25.02.2026, 15:05
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.02.2026, 15:06 von Blackrunning5k.)
(25.02.2026, 14:55)frontrunner800 schrieb:(25.02.2026, 14:38)Blackrunning5k schrieb:(25.02.2026, 12:40)frontrunner800 schrieb: Tortell trainiert jetzt eher nach dem 80/20 Modell. Das ist momentan weltweit die Methode, um die neben double threshold ein riesen Hype gemacht wird – zurecht: 80 % trainiert man im low intensity Bereich mit nur ca. 60 % der maximalen Herzfrequenz, die anderen 20 % hart, LTH und VO2max. So machen jetzt z. B. viele deutschen Spitzenläufer ihre DL nur in ca. 4:30 pro Kilometer mit einer sehr tiefen Pulsfrequenz von 120 -130. Macht Sinn, an ruhigen Regenerationstagen, nach den harten Einheiten trainiert man gezielt die Mitochondrien der Muskelfasern vom Typ 1 (low twitch fibres). Durch den prozentual hohen Anteil von GA1 Training werden die Mitochondrien zunehmend leistungsfähiger. Und jetzt kommt das Entscheidende: Top ausgebildete Mitochondrien der Muskelfasern vom Typ 1 arbeiten quasi crossover und neutralisieren einen Teil des Laktats, das die Muskelfasern vom Typ 2 bei einer höheren (wettkampfspezifischen) Geschwindigkeit produzieren. So läßt sich länger eine höhere Geschwindigkeit aufrecherhalten, weil die Laktatkonzentration im Blut nicht so schnell ansteigt.
Diese recht neuen wissenschaftlichen Erkentnisse vermitteln uns Athleten natürlich auch Sicherheit, denn der Glaube, langsam laufen bringt nichts, ist damit obsolet. Im Gegenteil, an diesen regenerativen Tagen zwischen den harten Tagen arbeiten wir sehr wohl auch daran, eine höhere Geschwindigkeit länger aufrecherhalten zu können.
Also die 80/20 Methode wird ja schon seit Jahrzehnten vor allem in Kenia, Marokko aber auch lange Zeit in Norwegen (da sogar in Kombination als Läufer mit Skilanglauf im Winter, teils auf nationalem Nachwuchsspitzenniveau) ausgiebig praktiziert und ist demzufolge auch etabliert. Allerdings gilt diese Etabliertheit aktuell für jede bekannte Trainingsmethodik, die weltweit umfassend genutzt wird. Da jetzt DEN speziellen Vorteil für Tortell herauszufiltern, halte ich für etwas gewagt und stark unterschätzend allen anderen gegenüber.
So meinte ich das nicht, ich schrieb ja, dass fast alle deutschen Spitzenläufer inzwischen nach dieser Methode trainieren. Also hat Tortell dadurch natürlich nicht den Vorteil.
Eigentlich trainieren jetzt fast alle in Europa + den Staaten unisono nach dieser Methode + double threshold days.
Das war aber einmal anders: Ich erinnere mich an Aufzeichnungen von Ovett, der hat meist zwei Dauerläufe am Tag gemacht und ist die eigentlich immer geknüppelt. Auch der späte Gabius hat vor einigen Jahren noch behauptet, seitdem er seine Dauerläufe in einem schnelleren Tempo von ca. 3:30 je Kilometer machte, würde er schneller.
Das Rennen am Sonntag ist offen und hochspannend, alle Spitzenläufer nehmen das Rennen als Durchgangsstation. Vielleicht hat sich doch Bremm am spezifischsten darauf vorbereitet, hierüber habe ich jedoch keine Informationen.
Also meine Informationen sind eigentlich, dass der Großteil der dt. Spitzenläufer die DTH Methode trainiert, ich möchte mich deshalb hier aber jetzt nicht streiten

Edit: Ich sehe gerade, dass du die Kombi aus 80/20 und DTH beschreibst. Das ist gut möglich, ja. Hat aber mit der 80/20 so nicht mehr viel zu tun.
Arnes Methodik ist mir sehr bekannt, wie er das durchgehalten hat ist mir ein Rätsel aber es hat für ihn sehr gut funktioniert. Hier würde ich doch aber ganz klar sagen, dass dieses System wirklich nur sehr wenige Läufer überhaupt durchstehen können. Möglich ist dies meiner Meinung nach mit einer Infrastruktur a la Oregon Project, einer maximalen Ausschöpfung des Stoffwechsels, mit den dazu notwendigen Supplementen im Weiß- und hoffentlich nur Graubereich sowie regenerativen Möglichkeiten, die an unseren Stützpunkten kaum verfügbar sind.
Du siehst aber an deiner Argumentation, dass die Kaliber von denen wir hier schreiben alle ein top funktionierendes System haben, genau deshalb wird es ein sehr spannendes Rennen


