22.02.2025, 23:04
(22.02.2025, 16:25)Küstenkrebs schrieb: Man kann das Thema umdrehen und fragen, wie schlecht wird ein mögliches sportliches Talent an den allgemeinen Schulen gefördert?In Großbritannien kommen auch überproportional viele Olympiateilnehmer von privaten Schulen. Einerseits ist dort die Förderung/ Vereinbarkeit von Sport und guten akademischen Leistungen besser. Andererseits benötigt man eben auch in materialarmen Sportarten viel Glück mit der finanziellen Lage des Elternhauses, um sich Sport und Sportförderung leisten zu können.
Ich denke, dass wir in Deutschland in diesem Bereich besonders gegenüber den angelsächsischen Ländern einen großen Nachteil haben und sich dieser zunehmend auswirkt, weil Vereine es weniger schaffen, dieses Problem zu kompensieren.
Und sollten selbst andere vergleichbare europäische Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien bei den Schulen genauso schlecht abschneiden?
Es geht ja z.B. oft nicht nur um die Vereinbarkeit von Sport und Studium / Schule, sondern Sport, Studium/Schule und Nebenjob.
Ich halte es deswegen für wichtiger, flächendeckende und flexible Trainingsangebote durch hauptamtliche Stellen zu sichern, als über Eliteschulen nachzudenken. Wenn ich zu einem wöchentlichen Stützpunkttraining mehrere Stunden fahren muss, weil es zB regional kein Drehstoß oder Stabhoch Angebot gibt, verringert sich auch die Anzahl der "entdeckten" Talente und die Abbruch und Aussteigerquote steigt.
Was angelsächsische Länder eben so deutlich besser machen ist ja, dass auch die zweite und dritte Reihe Topbedingungen bekommen. Und diese Reihen dadurch auch besser gefüllt sind. Dann "finden" sich auch automatisch mehr Talente, die es nach ganz oben schaffen.