(17.02.2016, 08:27)Hinkebein schrieb: Ich habe allerdings schon Videos gesehen, wo sie Kniebeugen in vielen Varianten durchführt (u.a. Überkopfkniebeugen). Ist anscheinend trotzdem gutgegangen..
Sie führt sie jetzt aber nicht mehr durch. Sie hat sich einiger meiner Gegenpunkte ganz genau angesehen und gesagt, dass sie sie auch nicht als Zubringer sieht. Auch ich habe Kniebeugen bis zum Abwinken gemacht und hatte damals keine Probleme. Es kommt sicherlich auch auf das genetische Potential an und auch auf die Anzahl dieses Trainings. Bei der Überkopfkniebeuge (und Reißen: siehe Ariane Friedrich) sind Athleten mit veranlagter Schulter und schlechter Technik sehr gefährdet. Da anatomische Details der Athleten bei Trainern oft nicht bekannt sind oder bei leichten Problemen auch nicht dingfest aufgrund von Wissenslücken gemacht werden können, kommt es zu Gefährdungen. Ich habe z. B. einen Schüler in meiner LA-AG, der absolut Probleme bei bestimmten Übungen in der Schulter hat, wo ich kein Röntgenbild brauche, um den Tatbestand zu orten. Man muss diese Dinge aber wissen.
Ich habe an die 30 Punkte zusammengetragen, die die TKB nicht als Mittel der ersten Wahl erscheinen lassen. Es geht um die Verletzungsträchtigkeit, aber eben auch um die mangelnde Zielgenauigkeit. Es gibt eben wesentlich bessere Zubringer. Viele führen die TKB durch, weil sie über keine besseren Alternativen verfügen!!!
Im Endeffekt ist das sehr gezielte Arbeit, die ein enormes Hintergrundwissen erfordert.Es gibt in anderen Bereichen sehr viele Athleten auch in der Weltklasse, die ich schon die TKB durchführen sah - z. B. Storl und Harting, die sehr erfolgreich waren und sind, aber eben auch kniegeschädigt. Wo die Ursachen liegen, möchte ich hier nicht kommentieren. In der Hinsicht habe ich auch eine Datei über viele Weltklasseathleten mit schlechten Übungen und Übungsausführungen angelegt, die sehr interessant ist und Aufschlüsse auch über Trainerqualität in unterschiedlichen Bereichen gibt. Der Trainer, der über ein sehr gutes technisches Auge verfügt, muss nicht unbedingt sehr gut in seinem Wissen über den Kraftbereich sein.
Alexandra tut gut daran, nach ihrem Knietotalschaden auf diese Übung zu verzichten!!!
Wie Sie jetzt reagieren, gibt es viele Trainer und Athleten, die sich so verhalten. Wenn der Spitzenmann, die Spitzenfrau die TKB durchführen, muss sie doch gut sein. So wird diese Übung, ohne groß zu reflektieren und zu hinterfragen, einfach seit Jahren übernommen.
Gertrud

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