07.09.2015, 14:52
Eine Grundüberlegung die ich mir bei solchen Fragen stelle: Wieso erscheint es so natürlich einen Weltrekord innerhalb einer gewissen Zeitspanne zu brechen? Haben wir ob des Hype der "paced races" (Tempomacher) mit Rekordankündigungen, uns nicht selbst "ins Knie geschossen"?
Halten wir uns an Worte, dann ist ein Weltrekord eine global extrem außergewöhnliche Leistung - das sollte eigentlich implizieren, dass ein Überbieten einer solchen Leistung absolut nicht "natürlich" ist. Gehen wir davon aus, dass trainingsmethodisch vieles ausgereizt ist (sicher nicht alles), dass wir die Regelkonformität einigermaßen einhalten (überpüfte Athleten, Bahnen, Uhren, Bedingungen) und das Weltrekorde heute minutiös vorbereitet werden (nicht gerade Eatons 10Kampf WR), so sollten die Zeitspannen bis zum Überbieten eigentlich eher größer werden.
Obendrein braucht es Jahrhunderttalente und die werden zwar nicht nur einmal im Jahrhundert geboren, aber doch auch nicht in jedem Jahrgang. Große Talente erkennt man mittlerweile auch in Afrika zeitig, so dass ich denke, es wird zunehmend schwieriger.
Beim Marathon kommt aber noch eins hinzu (neben Epo), nämlich dass immer mehr schnelle Leute in den hochkarätigen Rennen antreten und Windschatten ein erheblicher Faktor beim Sparen der letzten Leistungsreserven ist. (Bei 20km/h sind das ca. 8% Energieeinsparung - bei "Null-Wind"!) Eine größere Gruppe bildet also ihren eigenen Windschutz - nicht für die Tempomacher natürlich. Da ist sicher noch Potential. Die 2:15 von Radcliffe liief sie übrigens im Windschatten eines Mannes, ohne diesen Windschatten verlor sie etwa über 2 Minuten, aber die Bedingungen an diesem Tag waren ideal und der Wind war "so freundlich" etwa bei halbzeit zu drehen, so dass sie nie gegen den Wind lief.
Ein paar weitere Aspekte bezüglich der "human factors" von P.R. gibt es hier> Paula Radcliffe WR
Das entscheidende bleiben die Athleten, nur die wenigsten sind auserkoren so etwas ungewöhnliches wie einen WR zu schaffen und im längeren Lauf ist Talent eben nur EIN Faktor - anders als z.B. im Sprint, dort richtet man "mit dem Kopf" nicht annähernd so viel aus.
Ein Langstreckler muss leiden können! Genzebe ist ein Riesentalent, aber was man errreicht wenn man leidenswilig ist, hat sie bei der WM anerkennen müsen.
Halten wir uns an Worte, dann ist ein Weltrekord eine global extrem außergewöhnliche Leistung - das sollte eigentlich implizieren, dass ein Überbieten einer solchen Leistung absolut nicht "natürlich" ist. Gehen wir davon aus, dass trainingsmethodisch vieles ausgereizt ist (sicher nicht alles), dass wir die Regelkonformität einigermaßen einhalten (überpüfte Athleten, Bahnen, Uhren, Bedingungen) und das Weltrekorde heute minutiös vorbereitet werden (nicht gerade Eatons 10Kampf WR), so sollten die Zeitspannen bis zum Überbieten eigentlich eher größer werden.
Obendrein braucht es Jahrhunderttalente und die werden zwar nicht nur einmal im Jahrhundert geboren, aber doch auch nicht in jedem Jahrgang. Große Talente erkennt man mittlerweile auch in Afrika zeitig, so dass ich denke, es wird zunehmend schwieriger.
Beim Marathon kommt aber noch eins hinzu (neben Epo), nämlich dass immer mehr schnelle Leute in den hochkarätigen Rennen antreten und Windschatten ein erheblicher Faktor beim Sparen der letzten Leistungsreserven ist. (Bei 20km/h sind das ca. 8% Energieeinsparung - bei "Null-Wind"!) Eine größere Gruppe bildet also ihren eigenen Windschutz - nicht für die Tempomacher natürlich. Da ist sicher noch Potential. Die 2:15 von Radcliffe liief sie übrigens im Windschatten eines Mannes, ohne diesen Windschatten verlor sie etwa über 2 Minuten, aber die Bedingungen an diesem Tag waren ideal und der Wind war "so freundlich" etwa bei halbzeit zu drehen, so dass sie nie gegen den Wind lief.
Ein paar weitere Aspekte bezüglich der "human factors" von P.R. gibt es hier> Paula Radcliffe WR
Das entscheidende bleiben die Athleten, nur die wenigsten sind auserkoren so etwas ungewöhnliches wie einen WR zu schaffen und im längeren Lauf ist Talent eben nur EIN Faktor - anders als z.B. im Sprint, dort richtet man "mit dem Kopf" nicht annähernd so viel aus.
Ein Langstreckler muss leiden können! Genzebe ist ein Riesentalent, aber was man errreicht wenn man leidenswilig ist, hat sie bei der WM anerkennen müsen.

