10.03.2015, 08:57
(09.03.2015, 21:23)dominikk85 schrieb: Die Ausdauer muss dann aber auch noch stimmen, eine Esther cremer müsste ja von der 100m Bestzeit eigentlich auch schneller laufen, aber bei ihr fehlt ja schon die 200m Ausdauer (11.44 aber nur 23.10, eine 400m Läuferin sollte mit der 100m zeit eigentlich ne 22.80 laufen).Und wenn man aktuelle 100m Zeiten (oder vielleicht noch besser fliegende 50m oder so) unserer männlichen Langsprinter nehmen würde, würde man wahrscheinlich feststellen, dass das bei vielen ähnlich ist. D. h., allein bei den 200 zu schauen ist quatsch.
(09.03.2015, 21:23)dominikk85 schrieb: Es ist also garnicht so einfach, man muss einen schnellen Mann haben der auch noch gute ausdauerfähigkeiten hat. Das gibt es nicht oft. Die unterdistanzleistung muss da sein, aber sie reicht halt allein nicht aus ( und auch Ausdauer ist zu einem Großteil Veranlagung, nicht jeder kann da top werden).Hat jemand versprochen, dass es leicht sei? Aber wir hatten ja die Talente wie Zender. So jemand muss auf den 400 oder 800 durchkommen.
Es wird jetzt hoffentlich besser werden, falls sich der deutsche Kurzsprint auf höherem Niveau stabilsieren kann. Das sollte mehr 200m LäuferInnen dazu treiben, es mal mit den 400 zu versuchen. Wenn ich der entsprechende Trainer wäre, würde ich eh alle 200m Läufer einen 400er pro Jahr laufen lassen. Das schadet den Jamaikanern seltsamerweise auch nicht. Und man könnte so Talente finden.
Ausdauer ist der Teil, der gut trainierbar ist, wenn die Veranlagung nicht ganz genau passt. Meine Theorie ist, dass jeder eine theoretische Idealstrecke hat, auf der er seine beste Leistung bringen kann. Diese Strecke stimmt normalerweise nie genau mit den klassischen olympischen Strecken überein. Wo die Idealstrecke liegt, wird durch Training und Veranlagung bestimmt.
Wenn ein Läufer jetzt aktuell 300m als Idealstrecke hat, muss man das durch Training möglichst nah an die 200 oder 400 verschieben, falls man sich entscheiden will … oder eben beides Laufen. Wenn Wille und Disziplin da sind, ist die Verschiebung nach oben im Schnitt leichter, weil Grundschnelligkeit stärker vom angeborenen Talent abhängt als Ausdauer.
Aber auch da gibt es grenzen. Manche LäuferInnen sind sehr vielseitig, sie können vom 800 zum 10000m Läufer werden und über eine solche Platte gute Leistungen anbieten. Andere haben einen kleineren Spielraum, gerade bei den richtig guten 400m Leuten geht es normalerweise maximal bis 800 oder 1000 hoch.
Wichtig ist die Identifikation der Veranlagung und die Abstimmung des Trainings darauf. Im Wettkampf laufen Läufer A (Idealstrecke 356m) und B (Idealstrecke 509 m) beide 400m gegeneinander. Training und Wettkampftaktik sollten sich aber unterscheiden.
(09.03.2015, 21:28)Robb schrieb: Ich hab bei unseren 400m Hürden Läufern immer die Befürchtung, dass sie an eine Grenze stossen, weil keiner von ihnen die 400m flach unter 46 Sekunden laufen kann. Nur mit solchen Zeiten läuft man aber unter 48,5 über die Hürden.Gollnow ist 2013 unter 46 gelaufen. Bei Königsmark und Franz halte ich es für wahrscheinlich, dass sie 2014 an den Tagen, an denen sie ihre SBs über 400m H gelaufen sind, flach unter 46 hätten bleiben können, wenn auch nicht so viel. Da muss man ein wenig aufpassen, weil die 400 flach in Topform nicht unbedingt gelaufen werden.
Aber prinzipiell fehlt da eben noch einiges ... zumindest wenn man z. B. mit Harald Schmid vergleicht. Könnten sie ne tiefe 45 anbieten, würde über die Hürden eben auch mehr gehen.
gruß
C

