(16.11.2018, 18:14)Javeling schrieb: Frage : 'Was kann man aus dem Leben von Christian Schenk lernen?'
Antwort : 'Nichts !'
Ich lehne nicht so kategorisch ab, sondern versuche, in jeder Form zu optimieren. Warum ist er so stark in diese bipolare Störungssituation gerutscht? Ich sehe diese überdimensionale Verliebtheit in die sportlichen Erfolge, das temporäre im Mittelpunkt Stehen und die damit verbundene überdimensionale Vernachlässigung anderer Lebensbereiche als einen sehr großen Fehler an. Davon können junge AuA schon lernen.
Ich nehme mich mal in meinen unterschiedlichen Lebensphasen. Auch ich habe den Fehler als Trainerin für mich selbst gemacht, zeitweise nur noch den Sport zu sehen und alle anderen Bereiche, u.a. auch meine gesundheitlichen Bedürfnisse, vollständig zu vernachlässigen. Irgendwann kommt es dann ganz dick! Man ist in einem Tunnel, der einem irgendwann körperlich und emotional nicht mehr guttut. Es ist allerdings so, dass auch gutgemeinte Hinweise von Freunden nicht immer an die Wurzel der Empfindungen vordringen. Auch ich war in hohem Maße beratungsresistent. Heute habe ich außer meiner sportlichen Leidenschaft auch sehr viel Spaß an wirklich guten Zusammenkünften mit Freundinnen und Freunden. Das war für mich damals nur Zeitverschwendung. Es ist seltsam, das zu formulieren; aber damals haben die Trennung von Sabine und ein völlig neues Umfeld meine heilsame Wandlung eingeleitet. Ein Spitzenmann in einem bestimmten Bereich hat in einer einzigen Zusammenkunft einen völlig neuen Lebensabschnitt bei mir eingeleitet - und das war sehr heilsam!!!
Ich sehe heute AuA oft in der Zwickmühle der Erfolgssucht, die alles andere überdeckt und viele Bereiche vernachlässigt. Es ist wahnsinnig wichtig, diese Balance zu finden. Daran können hauptberufliche Trainer/innen oft aus Abhängigkeit und Erfolgsdruck nicht vernünftig "schrauben". In der Hinsicht können AuA und Trainer/innen oft nur durch Schockerlebnisse "geheilt" werden.
Gertrud

