(Vor 9 Stunden)Diak schrieb: @coachnEngineer: ich habe Deinen Verweis auf den Weitsprung nicht als zu kritisch gelesen, sondern beziehe mich auf den Beitrag davor.
Dein Hinweis ist natürlich völlig berichtigt, wenn zB Sandrina den Anlauf in den Griff bekommt, springt sie ganz woanders hin, auch Sophie ist längst noch nicht am Ende ihres Potenzials...
Ja, wenn...?!
Das hat man vorher in Leverkusen einige Zeit nicht geschafft. Jetzt hat sie bei den Holländern schon mal eine Basis, auf der sie hoffentlich aufbauen kann. Mir gefallen da aber einige andere Inhalte nicht.
Dass Sandrina insgesamt ein anderes Niveau anstrebt und auch erreichen könnte, ist uns klar.
Entscheidend ist im Weitsprung, dass man die key points findet: generell und individuell.
Letztens hat Helga Hoffmann-Bühler mir ihre Aufzeichnungen aus dem Jahr 1964 geschickt. Das ist einfach unglaublich, was sie bei ihren Bedingungen geschafft hat. Sie hatte unglaublich viele Wettkämpfe mit sechs gültigen Sprüngen. Sie hatte keinen Trainer, hat weitgehend auch allein trainiert und an 29 Wettkämpfen inklusive Qualifikation teilgenommen - darunter waren etliche Auslandsstarts. Sie hatte eine Vollzeitarbeit und musste für ihre Wettkämpfe den Urlaub hergeben. Sie hatte 1964 daher keinen Urlaub mehr.
Die Leistungen waren vornehmlich auf Asche erzielt. Es gab folglich die noch relativ schweren Spikes mit den langen Nägeln.
Sie sagt oft zu mir: "Warum rennen die AuA so häufig nach den Sprüngen zu den TuT? Warum werden sie so abhängig gemacht, dass bei Krankheit sogar der Trainer zugeschaltet wird?" Ähnlicher Meinung ist auch Ingrid-Mickler Becker, Olympiasiegerin im Fünfkampf (100m: 11,2/ 200m: 23,3/ Weitsprung 6,76m 1970/71).
Ich bin insgesamt heute ganz anders "gestrickt" als die im Topmehrkampfbereich tätigen TuT. Ich beziehe auch ganz andere Inhalte zur Korrektur ein und erarbeite gerade momentan wieder sehr interessante Zubringer, die so gut wie nie beachtet werden. Der tiefe Blick in den Körper mit der zugehörigen "Bedienung" ist aus meiner Sicht das wichtigste Kriterium einer sehr guten Analyse. Als ich bei der letzten Fortbildung dazu meinen Teil im Bereich der Hamstrings beitragen wollte, habe ich sehr schnell gemerkt, dass mein Wissen so nicht bekannt ist und habe nicht weiter hart diskutiert.
Man hat mir letztens aus dem Zehnkampf Bilder vom Hürdenlauf eines Athleten gezeigt, die technisch katastrophal sind. Das zeigt mir eindeutig, dass der Trainer kein technisches Gegenmittel kennt. Dafür ist der Cheftrainer Mehrkampf zuständig. Ich habe die Fortbildung im Bereich Mehrkampf Hürdenlauf von Roos/ Schlesinger gesehen.
Meine Art ist es, bei Diskussionen nicht Friede, Freude, Eierkuchen zu verbreiten. Ich gehe knallhart normalerweise an die Fehleranalyse, ohne das Gegenüber bloßstellen zu wollen. Seit ich gemerkt habe, dass diese Art unerwünscht ist, bin ich situationsgeschmeidig.
Es dient auch dem eigenen Schutz meiner kreislaufmäßigen Grenzen zur Pathologie hin und meiner Einsicht. Gertrud

