(19.04.2026, 11:14)DerC schrieb:(18.04.2026, 19:42)aj_runner schrieb: Wer war Esther auf der Bahn? Ein Nobody. Und jetzt hat sie eine 15:17 als Durchgangszeit. Ein Marathondebut über 2:20 h wäre bei dem Unterdistanz-Niveau schon fast eine Enttäuschung. In Richtung LA sehe ich sie unter 2:18 h und als bestplatzierte Deutsche bei den OS auf den Strecken ab 5.000 m (außer Melat kommt nochmals zurück).
Und Koko dürfte wohl auch nicht "zurückkommen", um diese Träume wahr werden zu lassen? Pfeiffer ist auf der Bahn immer noch ein Nobody - was vermutlich im wesentlichen auch so bleiben wird, da ich nicht sehe, wie sie da auch "nur" bei einer EM eine Medaille holen sollte. Und die Straßenzeiten sollte man schon im Licht der Carbonschuhe und daraus folgenden "Inflation" sehen. Eine 1:07 im HM der Frauen ist eben nicht mehr das, was es vor 10 Jahren gewesen wäre. Rechnet man den Schuhvorteil raus, gehört sie vermutlich hinter Mockenhaupt und Mikitenko in der ewigen Bestenliste im HM. Und bei Mikitenko war das glaube ne Durchgangszeit im Marathon...
Das ist nichts gegen Pfeiffers Leistung und hat auch nix zu tun mit ihrer zu einem nicht geringen Teil berechtigten Kritik am DLV. Ihre Leistungsentwicklung ist toll, aber international eben nicht so viel wert, wie wir uns das aus deutscher Perspektive vielleicht wünschen würden.
Zu Koko: Wenn sie zwei verletzungsfreie Jahre am Stück hätte, dann würde ich ihr sehr viel zutrauen. Die Geschichte seit 2019 ist leider eine andere und wenn ich mir sie anschaue, fehlt mir die Fantasie, wie ihr Körper das über eine längere Zeit aushalten soll. Die einzige Chancen auf eine globale Top-10-Platzierung sehe ich bei ihr über 10 K, wenn viele nicht an den Start gehen oder im Marathon. Selbst mir einem 14:35 Min-Niveau wäre ein 5K-Finale auf Grund ihrer Spurtschwäche alles andere als selbstverständlich. Im Marathon spielt das eine untergeordnete Rolle - ob sie den Umfang eines Marathontrainings standhalten würde, steht nochmals auf einem ganz anderen Blatt.
Zu Esther: Wenn Du die gleichen Bewertungsmaßstäbe bei allen Deutschen von 10 K bis Marathon anlegst, dann bleibt bei den Frauen eigentlich niemand mehr übrig. Mikitenko war zu ihrer Zeit absolute Weltspitze und wenn die familiäre Geschichte nicht gewesen wäre, wäre 2008 eine Medaille im Marathon sehr wahrscheinlich gewesen. Auf diesem Niveau sehe ich bis 2028 keine Deutsche auf den Mittel- und Langstrecken. Ich verstehe den Vergleich mit Mikitenko aber auch so, dass sie über 10 K und HM schneller ist und sich deshalb eine schnellere Zeit als den DR zutraut.
Nichtdestotrotz ist die Leistungsentwicklung von Esther erstaunlich. 2023 steht sie noch mit 16:15 in den Listen, das sind 68:34 Min im HM. Wenn die Entwicklung nicht zu wertschätzen ist, Frage ich mich, was all die anderen machen, die deutlich bessere Zubringerleistungen haben. Bisher steht eine 2:21:3x als zweitbeste Deutsche aller Zeiten in den Listen, eine Steigerung dieser Leistung von 2,5 Minuten wäre dann kein Fliegenschiss.

