30.09.2026, 15:07
(30.09.2026, 14:58)aj_runner schrieb:Das stimmt natürlich. Klar ob sie es jetzt physisch drauf hatte, wissen wir alle nicht. Genau deshalb wäre es ja auch wichtig gewesen, eine Zeit um 2:21 hinzustellen und zu wissen, ob das Trainingssystem jetzt das Richtige war.(30.09.2026, 14:25)mariusfast schrieb:(30.09.2026, 08:34)aj_runner schrieb: Später im Podcast hat Schmidti die Frage nach den zu großen Schuhen aufgeworfen (scheint hier auch mitzulesen). Wie zu erwarten, eine sehr eloquente Antwort von Hendrik. Allerdings beantwortet er die Frage nur in Bezug auf die physische Leistungsfähigkeit. Er zieht u.a. Analogien zur Start-up-Szene der USA, wo man sich etwas traut und mutig ist und vielleicht auch mal scheitert, im Gegensatz zum Unternehmertum in Deutschland. Und es kommt auch wieder als Argument, dass Esther nur in einem begrenzten Zeitraum sich diesem Training aussetzen will und deshalb keine Zeit dafür hat, sich Schritt für Schritt zu verbessern.
Das Argument der zu großen Schuhe hatte ich eigentlich nicht in bezug auf Ihre physische Leistungsfähigkeit aufgeworfen, sondern dass Sie diese mental noch nicht füllen kann, und dieser Aspekt blieb leider unbeantwortet.
Genau dieser mentale Aspekt aufgr. einer zu hohen Zielstellung wurde ja von Esther in ihrem Podcast verneint. Siehe meinen Beitrag. Leider wurde da kein Unterschied zwischen Halbmarathon und Marathon gemacht, außer dass man beim HM mehr Alternativrennen hat. Aber ich denke ein Marathon ist ja auch so noch mal was komplett anderes. Also wenn man sich bspw. bei KM 9 so miserabel fühlt. Da sieht man auch noch mal die Stärke von Hendrik, der in Valencia schon früh Magenprobleme hatte und damals PB und Kadernorm lief.
Edit: Bei physischer Fähigkeit wurde m.E. von Hendrik aber auch die Rennhärte unterschätzt, die mit der Erfahrung kommt. Also er sagte, dass Esther ja eig schon die letzten Jahre in dem Sinne in Marathonvorbereitung war, dass sie die nötige Basis auf 10 und HM legte. Das heißt aber nicht, dass man das dann einfach umsetzen kann. Vor allem nicht mit nur einer Marathonvorbereitung. Bei Kuhlmann machte sie wenigstens schon DL2. Aber nicht ansatzweise in der nötigen Länge. Den DL2 hat man jetzt ja komplett weggelassen. Vll. war das bei Hendrik der richtige Ansatz zu polarisieren, da LT1 eh schon gut ausgebaut ist bei ihm. Bei einer unerfahrenen Esther eben genau das Falsche? Marathonspezifische Einheiten fehlten bei Kuhlmann).
Die Probleme ab Km 5 lagen sicherlich nicht an den fehlenden DL2. Den Glitzerflitzer habe ich mir nicht auch noch angetan, finde dann die Aussage aber widersprüchlich. Hendrik meinte, dass sie nur an ihrem inneren Druck gescheitert ist - das ist etwas mentales.
Er widersprach sich später dann aber selbst, als er meinte, wie positiv der Zuspruch von außen war und dass Esther jetzt gesehen hat, die Welt dreht sich doch nach einer Niederlage weiter. Wenn das einen positiven Effekt hatte, dann war der Druck aber nicht nur von innen.
Also sie sagen beide, dass es etwas Mentales war. Aber eben nicht aufgrund der hohen Zielstellung. Das sagte auch Esther explizit. Ihr Beispiel mit dem Halbmarathon hinkt aber wie gesagt. Da hatte sie zwar auch eine hohe Zielzeit (zumindest dann in Berlin), ist aber halt ein HM und kein Marathondebüt.
“Anything we can actually do we can afford” Keynes

