24.09.2019, 14:24
Zitat:Die 70 Stunden meinte ich mir antun zu wollen, weilZwischen schwarz und weiß gibt es auch noch grau. Ich habe neben dem Studium 2 Sportarten betrieben, daneben war ich auch noch Vereinssportwart und Trainer zweier Trainingsgruppen. Mir war die berufliche Karriere nicht alles, trotzdem hat es inzw. zu den Top-10% der Besserverdienenden gereicht.
- ich echtes, intrinsisches Interesse am Studium hatte
- ich 3 volle Fächer in Angriff nahm(Ausnahme, 98 % absolvierten nur 2 oder fluktuierten vorher)
- ich bestmöglich bestehen wollte
- nicht jeder so ein Genie sein kann wie du
Zurück zum Thema:
Damit der Abwärtstrend aufgehalten werden kann sind sowohl Top-Down als auch Bottom-up Maßnahmen wichtig. Bereits bei der U12 fangen die Teilnehmerfelder an einzubrechen, spätestens bei der U14 sieht es ganz dünn aus. Auf den Sportfesen werden von den Schülern bis zu den Senioren die Läufe / Disziiplinen zusammengelegt. Dann tritt ein Tobias Dahm im Kugelstoßen gegen einen Franzosen an, der in seinen ersten 3 Versuchen zusammengerechnet gerade mal so weit kommt wie Tobias in einem.
Aus den dünnen TN-Feldern kommen natürlich auch keine neuen Trainer nach. Wenn dann 70-jährige Trainer einen einsamen U14-Athleten betreuen und während des Wettkampfes permanent ihren 50-jährigen Erfahrungsschaft zum besten geben (die Schulter beim Ballweitwurf hat mir schon vom Zusehen weh getan), ist das auch kein Zukunftsmodell.
Ohne eine Vielzahl an Trainern gibt es keine gut betreuten Trainingsgruppen, weniger Talente werden gesichtet und gleichzeitig weniger Top-Trainer. Kommt dann mal einer durch (egal ob Athlet oder Trainer), hat aber nicht die intrinsische Motivation Sport und Beruf möglichst optimal zu verbinden, dann verglüht das Sternchen schneller als es gekommen ist.
Mit entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen, Unterstützungsleitungen Sport und Karriere zu vereinen etc., würden sicherlich mehr bei der Stange bleiben. Jana Sussmann ist ein gutes Beispiel dafür, dass sie ziemlich auf sich alleine gestellt war und mit etwas mehr Unterstützung wären wahrscheinlich auch internationale Finals möglich gewesen. Die Probleme von Timo Benitz dieses Jahr führt er auf zu viel Sitzen wg. des Studiums zurück. Usw...

