wollen "Breitensport" fördern, Leistungssport fängt in der Logik aber schon an, wenn du die Zeit beim Intervall mitstoppst oder den Wurf misst.
Auch vom konservativen Lager nach den den vergangenen internationalen Meisterschaften habe ich in den Sozialen Medien mitbekommen, dass auch dort vielen nicht bewusst ist, was sie verdienen. Dass da einige überhaupt nichts verdienen, weil sie nicht mal im Kader sind, wurde mir dort nicht geglaubt.
Aber es war ja schon der Wille da, dass gute Leistungen rauskommen und Deutschland gut vertreten wird international . Sonst hätte man sich ja nicht so echauffiert aufgrund der Ergebnisse/ natürlich nutzten das auch sicher einige, um politische Stimmung zu machen "Die Deutschen sind alle faul und schwach geworden durch rot grüne Regierungen".
“Anything we can actually do we can afford” Keynes

