Vor 7 Stunden
(Vor 7 Stunden)Reichtathletik schrieb:(Vor 8 Stunden)eierluke2 schrieb:(Vor 9 Stunden)Astra schrieb: Glaubt ihr wirklich, dass OS in Deutschland irgend etwas Nachhaltiges (Stadien etc) für ALLE bewirken wird?
Für mich wird da nur Geld für wenige Städte und Regionen zum Fenster hinaus geworfen, von dem 2 Jahre nach den Spielen nichts mehr übrig ist - außer evtl. Schulden.
Und für den Rest der Republik ist schon vorher kein Geld für den Sport mehr da.
Die Frage hinsichtlich Schulden ist schwierig zu beantworten, es gilt das big picture zu betrachten - und das ist sehr schwer zu erfassen.
Nehmen wir das Beispiel 2024. Paris, ja auch Heimat vieler Franzosen, aber wirtschaftlich heute in erster Linie ein touristisches Ziel.
Betrachtet man alles in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen, wie in einer Firma als Marketingaufwendungen.
Wieviel bringt der Olympiabedingte Tourismus zusätzlich? Schwer zu sagen bei einer Stadt, die fast immer ausgebucht ist - andererseits könnte es ja theoretisch sein, dass das Reiseziel ein wenig aus der Mode gekommen wäre ohne Olympia und Olympia jetzt quasi wieder ein neuer Holtzscheit im Kamin war der für 10 Jahre höchste Nachfrage garantiert?
London 2012. London ist seit jeher auch ein starkes touristisches Ziel. Zusätzlich haben die Britten um daheim erfolgreich zu sein einige ein Schattendasein fristende Sportarten sehr erfolgreich Richtung Olympia gefördert. Im Radsport z.B. war GB im Nirgendwo und 2012 und auch Jahre danach sind sie noch top.
Für eine Stadt (oder Region) die die Vorbereitungskosten und Einnahmen aus dem Veranstaltungsjahr als Kosten-Nutzenrechnung gegenüberstellt, dürfte das Ergebnis von Olympia kaum positiv ausfallen.
Denke ich an z.B. an Hamburg, sieht es schon etwas anders aus. Der ehemals größte Arbeitgeben Hafen, wird (sinnvoller Weise) nach und nach an die Küste ziehen.
Die Lücke kann womöglich touristisch geschlossen werden?
Hinzu kommt eine Politik mit verschwenderischen Ausgaben und Projekten jenseits aller Vernunft; wenn das nicht im Nachhinein durch Olympia doch noch irgendeinen Sinn bekommt kann man das was der vergessliche Scholz und seine Komparsen hier angerichtet haben komplett vergessen.
Hier macht die Flucht nach vorne (Olympia) einen Sinn.
München 1972 hätten das Maß der Dinge für Olympia hätten werden können und war auch auf dem besten Wege dazu. Leider wurde vor lauter Ehrgeiz nach den Diktaturspielen von 1936, anders, offen und fröhlich zu erscheinen jedwede Vorsicht außer Acht gelassen und so ein paar Bösen Menschen Tür und Bühne geöffnet.
München wäre 2036 bestimmt auch ein toller Ausrichter, dort wird seit Jahren gezeigt, dass sie nicht wie anderswo nur ein verwirrtes Herz für Sport haben wollen, sondern Sport auch auf höchstem Niveau erfolgreich managen können.
Auch das Ruhrgebiet wäre bestimmt ein toller Ausrichter, aber unter oben genannten Erwägungen eine schlechte Wahl.
Dort gibts halt kein Zentrum mit Eifelturm und keinen Tourismus durch den sich ein nachträglicher Gewinn generieren liesse.
Dür das sll bigger picture sollte vor allem nicht allein finanzielle Dinge betrachten. Ich sag mal so, wir fliegen auch nicht irgendwann zum Mars weil es sich finanziell rechnet, sondern weil wir es können. Und weil man darauf dann auch in gewisser Weise stolz ist etwas geschafft zu haben. Das kann Menschen zusammenbringen und das erzählt Geschichten, die Menschen inspirieren.
Wenn ich mir aktuell Deutschland angucke dann ist die Stimmung eher dass früher alles besser gewesen sei und wir nichts mehr hinbekommen. Die Generation davor war noch geprägt von vermeintlicher deutscher Effizienz und Pünktlichkeit. Es wäre gerade in einer Welt in der politische extreme immer größer ausschlagen auch eine Möglichkeit, auf der Weltbühne die eigenen Werte und Qualitäten zu demonstrieren. Sowas führt dann indirekt auch dazu dass beispielsweise deutsche Produkte aber auch insgesamt die Nation ein anderes Gewicht bekommt. Und es kann zeigen, dass wir etwas schaffen können wenn wir es wollen. Sowas kann dann auch inspirierend für andere Fragen, sei es die klimaproblematik sei es die Rentenversicherung.
Ein schöner Ansatz, erinnert mich an WM 2006.
Ach ne huch, das dort aufgebaute haben wir danach ja wieder bis auf die Grundmauern zerstört.

