10.09.2023, 16:53
Sehr spannendes Thema, das hier tatsächlich kaum vorkommt. Zu ein paar Punkten meine Meinung:
Einerseits stimme ich da komplett zu: Hauptziel in der U14/U16 sollte sein, dass unseren Talenten klar wird, wo ihr Talent liegt und die Grundlagen dafür gelegt werden, dass aus dem Talent dann mehr wird.
Die konkreten Punkte, die du ansprichst, haben aber in meinen Augen nichts mit Spezifik, sondern einfach mit einer breiten Ausbildung zu tun: Das ist ja zum einen alles kein Hexenwerk, das wirklich jedem zu vermitteln, zum anderen ist das in jedem Training, das sich an den Block-Wettkämpfen orientiert, ja auch gegeben.
Interner Austausch ist auch eine gute Sache, wobei ich im Wesentlichen denke, dass der Rahmentrainingsplan da schon eine gute Grundlage darstellt, an der man sich orientieren kann. Ja, da kann man sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle inhaltlich diskutieren, aber besser als wenn jeder sein Süppchen kocht, ist das allemal.
Auch hier sehe ich die Problematik wie du. In der Praxis finde ich, man kann sich da wieder ganz gut an den Blockwettkämpfen orientieren: Alle müssen über die Hürden und sprinten, allgemeine Sprünge machen und wenigstens Basics im Wurf beherrschen. Alles darüber hinaus: Hochsprung, Drehwurf, Ausdauer, ggf. Inhalte abseits vom Block werden in "Spezialtrainings" ausgelagert. Wie man das dann genau gestaltet (im Verein oder in Kaderstrukturen, zusammen mit anderen Vereinen...) hängt sicherlich von den Gegebenheiten vor Ort ab - bei uns funktioniert das grundsätzlich aber relativ gut.
Ein weiterer Punkt, der hier vielleicht bedacht werden sollte, ist das ganze Thema Verein/Verband. In der U16 geht es los, dass Talente in Kader aufgenommen werden, bei Verbändekämpfen starten, Landestrainier eine Rolle spielen usw. Welche Rolle sollte der Verband bzw. ganz konkret ein Landestrainer hier einnehmen? Ich finde, er sollte unterstützend den Heimtrainern zur Seite stehen: Auf Wunsch Videos analysieren, Jahrestrainingspläne anschauen und Feedback geben, bei Fragen organisatorischer Art zur Seite stehen, je nach Situation einzelne Einheiten übernehmen...
(10.09.2023, 10:24)Reichtathletik schrieb: 1. Viele Trainer im Grundlagentraining achten zu wenig auf Disziplinspezifik
Die Idee im Grundlagentraining ist, dass in dieser Zeit deutlich wird, in welchem Disziplinblock die Athleten später ihre Stärken ausspielen. Auch deshalb ist erst der B-Trainer Blockspezifisch, der als Zielgruppe das Training ab U18 beinhaltet. Allerdings scheint bei vielen Trainern zu wenig Kenntnis darüber vorzuherrschen, was ab der U18 dann gefordrt wird, wenn die Athleten sich Richtung Sprung, Lauf, Wurf, etc. spezialisieren sollen. Wenn aber erst in der U18 dann von den Fachtrainern vermittelt werden soll, wie ein Staffelwechsel erfolgt, wie ein Absprung ausgemessen wird oder eir das Warmup abläuft, wie schnell man ein Rennen über 800 Meter angehen soll oder oder oder, ist es eigentlich zu spät. Gleiches gilt für Trainingsinhalte. In der U16 muss das Training der U18 vorbereitet werden. Das heißt nicht, dass dieses schon gemacht wird, aber die vorbereitenden Übungen z.B. Oder jemand mit Lauf-Talent darf nicht in der U18 das erste mal hören, dass es sowas wie ruhige Intervalle mit kurzer Pause gibt.
Eine mögliche Lösung wäre, dass in den Vereinen intern viel mehr Austausch stattfindet. Was kommt in der nächsten Gruppe? Dafür müssten die Trainer der älteren Athleten mehr fortbildend auf die der jüngeren Gruppen einwirken und diese wiederum auch mehr Interesse an dem zeigen, was noch kommt.
Einerseits stimme ich da komplett zu: Hauptziel in der U14/U16 sollte sein, dass unseren Talenten klar wird, wo ihr Talent liegt und die Grundlagen dafür gelegt werden, dass aus dem Talent dann mehr wird.
