22.09.2019, 17:04
(22.09.2019, 08:34)Gertrud schrieb: Meine Mutter hat für mich gearbeitet. Sie hat mir als Witwe mit einem Textilgewerbe das Studium und den Sport weitgehend ermöglicht und mir dann einen nagelneuen VW für fast 6000DM gekauft.Auch wenn Du viel selbst eingebracht hast, sind das trotzdem nicht unwesentliche Unterstützungen. Als Trainerin hattest Du zudem den Beamtenstatus und jahrelang wurde dir die Wäsche gemacht. Ich will Deine Leistungen nicht kleinreden, Du hattest aber auch das Umfeld um Dich entsprechend entfalten zu können.
Also, deshalb lehrt die AuA mal ruhig einen harten Weg und kein Leben auf dem Tablett!!! D
Gertrud
Wo ich Dir Recht gebe ist, dass es sich viele heute zu bequem machen. Das ist heute eine ganz andere Generation. Das sehe ich im Beruflichen, aber auch bei meinen Kindern. Es ist unheimlich schwierig zu vermitteln, dass das Geld nicht von der Personalabteilung, sondern von meinen Kunden kommt.
Wenn den Athleten mehr Vereinbarkeit von Ausbildung, Beruf und Studium ermöglicht werden würde, würden sicherlich mehr bei der Stange bleiben. Mit entsprechenden Kontakten in die Wirtschaft etc. könnte der DLV dazu maßgeblich beitragen.
Nils Schumann hat damals seine Banklehre abgebrochen, weil der merkte, Leistungssport und Beruf lassen sich nicht vereinbaren. Wenn Du morgens um 6 Uhr zur Ausbildung fahren musst, wirst Du nicht Olympiasieger. Später Millionär und Privatinsolvenz. Frank Busemann machte zwar die Lehre zu Ende, danach war er aber auch Profi.
Nico Motchebon versuchte am Ende seiner Karriere neben einem 8-h-Job noch zu Olympia zu kommen. Er hat sein ganzes Leben danach ausgerichtet. Im Winter morgens um 7 Uhr den DL bei Nacht und teilweise Eis und Schnee. Nach der Arbeit abends um 18 Uhr ging es dann zur Haupt-Trainingseinheit. Das Ende ist bekannt: 1/10 fehlte zur Norm.

