21.10.2021, 14:45
(21.10.2021, 12:18)RalfM schrieb:Ich kenne die Sicht. Ich kann sie in Teilen auch verstehen. Persönlich habe ich Stadionfern nie als Wertung empfunden. Der Berlin-Marathon ist nunmal fern vom Stadion. Gleichzeitig ist schon oft deutlich, dass Straßenlauf von den Verbänden nicht umbedingt die größte Wertschätzung oder sagen wir Aufmerksamkeit erhält. Andersherum habe ich oft auch das Gefühl, dass der Straßenlauf nicht wirklich etwas mit Verband etc. zu tun haben möchte. Da müssen sich sicher beide Seiten etwas aufrappeln.(21.10.2021, 09:40)Reichtathletik schrieb: Ich frage mich aber, inwiefern der Straßenlauf hier noch mehr sich von der sonstigen Leichtathletik abkoppelt und zugunsten von Straßenlauf-Veranstaltern "privatisiert" wird?!Aus GRR-Sicht stellt es sich eher umgekehrt dar. Der Volks- und Straßenlauf füttert mit Veranstaltungsgebühren und Mitgliederzahlen den Verband, der sich für "stadionfern" nur interessiert, wenn es Medaillen vorzuzeigen gibt. Das kommentiere ich nicht, aber es wird von vielen so empfunden. "Selbstbesinnung" ist für viele der treffendere Begriff als "Abkopplung".
Zum Punkt "füttert mit Gebühren und Zahlen den Verband": Solange man die Leichtathletik als eine Sportart mit mehreren Disziplinen sieht, ist das nur normal. Ein Straßenlauf kann zig-Tausend Teilnehmer haben, das geht im Stabhochsprung oder Zehnkampf nicht. Hier brauchst du als Verein/Verband aber Anlagen, Trainer, etc. Sowas wird nunmal quer-Finanziert. Ich war jahrelang in einem Leichtathletikverein, der einen Dorflauf veranstaltet hat. Damit wurden Kinderleichtathletik und Jugendsport in allen Disziplinen finanziert. Da hat nie jemand geschrien: Das geld darf aber nur an die Laufgruppe gehen. Mittlerweile ist die Frage aber eh obsulet: Den lauf gibt es nicht mehr, stattdessen veranstaltet in der Nähe eine GmbH einen größeren Lauf für das vierfache Startgeld. Die einnahmen daraus fließen sonstwo hin, aber nicht in die Leichtathletik-vereine.

