(21.05.2026, 20:12)Delta schrieb: Die Jahnkampfbahn im Hamburger Stadtpark ist ein 1919 eröffnetes Leichtathletikstadion. Während der NS-Zeit wurde die Anlage von der NSDAP und ihren Organisationen (wie der SA und der Hitler-Jugend) systematisch für Massenaufmärsche, paramilitärische Appelle und sportliche Propagandaschauen missbraucht.
Manchmal helfen Vergleiche!
Das Olympiastadion von Berlin wurde 1936 für die Spiele der Nazis erbaut - und stets für Propagandazwecke genutzt. Wird deshalb die Nutzung oder bereits der Name ‘Berliner Olympiastadion’ fragwürdig? Und falls das olympische Feuer noch einmal Berlin erreichen sollte und sich jemand daran erinnert, wer den Fackellauf als Kernbestand der modernen Spiele institutionalisiert hat…
…Was nun den Namen ‘Jahnkampfbahn' betrifft, so könnte das natürlich ein Anlass für sprachpolizeiliche Maßnahmen incl. einer neuen Namensgebung sein. Mit Straßennamen verfährt man ja bereits so. Mich wundert es immer wieder, warum es dann immer noch die Karl-Marx-Allee in Berlin oder die Statue (dieses anderen ‘Vaters’) in der ältesten deutschen Stadt Deutschlands gibt. Denn gegen dessen grauslige Ausfälle gegenüber Juden (‘Nigger’ übrigens eingeschlossen) ist das Geschwätz des Oberturners Jahn geradezu eine Kleinigkeit.
Der Name ‘Jahnkampfbahn’ transportiert die Erinnerung an die Anfänge einer Turnbewegung und gleichzeitig auch an ideologische Fragwürdigkeiten. Beides gehört zum sportlichen Geschichtsbewusstsein und ist deshalb keine Zumutung. Und wenn ‘Jahn Regensburg’ in der Dritten Liga turnt (sorry: Fußball spielt) tut es das berechtigterweise völlig unbedenklich. Es sei denn, wir Deutsche fangen an, uns selbst nicht mehr zu trauen.
"Nicht jeder Forscher forscht unentwegt, wie es der Forschende eigentlich tun müsste."

