29.06.2026, 09:46
(29.06.2026, 09:34)Reichtathletik schrieb:(29.06.2026, 08:56)Diak schrieb:(29.06.2026, 08:22)Reichtathletik schrieb: Die zerstörten Mitchis: Die zertrümmerst du stets so oder so. Die Frage ist ja eher, wie provozierst du im Körper, dass mehr produziert werden als vorher da waren. Das passiert in aller regel im niedrig-intensiven Bereich.
och, dieser Dissenz hier scheint mir aber schon fruchtbar und nicht nur Wissenschaft vs. vereinfachte Trainingslehre. Auch wenn nicht jeder Trainer und schon gar nicht alle Athlet:innen in die Biochemische Tiefe wollen oder müssen, wäre doch schön, wenn wir nun wüssten, was stimt:
Zitat:Läufer 800m schrieb:
Ein hochintensives, laktazides Training zerstört keine Mitochondrien dauerhaft, das ist ein Mythos von früher
Es setzt sie einem starken zellulären Stress aus (Energiemangel, Säure). Genau dieser Stress ist aber der stärkste physiologische Reiz, um die mitochondriale Biogenese (die Neubildung und Vergrößerung von Mitochondrien) über Signalwege wie AMPK und PGC-1α anzuregen.
Ich hab nicht gesagt, dass es unfruchtbar sei, aber ich hatte bisher in den Posts hier nicht den naturwissenschaftlichen Anspruch, sondern eher das Erklärlevel: So sag ich es Athleten oder einfachen Übungslieter-Helfern
Gleichwohl muss ich betonen, dass ich kein Natur- sondern Geisteswissenschaftler bin, also wird es da andere Leute geben, die das deutlich besser auseinander nehmen können. Und das schöne ist ja auch, dass sich neue Erkenntnisse ergeben und alte Hypothesen sich als flasch herausstellen können. Das wird in der Gesellschaft ja gemeinhin nicht mehr als Qualität von Wissenschaft anerkennt, sondern gegen sie verwendet...
Nochmal zu den Mitochondrien: Wichtig ist nicht die einzelne Einheit isoliert zu betrachten, sondern deren Gesamtheit. Ich würde mit den Einwänden hier erst einmal mitgehen. Jetzt kommt meine Einschränkung: Wie oft kann ich ein hochintensives, laktazides Training machen um den physiologischen Reiz zu erzeugen vs. wie oft kann ich einen nierdrigeren Reiz durch moderates Ausdauertraining setzen? Und was hilft mir dann mittel- und langfristig in diesen Aspekt. Da – für Diak interessant – liegt dann sicherlich auch ein imenser Unterschied ob ich 800m für den Siebenkampf oder als Spezialistin trainiere. Und eben auch der Unterschied zwischen Sportstudenten mit 2-3 Trainings pro Woche (an denen die meisten Studien gemacht werden) und (Hoch)leistungssportlern mit 8-12 Einheiten.
Meine Lebenserfahrung ist, dass viele Trainer/Athleten es mit dem zellulären Stress übertreiben. Strittig ist auch, ob es mit Blick auf den Stoffwechsel je nach "Art" des Stresses eine Tendenz gibt, das der ein oder andere Stoffwechsel leicht stärker adressiert wird.
Als ergänzende Anmerkung: Es entsteht ja kein notwendiger Widerspruch, wenn man einerseits behauptet, dass aerobes Training mit moderater Intensität die Anzahl der Mitochondrien erhöht. Aber andererseits darauf hinweist, dass anaerobes Training die Effizienz und die Enzymaktivität der bestehenden Mitochondrien in bestimmter Hinsicht fördert, z.b. in Sachen Laktattoleranz und Laktatabbau.
"Nicht jeder Forscher forscht unentwegt, wie es der Forschende eigentlich tun müsste."


