Als Tim aus seinem sportlichen Leben erzählte und sein Workaholic-Verhalten schilderte, passierte vor meinen Augen mein eigenes Leben und was ich auch einfach falsch gemacht habe. Ich bin wie Tim damals in den Strudel geraten, nur noch Vollgas zu geben. Das hält aus meiner heutigen Sicht kein Mensch auf Dauer aus. Der Körper streikt irgendwie und irgendwo. Es führt an diesem Procedere kein Weg vorbei. Auch Tim hat sich wohl keine Auszeiten gegönnt. Wir waren auf eine Art einfach süchtig. Es ist seltsam, dass man die Notwendigkeit von "Oasen" in der Suchtzeit nicht einsieht. Es ist nicht so, dass das Umfeld nicht darauf aufmerksam macht. Man überhört die gut gemeinten Ratschläge einfach immer wieder. Und das macht manchmal sofort oder erst viel später krank.
In solchen Phasen geht einem alles einfach nicht schnell genug. Man ist überdimensional belastbar und sieht im wahrsten Sinne des Wortes den "Wald vor lauter Bäumen" nicht mehr. Ich nehme mir z.B. heute meine Auszeiten und setze ich mich einfach auf ein Stühlchen in einen nahegelegenen Wald und atme tief ein und lasse die Seele für eine Zeit baumeln. Buntspecht, Meisen, Rotkehlchen bewusst zu sehen und zu hören und mich daran zu erfreuen, wäre früher undenkbar gewesen. Ich hätte das als Zeitverschwendung angesehen.
Der eine Mensch reagiert auf solche harten Belastungszeiten mit Alkohol, der andere mit Gewichtszunahme oder Aggressivität. Man braucht einfach kompensatorische, richtige Verhaltensmuster. Der Stress frisst sonst die Seele auf. Wenn ich manchmal zurückblicke, welches Pensum ich tagtäglich geschafft habe, empfinde ich das als unmenschlich. Ich war zum damaligen Zeitpunkt nicht in der Lage, diese Mechanismen zu ändern. Mich hat ein Gespräch mit einem versierten Fachmann eine absolute Kehrtwende machen lassen. Ich bin heute in der Lage, meinem Leben eine gesunde Richtung zu geben. Allerdings sind noch Altlasten zu bekämpfen, wobei ich heute aber in der Lage bin, meinem Körper strategisch Gutes zu tun. Mich kann heute auch keiner mehr über Gebühr vereinnahmen. Die Grenzen bestimme allein ich. Es ist manchmal ein langer Weg, solche Auswege zu sehen.
Natürlich gerät man in solche Situationen nicht nur durch fehlgeleitetes Verhalten, sondern auch durch multiple andere Einflüsse. Es ist aber ein "Rädchen im Getriebe der Gesundheit", auf sich sehr präzise zu achten. Auch eine neue Sicht des Lebens mit ganz anderen Inhalten kann auf einmal Spaß machen. Man ist dann durch Verhaltensänderung in der Lage, diese unheimlich große und belastende "Leistungssportglocke" abzustülpen.
Ich hoffe inständig für Tim, dass er den Kampf gewinnt. Er hat dann sicherlich eine andere Sicht auf das Leben als vorher.
Gertrud
In solchen Phasen geht einem alles einfach nicht schnell genug. Man ist überdimensional belastbar und sieht im wahrsten Sinne des Wortes den "Wald vor lauter Bäumen" nicht mehr. Ich nehme mir z.B. heute meine Auszeiten und setze ich mich einfach auf ein Stühlchen in einen nahegelegenen Wald und atme tief ein und lasse die Seele für eine Zeit baumeln. Buntspecht, Meisen, Rotkehlchen bewusst zu sehen und zu hören und mich daran zu erfreuen, wäre früher undenkbar gewesen. Ich hätte das als Zeitverschwendung angesehen.
Der eine Mensch reagiert auf solche harten Belastungszeiten mit Alkohol, der andere mit Gewichtszunahme oder Aggressivität. Man braucht einfach kompensatorische, richtige Verhaltensmuster. Der Stress frisst sonst die Seele auf. Wenn ich manchmal zurückblicke, welches Pensum ich tagtäglich geschafft habe, empfinde ich das als unmenschlich. Ich war zum damaligen Zeitpunkt nicht in der Lage, diese Mechanismen zu ändern. Mich hat ein Gespräch mit einem versierten Fachmann eine absolute Kehrtwende machen lassen. Ich bin heute in der Lage, meinem Leben eine gesunde Richtung zu geben. Allerdings sind noch Altlasten zu bekämpfen, wobei ich heute aber in der Lage bin, meinem Körper strategisch Gutes zu tun. Mich kann heute auch keiner mehr über Gebühr vereinnahmen. Die Grenzen bestimme allein ich. Es ist manchmal ein langer Weg, solche Auswege zu sehen.
Natürlich gerät man in solche Situationen nicht nur durch fehlgeleitetes Verhalten, sondern auch durch multiple andere Einflüsse. Es ist aber ein "Rädchen im Getriebe der Gesundheit", auf sich sehr präzise zu achten. Auch eine neue Sicht des Lebens mit ganz anderen Inhalten kann auf einmal Spaß machen. Man ist dann durch Verhaltensänderung in der Lage, diese unheimlich große und belastende "Leistungssportglocke" abzustülpen.
Ich hoffe inständig für Tim, dass er den Kampf gewinnt. Er hat dann sicherlich eine andere Sicht auf das Leben als vorher.
Gertrud

