Vor 6 Stunden
Juristisch gesehen ist er nur angeklagt, nicht verurteilt und somit gilt weiter die Unschuldsvermutung. Selbstverständlich darf er deshalb starten. Ich glaube national gesehen hat der DLV damit auch "alles" richtig gemacht, denn die überwiegend positive Presse und Werbewirkung gab es sehr wohl – auch wenn einige immer noch mehr "Werbung" für den Sport erwarten, was ich nicht als Aufgabe der Medien sehe (mit Ausnahme dass mediale Darstellung aller olympischen Sportarten zu erwarten ist).
International ist das freilich etwas anderes. In Birminigham im Publikum hat Owen Ansah – sicher auch weil er gegen einen Briten gewann – keine Begeisterung ausgelöst. Ob andere Verbände deshalb kritischer auf den DLV schauen... Ich schätze das Image ist eher gleichbleibend mittel.
Bleibt die moralische Frage, ob man sich distanzieren sollte. Und da muss ich sagen fand ich es auch befremdlich, dass sich alle Athleten (zumindest die von denen man was gehört hat), sein Trainer und der Verband so deutlich hinter in gestellt haben. Das mag man menschlich verstehen, vielleicht ist man auch befreundet, etwas mehr professionelle Distanz wäre aber durchaus eine Erwägung. Sowas wie: Er darf starten, aber solange das Verfahren läuft, nutzt er keine DLV-Infrastruktur und Trainer. Das Problem das ich sehe ist nämlich, wo zieht man die Grenze. Würde man bei mehreren missed tests genauso reagieren? Würde man bei einer (vermeintlich) positiven Probe mit seltsamer Erklärung genauso reagieren?
Hier lohnt der Vergleich zum Fall Benfares wo alle deutschen Trainer und Funktionäre schnellstmöglich versucht haben ihre eigene Rolle klein zu reden, die Athleten als "Franzosen" darzustellen und selbst sich außer Stande zu sehen, davon Ahnung gehabt zu haben, obwohl man kurz zuvor sich noch als Teil des Teams dargestellt hat (Übrigens auch so eine Fall wo man sich wirklich nicht darüber beklagen kann dass wir eine überaus kritisch nachfragende Presse hätten).
International ist das freilich etwas anderes. In Birminigham im Publikum hat Owen Ansah – sicher auch weil er gegen einen Briten gewann – keine Begeisterung ausgelöst. Ob andere Verbände deshalb kritischer auf den DLV schauen... Ich schätze das Image ist eher gleichbleibend mittel.
Bleibt die moralische Frage, ob man sich distanzieren sollte. Und da muss ich sagen fand ich es auch befremdlich, dass sich alle Athleten (zumindest die von denen man was gehört hat), sein Trainer und der Verband so deutlich hinter in gestellt haben. Das mag man menschlich verstehen, vielleicht ist man auch befreundet, etwas mehr professionelle Distanz wäre aber durchaus eine Erwägung. Sowas wie: Er darf starten, aber solange das Verfahren läuft, nutzt er keine DLV-Infrastruktur und Trainer. Das Problem das ich sehe ist nämlich, wo zieht man die Grenze. Würde man bei mehreren missed tests genauso reagieren? Würde man bei einer (vermeintlich) positiven Probe mit seltsamer Erklärung genauso reagieren?
Hier lohnt der Vergleich zum Fall Benfares wo alle deutschen Trainer und Funktionäre schnellstmöglich versucht haben ihre eigene Rolle klein zu reden, die Athleten als "Franzosen" darzustellen und selbst sich außer Stande zu sehen, davon Ahnung gehabt zu haben, obwohl man kurz zuvor sich noch als Teil des Teams dargestellt hat (Übrigens auch so eine Fall wo man sich wirklich nicht darüber beklagen kann dass wir eine überaus kritisch nachfragende Presse hätten).
Ceterum censeo limites numeri certantium in certaminibus Germaniae esse delendos.

