Entscheidend für mich im Fall Ben Johnson war, dass erst die positive Probe die Untersuchungen gegen ihn so richtig ins Rollen gebracht haben und es gibt von ihm die protokollierte Aussage, dass er die Pillen die sein Trainer ihm gab immer brav eingeworfen hatte und diese ihn so stark gemacht hätten (Ben Johnson ist, wie man in verschiedensten Interviews hören konnte, wirklich nicht die hellste Leuchte…).
Das Sabotieren von Gegnern gibt es sicherlich auch, aber wenn man z.B. aus der extrem ausführlichen Beichte von Dwain Chambers zum Doping, inkl. der präzisen Praktiken des Verschleierns nicht gelernt zu hinterfragen, dann hat man in dem "Job" nichts zu suchen. Doping ist kriminell und wer die Leistungsfähigkeit krimineller Machenschaften nicht erkennt ist naiv oder will es sein.
Seppelt ist ein anderes Thema, seine journalistische Karriere war eher auf dem absteigenden Ast bis er sich an das Thema Doping heranmachte > nun muss die Suppe am köcheln gehalten werden… Natürlich hat er einige Aufklärungsarbeit geleistet - ist diesbezüglich nicht sooo schwer - mir behagt die Art seiner Präsentation nicht, ich ziehe die sachlich-wiissenschaftlich oder dokumentarische Art vor, seine Berichte rutschen mir zu oft in den "Sensationsjournalismus" ab, ohne jetzt die Sachverhalte als solche in Frage zu stellen.
(18.07.2021, 05:32)lor-olli schrieb: Seppelt ist ein anderes Thema, seine journalistische Karriere war eher auf dem absteigenden Ast bis er sich an das Thema Doping heranmachte > nun muss die Suppe am köcheln gehalten werden… Natürlich hat er einige Aufklärungsarbeit geleistet - ist diesbezüglich nicht sooo schwer - mir behagt die Art seiner Präsentation nicht, ich ziehe die sachlich-wiissenschaftlich oder dokumentarische Art vor, seine Berichte rutschen mir zu oft in den "Sensationsjournalismus" ab, ohne jetzt die Sachverhalte als solche in Frage zu stellen.
Die Aufmachung ist sicher Geschmackssache. Für seinen Auftraggeber ist das vermutlich eine sehr gut geeignete Form.
Dass das nicht sooo schwer ist, sagt sich leicht. Hätten ja Dutzende vor ihm machen können, die auch gerne Erfolg hätten. Hat aber keiner.
ich gehe mal davon aus, das die von Seppelt genannten Dinge so wirklich stimmen.
Er hat damit eine Lücke im Dopingkotrollsystem aufgedeckt und dafür sollte man ihm dankbar sein.
Ob mir die Art seiner Veröffentlichung gefällt, ist dabei zweitrangig.
Jeder der dopt kann sich nun noch besser rausreden.
Die Beweisumkehrplicht im Dopingstrafrecht lässt sich m.E. damit nicht mehr aufrecht halten.
Ob solche Fälle in Praxis häufig oder selten auftreten, ist für mich dabei egal.
Ich finde es traurig, das erst Außenstehende diese Möglichkeit der kriminellen Dopingweitergabe aufdecken müssen und dies nicht schon lange von den vielen Kontrolllaboren publil gemacht wurde.