21.10.2014, 09:30
Na wenn das mal kein Anlass ist, über Gadamers Gleichstellungsbeauftragung in Sachen Dasein und Arbeit zu reden. Daher eine klitzekleine Anmerkung von M. Flatscher:
„Der von einer Außenperspektive festgemachte Unterschied zwischen Spiel und Ernst verliert im Vollzug des Spieles seine Berechtigung. Ist man nicht bei der Sache des Spiels und nimmt es so nicht ernst – beispielsweise indem man den anderen stets gewinnen lässt oder nur halbherzig mitmacht –, gilt man als Spielverderber. Ein Spiel zu spielen ist nur dann möglich, wenn man sich auf es einlässt, in ihm aufgeht und es nicht als ein „Objekt“ betrachtet: „Die Seinsweise des Spieles lässt nicht zu, dass sich der Spielende zu dem Spiel wie zu einem Gegenstande verhält. (Grondin bemerkt in diesem Zusammenhang, dass bei Gadamers Betonung des Hineingezogenwerdens in das Spiel die Opposition zwischen bloßem Spiel und realem Ernst nicht mehr greift: „Der Gegenbegriff zum Spiel ist also nicht der des Ernstes, weil das Spiel auch etwas Ernstes ist, sondern das Nichtdabeisein.“) (...) Das gespielte Spiel ist es, das durch seine Darstellung den Zuschauer anredet, und das so, dass der Zuschauer trotz allem Abstand des Gegenübers dazugehört.“
Man könnte dabei erstens auf die ungebührliche Idee kommen, auch die ‚erfüllte’ Arbeit vom Spiel her zu denken. (und nicht – wie üblich- umgekehrt!) Und zweitens reklamieren, dass ein allzu verbissener Teilnehmer wohl auch ein Spielverderber ist. Dadurch, dass bei ihm der Zweck (das Gewinnen-wollen) die Mittel heiligt. Außerdem einwenden, dass es doch wohl zum (Un) Ernst des Spiels gehört, dass man sich das Verlieren leisten können muss. Man folglich von einem (bestimmten) Ernst entlastet sein muss. Was ja offensichtlich bei großen Wetteinsätzen und v.a. im professionellen Sport nicht der Fall ist. Folglich auch das Letztere nicht zum Spielen gehört. Also Arbeit ist. Aber der „Beruf“ des Athleten trotzdem nicht als Job bezeichnet werden kann. (und wenn, dann isses rum mit der Karriere) Daher bleibt die Möglichkeit, einen ungebührlichen Schluss draus zu ziehen: Dass es wohl drauf ankommt, sich gerade dort, wo man sich’s nicht „leisten“ kann, die Haltung des Spielers zu bewahren. Aber auf die Idee sind schon andere - und früher gekommen. (Und komischerweise, als sie vom Leben sprachen) Das wäre dann ein Höchstmaß an...
...aber wir wollen nicht zu tief schürfen. Sonst wird’s noch eunuchistisch. Gel MZ, alter Dampfplauderer!
„Der von einer Außenperspektive festgemachte Unterschied zwischen Spiel und Ernst verliert im Vollzug des Spieles seine Berechtigung. Ist man nicht bei der Sache des Spiels und nimmt es so nicht ernst – beispielsweise indem man den anderen stets gewinnen lässt oder nur halbherzig mitmacht –, gilt man als Spielverderber. Ein Spiel zu spielen ist nur dann möglich, wenn man sich auf es einlässt, in ihm aufgeht und es nicht als ein „Objekt“ betrachtet: „Die Seinsweise des Spieles lässt nicht zu, dass sich der Spielende zu dem Spiel wie zu einem Gegenstande verhält. (Grondin bemerkt in diesem Zusammenhang, dass bei Gadamers Betonung des Hineingezogenwerdens in das Spiel die Opposition zwischen bloßem Spiel und realem Ernst nicht mehr greift: „Der Gegenbegriff zum Spiel ist also nicht der des Ernstes, weil das Spiel auch etwas Ernstes ist, sondern das Nichtdabeisein.“) (...) Das gespielte Spiel ist es, das durch seine Darstellung den Zuschauer anredet, und das so, dass der Zuschauer trotz allem Abstand des Gegenübers dazugehört.“
Man könnte dabei erstens auf die ungebührliche Idee kommen, auch die ‚erfüllte’ Arbeit vom Spiel her zu denken. (und nicht – wie üblich- umgekehrt!) Und zweitens reklamieren, dass ein allzu verbissener Teilnehmer wohl auch ein Spielverderber ist. Dadurch, dass bei ihm der Zweck (das Gewinnen-wollen) die Mittel heiligt. Außerdem einwenden, dass es doch wohl zum (Un) Ernst des Spiels gehört, dass man sich das Verlieren leisten können muss. Man folglich von einem (bestimmten) Ernst entlastet sein muss. Was ja offensichtlich bei großen Wetteinsätzen und v.a. im professionellen Sport nicht der Fall ist. Folglich auch das Letztere nicht zum Spielen gehört. Also Arbeit ist. Aber der „Beruf“ des Athleten trotzdem nicht als Job bezeichnet werden kann. (und wenn, dann isses rum mit der Karriere) Daher bleibt die Möglichkeit, einen ungebührlichen Schluss draus zu ziehen: Dass es wohl drauf ankommt, sich gerade dort, wo man sich’s nicht „leisten“ kann, die Haltung des Spielers zu bewahren. Aber auf die Idee sind schon andere - und früher gekommen. (Und komischerweise, als sie vom Leben sprachen) Das wäre dann ein Höchstmaß an...
...aber wir wollen nicht zu tief schürfen. Sonst wird’s noch eunuchistisch. Gel MZ, alter Dampfplauderer!

