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Olympische Spiele in Deutschland? - Druckversion

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Olympische Spiele in Deutschland? - Befürworter - 27.10.2025

Der mit riesiger Mehrheit erfolgreiche Bürgerentscheid in München verdient eine Würdigung. Die Leichtathletik darf als Flaggschiff der wunderbaren European Championships 2022 sicherlich einen gewissen Anteil an der Zustimmung für so eine Großveranstaltung reklamieren.

München hat meines Erachtens das beste Konzept der deutschen Olympiabewerber und sich damit ab sofort verpflichtet, diese Bewerbung mit aller Ernsthaftigkeit zu verfolgen. Und das muss auch schon vor der Vergabeentscheidung dazu führen, dass man durch eine erhöhte Sportförderung den Willen zur Austragung des größten Sportereignisses der Welt deutlich macht. Ich erhoffe mir mindestens zusätzliche Sportveranstaltungen und eine Verbesserung der finanziellen Situation von Breiten- und Leistungssport, und im Idealfall sogar die ein oder andere mittelfristige Investition in bestehende und zusätzliche kleinere Sportstätten. Gerade in der Leichtathletik als Kern der Spiele hat Bayern meines Erachtens in allen Bereichen noch einigen Nachholbedarf.

Wenn auch Hamburg, NRW und Berlin wirklich in einen innerdeutschen Wettbewerb eintreten, kann das für alle Sportarten einen ersten Anschub geben, der dann nach der Entscheidung für den deutschen Bewerber noch mehr Schwung aufnehmen wird.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Hans - 27.10.2025

(27.10.2025, 20:08)Befürworter schrieb: Der mit riesiger Mehrheit erfolgreiche Bürgerentscheid in München verdient eine Würdigung. Die Leichtathletik darf als Flaggschiff der wunderbaren European Championships 2022 sicherlich einen gewissen Anteil an der Zustimmung für so eine Großveranstaltung reklamieren.

München hat meines Erachtens das beste Konzept der deutschen Olympiabewerber und sich damit ab sofort verpflichtet, diese Bewerbung mit aller Ernsthaftigkeit zu verfolgen. Und das muss auch schon vor der Vergabeentscheidung dazu führen, dass man durch eine erhöhte Sportförderung den Willen zur Austragung des größten Sportereignisses der Welt deutlich macht. Ich erhoffe mir mindestens zusätzliche Sportveranstaltungen und eine Verbesserung der finanziellen Situation von Breiten- und Leistungssport, und im Idealfall sogar die ein oder andere mittelfristige Investition in bestehende und zusätzliche kleinere Sportstätten. Gerade in der Leichtathletik als Kern der Spiele hat Bayern meines Erachtens in allen Bereichen noch einigen Nachholbedarf.

Wenn auch Hamburg, NRW und Berlin wirklich in einen innerdeutschen Wettbewerb eintreten, kann das für alle Sportarten einen ersten Anschub geben, der dann nach der Entscheidung für den deutschen Bewerber noch mehr Schwung aufnehmen wird.

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RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Astra - 28.10.2025

Bin ich wohl die Einzige, die das für einen großen Fehler hält, denn da wird letztendlich Geld verbraten, das an viel wichtigeren Stellen fehlt.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - S_J - 28.10.2025

Ach, Deutschland verbrät an anderen Stellen viel mehr Geld auf deutlich sinnlosere Weise...

Aber gerade deswegen gab es ja die Abstimmung. Und die Mehrheit in München hielt es wohl für sinnvoll.

Ich finde man muss da auch aufpassen: Am Ende stellt man noch aus Versehen den gesamten Sport als Ressourcenverschwendung dar und nur Sportarten die von Werbeeinnahmen leben und die Olympischen Spiele nicht nötig haben, überleben. Und ich finde: Wer olympische Spiele haben möchte, muss sie auch alle paar Jahrzehnte mal austragen.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Barnie - 28.10.2025

(28.10.2025, 21:50)S_J schrieb: Ich finde man muss da auch aufpassen: Am Ende stellt man noch aus Versehen den gesamten Sport als Ressourcenverschwendung dar und nur Sportarten die von Werbeeinnahmen leben und die Olympischen Spiele nicht nötig haben, überleben. Und ich finde: Wer olympische Spiele haben möchte, muss sie auch alle paar Jahrzehnte mal austragen.

Grundsätzlich Zustimmung, wären da nicht das IOC und dessen Knebelverträge für die Ausrichter. Oder gibt es die nicht mehr?

Im Prinzip kann man doch alles, was die Ausrichtung von Olympischen Spielen erfordert (Sportstätten, Wohnungen), bauen bzw. modernisieren, ohne OS ausrichten zu müssen?! OK, man hätte dann nicht die Einnahmen der OS, aber man müsste auch nichts an ein koruptes Komitee abführen und könnte über alles selbst entscheiden. Ich würde darin jedenfalls keinen Nachteil sehen. Im Gegenteil.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - frbcrane2 - 29.10.2025

(27.10.2025, 20:08)Befürworter schrieb: Und das muss auch schon vor der Vergabeentscheidung dazu führen, dass man durch eine erhöhte Sportförderung den Willen zur Austragung des größten Sportereignisses der Welt deutlich macht. 

