16.03.2025, 15:57
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.03.2025, 16:06 von mariusfast.)
(16.03.2025, 15:12)Notalp schrieb:(15.03.2025, 17:00)trackwatchnds schrieb:(15.03.2025, 16:03)Reichtathletik schrieb: Ich bin von meinem ganzen Herzen leistungs- bzw wettkampfsportler und dennoch glaube ich dass es gerade uns leistungssportler gut tut sich gelegentlich klarzumachen dass wir tatsächlich nicht für Leistung bezahlt werden. Gerade wenn du dir die aktuelle politische Situation ansiehst und feststellst dass wir eigentlich Geld an allen Enden brauchen. Sport ist Teil der unterhaltungsbranche. Demnach werden Sportler im Wesentlichen für ihren unterhaltungswert und nicht für ihre Leistung bezahlt. Bedeutet überspitzt gesagt dass auch ein Karsten warholm in erster Linie nicht mit anderen hürdenläufern konkurriert sondern mit Musikern Büchern TV-Serien und computerspielen. Wir leben im Kapitalismus. Geld wird durch Wertschöpfung generiert und diese generiert sich nicht aus einer Zeit über eine stadionrunde.
Einhundertprozentige Zustimmung!
Daher sind auch die häufig herangezogenen Vergleiche (bzw. Neiddebatten) mit dem Fußball nicht zielführend und am Thema vorbei.
Geld gibt's für Interesse, nicht für Leistung. Das gilt sogar für Sportarten, in denen sich Leistung unglaublich präzise Quantifizieren lässt...
Warholm bietet mit seinem ‘Holiday on Ice’ eine fast zirkusreife Vorstellung. Wenn er damit mehr Geld verdienen würde als mit der Leistung einer schnellen Stadionrunde, könnte man geneigt sein, dies als Indiz dafür zu nehmen, dass wir im Kapitalismus leben. Weil das Beispiel zeigt, dass die Verdienstlichkeit von Handlungen durch den Markt bestimmt wird: wenn das Zirkusinteresse höher ist, lässt sich damit mehr Geld verdienen als mit der Präsentation von sportlichen Höchstleistungen.
Aber daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das Interesse am Hochleistungssport von einem Unterhaltungsinteresse dominiert wird, das in Konkurrenz zu anderen Unterhaltungssektoren steht, wäre falsch. Denn besagter Sport ist symbolisch hoch aufgeladen! Wäre das nicht so, würde es hier niemanden geben, der den ‘Absturz’ der deutschen LA für den Niedergang der Leistungskultur in D. hält.
Genau Symbolik ist der Punkt. Die Gesellschaft sieht diesen "ABsturz der dts. LA" ja sogar noch als Symbol dafür, dass unsere Gesellschaft wieder "kapitalistischer" denken und Leistung belohnt werden müsse. Wie oft habe ich nach den OS gelesen, unsere Gesellschaft benötigt wieder mehr Leistungsprinzip, inkl. des Beispiels der Bundesjugendspielen etc..
Dieselben Leute bezeichnen es aber als jammern, wenn Athleten DE das Mindestmaß an staatlicher Absicherung fordert.
Weil sie eben immer noch denken, dass Sponsoren die Athleten für Leistung bezahlen.
Keiner von Athleten DE sprach übrigens davon, dass man so viel Geld wie Fußballer möchte. wir reden ja nichteinmal von Mindestlohn (allein das plus die Abdeckung aller Kosten wäre utopisch). Es geht einzig und allein darum, dass unsere potentiellen Olympia Athlten erhalten bleiben. Dennoch denke ich auch, dass es sinnvoll ist auch an zukünftige Sportler zu denken. Wir haben das Thema ja schon X Mal durchgekaut. Es ist offensichtlich, dass unsere Athleten insbesondere Studenten sind und i.d.R. aus einer elitären Bevölkerungsschicht kommen. U.a. darum, weil eben Leistung nicht mit den nötigen finanz. Anreizen belohnt wird. D.h. weil es eben kein Beruf ist. Und ein Beruf sein zu wollen ist ein leichter Unterschied zu, wir wollen denselben Stellenwert haben wie die Fußballer.
Übrigens ist ja die Nachfrage nach Leistung da. Siehe Einschaltquoten, insbes. Leichtahtletik bei Olympia. Man muss sich nicht kleiner machen als man ist.
“Anything we can actually do we can afford” Keynes