17.06.2017, 21:18
(16.06.2017, 13:09)Franz.B. schrieb: Außerdem: Es entsteht manchmal der Eindruck, Frank Busemann sei von erfolgsgeilen egoistischen Idioten und Idiotinnen umgeben gewesen, die ohne Rücksicht auf Verluste draufgehauen hätten. Für alle beteiligten Trainer, Ärzte und Physios kann ich sagen: Das stimmt nicht! Ob ich so einer war, müssen andere beurteilen.Lieber Franz B.,
Von den im Forum aufgeführten Fakten sind die meisten richtig. Die daraus resultierenden Interpretationen und Ableitungen leider zu 97,5 % mehr oder weniger, meistens jedoch total unzutreffend. Es würde das Forum sprengen, hier für Aufklärung zu sorgen. Außerdem bin ich der Meinung, mich für jahrelange gewissenhafte Trainerarbeit nicht rechtfertigen oder entschuldigen zu müssen.
Ihre Ausführungen ließen mir keine Ruhe und so habe ich nochmals in „Aufgeben gilt nicht“ – Frank Busemann, 2003 nachgelesen.
Grund: Ich hatte geschrieben, dass Frank Busemann das größte Selbstzerstörungspotenzial zugeteilt werden könne. U.a. Eierluke stellte dann die Frage, ob er „zu weich für die eigenen ehrgeizigen Ziele oder einfach falsch aufgebaut/ belastet“ wurde?
Nach einer Viertelstunde konnte ich folgende Sätze zusammentragen:
> S 64 (im Rahmen des Wechsels von den Hürden zum 10-Kampf; März 1996): Ich hatte vor kurzem in meinem Trainingstagebuch eine Skala eingeführt: …für Beschwerdefreiheit eine Null und für Abbruch auf Grund von zu großen Schmerzen eine Zehn. … Dazu notierte ich immer, wie viele Schmerztabletten ich genommen hatte.
> S 221 (2002 oder 2003 bei einem Vortrag sagte der DLV-Präsident bei der Vorstellung von FB): „… daneben sitzt Frank Busemann, unser Weltmeister im Verletztsein“.
> S. 240: „Mein Vater … besuchte zur Abwechslung wieder eine Trainierfortbildung. … Der Referent philosophierte über Krafttraining und hatte auch das Paradebeispiel eines schlecht trainierten Athleten parat – Frank Busemann.“ (Sein Vater wollte FB anschließend überreden, es mit dem Referenten zu probieren, was FB aber ablehnte)
> S 264: „Viele Ärzte und dieser Busemann vertrugen sich nicht. Vielleicht war es aber auch die Disbalance der Schulmedizin zu unerklärlichen Körperphänomenen eines Athleten. Zwei Spritzen, ein paar Tabletten, Salbe und Massage – alles paletti.
> S. 265/266: „Ich hatte dort schon (die Röhre) bestimmt schon Tage lang drin gelegen. Mit den Füßen, mit den Knien, mit der Hüfte, mit der Wirbelsäule, mit dem Ellenbogen, mit dem Kopf, mit der Hand, mit der Leiste. … Ich hatte in fünf Jahren bei der DKV über 50.000 Euro Kosten verursacht.“ (davon ca. 2.000 Euro, die nichts mit dem Sport zu tun hatten).
Ja, wir werten und wir bilden uns Urteile. Manchmal ist die Faktenlage sehr dünn, das sind zumindest die autorisierten Zeilen von FB. Das ganze Buch wimmelt nur so von diesen Ausführungen. Als ich vor über 10 Jahren das Buch gelesen habe, war ich mit FB einer Meinung, dass er zu den 0,3 Prozent Menschen gehört, die alles Pech der Welt auf sich vereinen. Durch die Diskussionen hier im Forum und auch durch eigene Erfahrungen sehe ich das heute inzwischen anders. Und dann stellt sich auch die Frage nach der Verantwortung.
Es wäre schön, wenn Sie wenigsten an ein oder zwei Beispielen ausführen würden, wo wir falsche Rückschlüsse ziehen.

