20.11.2014, 09:21
(20.11.2014, 08:24)Gertrud schrieb: Glauben Sie mir, auch Kinder haben ein Qualitätsempfinden!
Gertrud
Ihre Wahrnehmung ist auf der einen Seite richtig, was "Halloo" anspricht, ist jedoch nicht zu verachten. Unsere Tochter hat seit nunmehr 6 Jahren mindestens zweimal pro Woche reines Einzeltraining. Das geht über ein, zwei Jahre durchaus gut, der soziale Aspekt ist jedoch enorm wichtig und wird irgendwann als Frage aufkommen. Deshalb haben wir explizit darauf bestanden, dass mindestens eine Trainingseinheit pro Woche in einer Gruppe ist. Chiara möchte dieses Training in keinem Fall missen. Da wird dann auch mal gescherzt oder sich "gegen den Trainer verbündet". Wichtig um Grenzen kennenzulernen und emotionale Intelligenz zu entwickeln. Wir haben Fälle gehört wo die Athleten diese Möglichkeiten nicht hatten und dann später vollkommen auf Rebellion umgeschaltet haben.
Ja, Kinder haben Qualitätsempfinden und genießen die alleinige Aufmerksamkeit. Das erleben wir auch bei unserem Zughundesport-Angebot, wo unsere Zehnjährigen schon alleine aufgrund der Komplexität anfänglich alleine betreut werden müssen. Wir können eben nicht drei bis vier Jugendliche gleichzeitig mit Husky-Power durchs Gelände schicken. Die Fixierung auf die Sache geht lange gut, ab und zu muss man jedoch in einer Gruppe sich sozial austauschen können. Kinder und Jugendliche stellen im Laufe ihrer Entwicklung immer wieder Sachen in Frage - der soziale Kontakt innerhalb Gleichaltriger wirkt hierbei katalysierend.
Ich selbst habe früher Einzeltraining gehabt im Ballett. Auch das war eine tolle Sache und auch bei mir ging das ein bis zwei Jahre gut. Aber irgendwie fehlt dann doch der Austausch gleichaltriger "Leidensgenossen" oder "Kampfgefährten"

Ich halte es auch für wichtig, dass jüngere Trainer im Training eingebunden sind. Ich selbst gehe jetzt auf die 50 zu, meine Kinder werden flüge. Ich merke, dass mir oft ein wenig das Verständnis für die 10 bis 13 jährigen Athleten im Zughundesport fehlt, was jüngere Trainer gut kompensieren. Die Kinder orientieren sich dann oft an meiner Tochter. Die älteren Trainer und ihr Wissen sind von enormer Bedeutung, auch bei uns im Verein. Auf Dauer konzentrieren sich die Jüngsten aber nur ungern immer nur an ältere Trainer. Immer nur auf Fachebene zu sprechen ist für Kinder eben auf Dauer auch anstrengend.

