(16.11.2014, 22:25)MZPTLK schrieb: Aber Gertrud, es nimmt schon Wunder, dass Du - was Athleten auf Kaderniveau angeht - schon viele Jahre mehr oder weniger 'auf dem Trockenen' dümpelst.
Dabei wohnen im ÖPNV-Umkreis von Marl über 5 Mio Einwohner.
Gute oder herausragende TrainerInnen haben eine Sogwirkung.
Wo hakt's?
Das kann ich gut erklären. Ich bin damals in Wattenscheid regelrecht durch eine Person in beabsichtigter Weise platt gemacht worden. Dieses Mobbing bezüglich meiner Person ging quer durch Deutschland. Man hat ganze Arbeit geleistet. Ich habe auf einer Fortbildung einen Trainer aus Mecklenburg-Vorpommern getroffen, der mir berichtete, was ich laut Aussagen dieser Person alles in Wattenscheid angestellt haben sollte – unglaublich! Er hat sich gewundert, als ich das zurecht gerückt habe. Können Sie sich erinnern, wie ein älterer Trainer aus Hessen im alten Forum gegen mich gewütet hat, wie man in Wattenscheid angeblich über mich spricht, mit dem ich noch nie eine Diskussion geführt habe? Es ging bis in den DLV hinein. Ein Spanier, der wollte, dass ich seine angehende Stieftochter trainieren sollte (16 Jahre, Kubanerin, 100m Hürden um die 13,05), hat in Wattenscheid vorgesprochen, dass ich dieses Mädchen trainieren sollte. Ich wusste von seiner Aktion gar nichts. Der Leiter in Wattenscheid, mit dem ich nie einen Disput hatte, hat gesagt: „Die wollen wir nicht einmal auf dem Platz sehen!“ Wenn man eine Person so bis in die kleinsten Einheiten diskreditiert, dann hat das Sogwirkung. Ziel war insgesamt, dass ich keinen Athleten mehr aus dieser Region bekommen sollte, was ihnen auch geglückt ist. Wenn in Wattenscheid heute am Tag die Sponsoren ausblieben, dann wären einige Trainer sicherlich ohne Athleten, und das gesamte Konstrukt würde bis auf eine abgespeckte Form wie ein Kartenhaus zuammenfallen. Sie erinnern sich an das öffentliche Weinen, als die Stadtwerke erheblich reduzieren wollten. In Köln krempelt ein Prof. Dr. Walter Bungard die Ärmel hoch und besorgt neue Sponsoren, weil er einfach die Fähigkeiten dazu hat und aus dem Metier kommt und über mehr als Basiswissen verfügt. Ein Mann, der mit Firmen wie SAP, Deere, ABB oder Adidas verhandelt hat, kennt das Gebiet wie seine Westentasche.
Vielfach verdeckt bei Athleten das $-Zeichen im Auge die genaue Recherche nach gravierender Verletzungsstatistik in vielen Großvereinen. Ich kann mich auch gut an zwei Sprinter erinnern, die ihre Leistungen aus ihren Heimatvereinen nicht mehr toppen konnten. Es war sogar ein Rückschritt. Mein Vorteil war, dass ich schulisch fest im Sattel saß und meine gemeinsame Arbeit mit Kollegen unseres Gymnasiums ein tolles LA-Gelände, einen Umbau der Hallen auch mit Einbindung meiner Vorstellungen und jetzt auch die Weiterführung eines Kraftraumes verdanken, so dass guter Unterricht möglich ist. Ich arbeite noch heute besonders mit zwei Kollegen an einem Strang für die Optimierung vor allem der LA-Bedingungen des Gymnasiums - so viel zum Thema vernünftige Teamarbeit mit vernünftigen Leuten, wogegen ich mich nie gesträubt habe!!!
Wenn das Schema eine Zeit lang gefruchtet hat, hat man keine Chance mehr, Athleten für das gehobene Segment zu bekommen. Wenn man sich das Procedere im DLV ansieht, dann werden viele Athleten ab einer gewissen Leistung zu Trainern kanalisiert, die schon Athleten herausgebracht haben. In seltenen Fällen geht´s sogar ohne dieses Verfahren.
Mit der Zeit verblasst natürlich die geleistete Arbeit, obwohl z. B. die Punktzahl von Sabine und die körperliche Verfassung noch heute zur absoluten Spitze reichen würden. Ich bin heute im Wissen und in der Anwendung wesentlich besser als vor 15-20 Jahren. Das ist noch einmal ein Quantensprung. Ich könnte allerdings heute noch sofort bei zwei Großvereinen, die leider zu weit von Marl entfernt sind, als Trainerin einsteigen. Da kennt man meinen realen Wert als Trainerin.
Ich selbst bin aber nicht so verblendet, dass ich z. B. bei Mittel- und Langstrecklern unseres Gymnasiums den Weg nach Wattenscheid unterbinden würde. Tono Kirschbaum und Markus Kubillus leisten dort gute Arbeit. Ich selbst habe auch die Zusammenarbeit mit Herrn Steilmann sehr geschätzt. Ich hätte eigentlich alle kostenintensiven Zwischenstationen nicht gebraucht.
Wenn Trainer, die selbst nie eine/n Topsportler/in herausgebracht haben, meine Art und Weise der Trainingsvorstellungen nicht teilen, kann ich sehr gut damit leben.
Gertrud