Da kannst du dir genausogut Einhörner im Zoo wünschen. Der chronisch unfähige und deshalb erfolglose DOSB beschwert sich aktuell über die "Entmachtung" durch das neue Sportfördergesetz und fordert Änderungen. Der DOSB, der durch unsinnige Regelungen, Geldverschwendung und idiotische Programme wie POTAS den deutschen Sport immer schlechter macht, hält den Staat für nicht in der Lage, den deutschen Sport zu leiten. Mag sein, aber der DOSB kann es auch nicht. Da werden Millionen mit Unsinn wie POTAS verschleudert, anstatt diese Gelder sinnvoll einzusetzen, z.B. in erstklassige ausländische Trainer. Die wären durchaus bereit, in Deutschland zu arbeiten, aber nicht für die Gehälter, die deutsche Sportverbände zahlen dürfen/können. Der Schwimmverband hatte mehrere erstklassige Interessenten für die Position des Cheftrainers, leisten konnte man sich davon keinen, also schwimmt man weiterhin hinterher (Wobei die letzte WM mit zwei Goldmedaillen im Becken schon extrem erfolgreich war).
Im deutschen Sport wird gestritten, Geld verschwendet, sinnvolle Verbesserungen verboten. Man könnte die Sportförderung verdoppeln, würde nichts bringen, solange die grundlegenden Probleme nicht beseitigt werden.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Diak - 29.10.2025

(29.10.2025, 00:23)frbcrane2 schrieb:  Man könnte die Sportförderung verdoppeln, würde nichts bringen, solange die grundlegenden Probleme nicht beseitigt werden.

um ehrlich zu sein hat man die Sportförderung in den letzten Jahren fast verdoppelt und es ist weiter schlimmer geworden... Olympische Spiele bringen auch nachweislich im Schnitt nicht das versprochene Wirtschaftswachstum usw. Die Einwände sind alle total wichtig und richtig, wir brauchen die Bewerbung und hoffentlich deren Erfolg trotzdem, weil dies die einzige Chance auf den nötigen Kulturwandel ist, den olympischen Sport in seiner Breite auf allen Ebenen wieder wahrzunehmen und anzuerkennen


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - frbcrane2 - 29.10.2025

Das ist der falsche Ansatz. Der "einfache" Weg für Anerkennung wäre Erfolg. Als die Bogenschützin Lisa Unruh 2016 das Finale in Rio erreichte, schauten fast acht Millionen Deutsche Bogenschießen. Acht Millionen schauten einen Sport, der außerhalb von Olympischen Spielen niemanden interessiert. Die Basketballer hatten nach dem WM-Titel 2023 einen solchen Ansturm auf Nachwuchs-Teams, daß Vereine zu Aufnahmestops gezwungen waren, weil es nicht genug Trainer gab. Das waren übrigens die Basketballer, die 2021 in der POTAS-Rangliste an letzter Stelle standen. Der DOSB rechtfertigte sich 2023 mit der Begründung, die Männer hatte man gut bewertet, die letzte Position kam durch die schlechten Basketball-Frauen und 3x3 Teams zustande. Die Basketball-Frauen qualifizierten sich 2024 für Paris und wurden fünfte, die 3x3 Frauen gewannen Gold. Danach gab es nichtmal den Versuch einer weiteren Rechtfertigung vom DOSB.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Diak - 29.10.2025

(29.10.2025, 09:23)frbcrane2 schrieb: Das ist der falsche Ansatz. Der "einfache" Weg für Anerkennung wäre Erfolg. Als die Bogenschützin Lisa Unruh 2016 das Finale in Rio erreichte, schauten fast acht Millionen Deutsche Bogenschießen. Acht Millionen schauten einen Sport, der außerhalb von Olympischen Spielen niemanden interessiert. Die Basketballer hatten nach dem WM-Titel 2023 einen solchen Ansturm auf Nachwuchs-Teams, daß Vereine zu Aufnahmestops gezwungen waren, weil es nicht genug Trainer gab. Das waren übrigens die Basketballer, die 2021 in der POTAS-Rangliste an letzter Stelle standen. Der DOSB rechtfertigte sich 2023 mit der Begründung, die Männer hatte man gut bewertet, die letzte Position kam durch die schlechten Basketball-Frauen und 3x3 Teams zustande. Die Basketball-Frauen qualifizierten sich 2024 für Paris und wurden fünfte, die 3x3 Frauen gewannen Gold. Danach gab es nichtmal den Versuch einer weiteren Rechtfertigung vom DOSB.

worin besteht der Widerspruch? Oder hast Du Dich nicht auf mich bezogen? Hier stimme ich Dir vollumfänglich zu!


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - frbcrane2 - 29.10.2025

Du hast behauptet, man braucht die Spiele, um die Wahrnehmung des Olympischen Sports zu ändern. Ich sage, Erfolg würde die Wahrnehmung ändern, ohne Spiele. Wir sind uns einig, daß es einen Kulturwandel geben muß, aber nicht beim Weg dahin.