Die konkreten Punkte, die du ansprichst, haben aber in meinen Augen nichts mit Spezifik, sondern einfach mit einer breiten Ausbildung zu tun: Das ist ja zum einen alles kein Hexenwerk, das wirklich jedem zu vermitteln, zum anderen ist das in jedem Training, das sich an den Block-Wettkämpfen orientiert, ja auch gegeben.
Interner Austausch ist auch eine gute Sache, wobei ich im Wesentlichen denke, dass der Rahmentrainingsplan da schon eine gute Grundlage darstellt, an der man sich orientieren kann. Ja, da kann man sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle inhaltlich diskutieren, aber besser als wenn jeder sein Süppchen kocht, ist das allemal.
(10.09.2023, 10:24)Reichtathletik schrieb: 2. Im Grundlagentraining wird nicht zielgerichtet spezialisiert
Wenn in der U16 bereits Einzelmeisterschaften stattfinden, zumindest aber die der U18 vorbereitet gehören, bedeutet dass dass auch in der U16 schon Spezialisierung stattfinden muss. Das heißt nicht, dass ein Diskuswerfer dann nur noch Diskus wirft, aber siehe oben muss Schrittweise der Weg beschritten werden. Wir haben aber oft noch Trainer und Gruppen, in denen dies nicht erfolgt. Es gibt einen Trainingsplan für alle und Talente in Einzeldisziplinen machen dann "noch ein bisschen mehr" darin. Oft erfolgt Spezialisierung eher nach der Gruppenmasse oder dem Interesse der Trainer. Eigentlich müsste in der U16 bereits eine Schwerpunktlehung erfolgen (siehe oben) und dies nach dem Talent der Athleten. Bedeutet auch, ggf Aktiven klar zu machen, dass sie etwas anderes machen sollten als ihr bester Kumpel. Mein Eindruck ist, es gibt derzeit überwiegend drei Modelle die nicht zielführend sich:
a) es erfolgt gar keine Spezialisierung aus falsch verstandener Vielfältigkeit. Dann wird quasi Mehrkampf trainiert, was eigentlich sogar sehr spezifisch ist
b) es erfolgt eine zu große Spezialisierung bei der in der U16 schon nur noch für die Einzel-DM trainiert wird aber so als wären die Leute schon 20.
c) es wird versucht, dass jeder der Gruppe Schwerpunkte legt, was den oft einzigen Trainer aber so überfordert, dass eigentlich kein Athlet wirklich gut betreut ist.
Eine mögliche Lösung wäre bereits ab der U16 Schwerpunktgruppen zu haben mit Trainern die in diesem Schwerpunkt vertieftes Fachwissen haben. Das Schwerpunktraining erfolgt z.B. über die Verbände ergänzend zum allgemein gehaltenen Vereinstraining. Die Vereinstrainer müssten dann aber wirklich nur allgemein trainieren und nicht im falschen Ehrgeiz noch drei weitere Sprungeinheiten oder so ergänzen.
Auch hier sehe ich die Problematik wie du. In der Praxis finde ich, man kann sich da wieder ganz gut an den Blockwettkämpfen orientieren: Alle müssen über die Hürden und sprinten, allgemeine Sprünge machen und wenigstens Basics im Wurf beherrschen. Alles darüber hinaus: Hochsprung, Drehwurf, Ausdauer, ggf. Inhalte abseits vom Block werden in "Spezialtrainings" ausgelagert. Wie man das dann genau gestaltet (im Verein oder in Kaderstrukturen, zusammen mit anderen Vereinen...) hängt sicherlich von den Gegebenheiten vor Ort ab - bei uns funktioniert das grundsätzlich aber relativ gut.
Ein weiterer Punkt, der hier vielleicht bedacht werden sollte, ist das ganze Thema Verein/Verband. In der U16 geht es los, dass Talente in Kader aufgenommen werden, bei Verbändekämpfen starten, Landestrainier eine Rolle spielen usw. Welche Rolle sollte der Verband bzw. ganz konkret ein Landestrainer hier einnehmen? Ich finde, er sollte unterstützend den Heimtrainern zur Seite stehen: Auf Wunsch Videos analysieren, Jahrestrainingspläne anschauen und Feedback geben, bei Fragen organisatorischer Art zur Seite stehen, je nach Situation einzelne Einheiten übernehmen...

