Aber Kandie war doch ein AIU-Verfahren, und die suspendieren nach strengeren Kriterien ("Zero Tolerance"). Die nationalen Verfahren müssen stärker das jeweilige öffentliche und zivile Recht berücksichtigen (Grundrecht auf Berufsausübung nach Art. 12 GG mit evtl. Schadensersatzansprüchen etc.). Das wird nämlich nicht einfach dadurch außer Kraft gesetzt, dass man sagt: Wir haben hier Sportrecht und kehren die Beweislast um.
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Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah
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21.08.2026, 13:15
Ich bin gespannt, wie die regulär abgegebenen Dopingproben in Monaco und am folgenden Montag (NADA!) gewertet werden.
Werden die Gesamtumstände betrachtet, darf man das nicht außer Acht lassen. Und warum wird am Montag getestet, wenn ein Test in Monaco durchgeführt wurde? Sprechen WADA und NADA nicht miteinander? Generell verstehe ich diesen "Null Toleranz"-Ansatz. Andererseits sind die Athletinnen und Athleten immer noch Menschen und sollten auch so behandelt werden. Und das sehe ich nicht durch die deutsche Brille. Ich frage mich bei Meldungen ausländischer Athletinnen und Athleten wegen einem missed test auch immer, was dazu geführt haben könnte. Doper werden immer einen Weg finden, leider. Aber jedem sonst so Sorgsamen gleich das Maximum zu unterstellen, ist schwierig.
21.08.2026, 15:12
(21.08.2026, 13:15)Rostocker schrieb: Werden die Gesamtumstände betrachtet, darf man das nicht außer Acht lassen. Und warum wird am Montag getestet, wenn ein Test in Monaco durchgeführt wurde? Sprechen WADA und NADA nicht miteinander? Das ist ganz normal. Vor allem bei Athleten von Owens Leistungsklasse. Ich hatte auch einmal Mittwoch Abend und Freitag Morgens eine Kontrolle. Beide bei mir zu Hause, beide vom selben Kontrolleur aber eine im Auftrag der Nada und eine im Auftrag der Wada. Umso erfolgreicher der Athlet umso öfter kommt sowas vor. Es kommt auch immer auf die Umstände der Kontrolle an. Manche sind zeittechnisch sehr flexibel und der Kontrolleur kann sich in einem größeren Zeitraum aussuchen wann er die Kontrolle durchführt. Andere sind sehr zeitgenau getaktet. Gerade wenn Blut auch kontrolliert wird, sind die meistens auf einen engeren Zeitraum ausgelegt.
21.08.2026, 15:58
Tatsächlich finde ich fast noch bemerkenswerter, dass die Diamond League Owen Ansah einlädt. Die Veranstalter hätten ja sicherlich genug andere Optionen gehabt. Wäre es jetzt nicht Owen so muss ich zugeben würde mich das massiv stören, weil ich finde dass bei Einladungstunieren wirklich Null-Tolleranz gelten sollte und man auch Leute nach Sperren am besten nicht mehr einlädt.
Ich weiß gar nicht wie die Verträge sind, ob man als Athlet im Fall einer Sperre dann die Preisgelder wieder zurückzahlen muss. Jedenfalls gehen sie jemand anderem durch die Lappen. Am Ende bleibt: Dieser Status zwischen den Stühlen aktuell ist für niemanden befriedigend. Ceterum censeo limites numeri certantium in certaminibus Germaniae esse delendos.
21.08.2026, 16:34
Wenn ich es richtig verstanden habe, hat die NADA bislang keine vorläufige Suspendierung ausgesprochen. Dafür hat sie sicher auch ihre Gründe. Hat der DLV dann überhaupt gemäß DLO eine Handhabe, den Sportler zu suspendieren bzw. ihm den Start in Birmingham zu verwehren? Ich habe auf die Schnelle nichts dergleichen gefunden und bin da bei Atanvarno, dass es womöglich eine erfolgreiche Klage/EV Ansahs dagegen gegeben hätte. Wer hat denn bei Benfares damals die Suspendierung ausgesprochen? Ich meine es war die NADA.
Sicher jedoch kann man über die Kommunikation von Seiten DLV (z.B. Interview Dr. Bügner) geteilter Meinung sein, und auch ob das nun schon ein Zeichen gegen aktiven und ehrlichen Anti-Doping-Kampf darstellt. Ich persönlich halte das praktisierte Vorgehen aber unter Berücksichtung aller Umstände für angemessen. Den Staffelstart hat man konsequenterweise im Sinne einer Interessenabwägung zugunsten der mitbeteiligten Staffelläufer mit Hinblick auf ein mögliches Disqualifikationsrisiko unterbunden. Das ist so vermutlich auch rechtswirksam. (21.08.2026, 13:15)Rostocker schrieb: Ich bin gespannt, wie die regulär abgegebenen Dopingproben in Monaco und am folgenden Montag (NADA!) gewertet werden. Ganz im Gegenteil dürfen die keine Rolle spielen. Die Zeit vom verweigerten bis zum erfolgten Test war mehr als ausreichend eine Mikrodosis T oder HGH abzubauen. Sollte er tatsächlich etwas genommen haben, muss man ja auch davon ausgehen, dass nach dem verweigerten Test noch mit entsprechenden Maskierungsmitteln (und seien es nur ein paar Flaschen Wasser, die man am Flughafen kaufen kann) nachgeholfen wurde, um beim nächsten Test garantiert sauber zu sein. There is all the difference in the world between treating people equally and attempting to make them equal (Friedrich August von Hayek)
22.08.2026, 10:25
(21.08.2026, 15:58)Reichtathletik schrieb: Ich weiß gar nicht wie die Verträge sind, ob man als Athlet im Fall einer Sperre dann die Preisgelder wieder zurückzahlen muss. Jedenfalls gehen sie jemand anderem durch die Lappen. Finde ich eine interessante Frage. Wenn ein Athlet positiv getestet wird und dann gesperrt wird muss er doch normalerweise die Preisgelder von den Wettkämpfen, wo die Ergebnisse annulliert werden, zurückbezahlen, oder? Aber wie ist das hier in dem Fall? Die Chance, dass Ansah gesperrt wird ist sehr hoch, in dem Fall werden dann die Ergebnisse annulliert, dem Veranstalter ist das bekannt aber er lädt ihn dennoch ein. Müsste Ansah dann z.B. ein Preisgeld, das er morgen bei der DL gewinnt dennoch zurück bezahlen oder fällt das dann unter die Kategorie "Pech für den Veranstalter, er wusste ja, auf was er sich einlässt"?
22.08.2026, 10:48
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.08.2026, 10:49 von TranceNation 2k14.)
(21.08.2026, 17:41)Atanvarno schrieb: Ganz im Gegenteil dürfen die keine Rolle spielen. Die Zeit vom verweigerten bis zum erfolgten Test war mehr als ausreichend eine Mikrodosis T oder HGH abzubauen. Sollte er tatsächlich etwas genommen haben, muss man ja auch davon ausgehen, dass nach dem verweigerten Test noch mit entsprechenden Maskierungsmitteln (und seien es nur ein paar Flaschen Wasser, die man am Flughafen kaufen kann) nachgeholfen wurde, um beim nächsten Test garantiert sauber zu sein. Naja, an der Geschichte ist aber zu bedenken, dass danach kein 16-, sondern allenfalls 2-Stundenflug erfolgt ist. Das heißt, es kann jetzt nicht unbedingt von einem bewussten schwarzen Kontrollloch ausgegangen werden. Interessant wäre da sicherlich, was an dem Tag als Fenster angegeben worden war. Wenn das kurz vorher oder nachher war, ist eine Verschleierung (auch wenn es darum nicht geht) praktisch vom Tisch.
22.08.2026, 14:23
Weil es grade reinpasst, um die Relation von Sanktionen zu bewerten:
Track & Field Athlete Aleia Hobbs Accepts Sanction for Anti-Doping Rule Violation https://www.usada.org/sanction/aleia-hob...-sanction/ |
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