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Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Druckversion

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RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - TranceNation 2k14 - 31.08.2026

(31.08.2026, 19:12)dominikk85 schrieb: Man kann natürlich sagen auch ohne das der Kontrolleur was sagt muss der athlet die regeln kennen und die Konsequenzen einschätzen können.

Andererseits verstehe ich es menschlich nicht wirklich. Wenn ich der Kontrolleur wäre würde ich ihn in so nem fall die hand auf die Schulter legen und sagen junge jetzt hör mir mal zu bei einer verweigerten Probe drohen dir mehrere jahre sperre, überleg dir ob du das wirklich willst oder ruf wenigstens noch mal deinen Manager an.

Klar Kontrolleure sind keine basysitter und es kann sein das das schon die Neutralität überschreitet und den Verdacht von klüngelei erweckt und daher die Kontrolleure zu einer nüchternen und distanzieren ansprache angehalten sind, aber ich würde da doch etwas paternalistische Menschlichkeit erwarten (gerade wenn der Kontrolleur vielleicht ü40 ist und Lebenserfahrung hat).

Es geht nicht um Babysitten, sondern dass der Kontrolleur laut dem Artikel ganz im Gegenteil Ansah (mutwillig oder fahrlässig) getäuscht hat.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Mattili - 31.08.2026

(31.08.2026, 11:27)muffman schrieb: Wenn der Kontrolleur vor der Tür steht und du gibst die Probe nicht ab, ist es, außer es liegen schwerwiegende verhindernde Gründe vor, deine eigene Schuld. Falls das, was Ansah erzählt, stimmen sollte, hat der Kontrolleur natürlich auch schwerwiegende Fehler gemacht. Am Ende ist, stand jetzt, nur eine Person an der Situation schuld: Ansah. Er hätte einfach die Probe abgeben können. Aber offensichtlich hat er sich nicht so mit Dopingkontrollen und allem, was damit zusammenhängt, ausgekannt. Und als Profi sollte er sich damit auskennen. Das ist Teil seines Jobs. Und bevor du irgendwelche Dokumente im Zusammenhang mit einer Dopingkontrolle unterschreibst, solltest genau nachschauen, was du da unterschreibst und/oder ganz genau nachfragen. Und das solltest du als Profisportler auch wissen.

Nein, so einfach ist es irgendwann nicht mehr. 

Sollte der Kontrolleur wirklich aktiv den Eindruck vermittelt haben, dass die nicht abegegebene Probe zu keinen Konsequenzen führt, oder noch schlimmer, wie im Artikel behauptet gesagt haben, Ansah müsse den Wisch unterschreiben, weil es ansonsten Konsequenzen gäbe, dann hat die Schuldfrage Ansahs irgendwann auch ein Ende. Das ist ein Nada-Kontrolleur, eine Person, auf deren Wort man wert legt. Das ist kein Teppichverkäufer, bei dem man Angst haben muss, übers Ohr gehauen zu werden. 

Aber noch einmal: All das sind Schilderungen Ansahs. Die können 100% der Wahrheit entsprechen, müssen es aber nicht. Schließlich hat Ansah sehr viel zu verlieren. 
Er hat das Recht auf eine Verteidigung, die scheint er zu nutzen. 
Nach seinen Schilderungen sehe ich da durchaus Optionen, die seine Unschuld beweisen könnten. 
Aber das müssen die entsprechenden Instanzen klären.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - muffman - 31.08.2026

@Barnie Man muss auch mal klarstellen, dass wir alle wissen, was für haarsträubende Geschichten schon erfunden wurden, um einer Sperre zu entgehen. Ich sage damit nicht, dass Ansah lügt oder gedopt hat. Aber wenn wir so eine Geschichte von einem Athleten aus einem anderen Land hören würden, wäre für fast alle Forumsteilnehmer die Sachlage vermutlich klar. Vor allem wenn der jeweilige Athlet dann zwei Medaillen bei der EM geholt hätte.

Die Version des Kontrolleurs kennen wir halt nicht : )

So oder so: Die Situation ist fatal. Ein Freispruch würde das komplette Kontrollsystem torperdieren. Und falls sich das alles wirklich so zugetragen hat, wie von Ansah geschildert, würde das den Eindruck einer gewissen Willkür und/oder unprofessionalität der NADA erwecken und somit auch das Vertrauen in die Anti-Doping-Institutionen massiv schädigen. Unabhängig davon ob er freigesprochen wird oder nicht.

Die wichtigste Frage bleibt aber auch in dem Artikel nach wie vor unbeantwortet: Wieso konkret dachte Ansah, dass er die Probe nicht abgeben muss????? Falls Ansah auch die Öffentlichkeit auf seine Seite bringen möchte, wäre es doch außerdem klüger, den Sachverhalt wirklich detailliert zu schildern und nicht so vage?


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 31.08.2026

(31.08.2026, 20:21)Barnie schrieb:
(30.08.2026, 06:16)orgto schrieb: https://ran.joyn.de/sports/mehr-sport/owen-ansah-beschuldigt-doping-fahnder-der-nada-schwer-lange-sperre-droht-177513

Hier ist noch ein Artikel über seine Stellungnahme ohne Paywall

Also eines muss man wirklich mal klarstellen: wenn auch nur die Hälfte in diesem Artikel stimmen sollte, dann war der Kontrolleur nicht nur völlig inkompetent, sondern hat den Athleten auch getäuscht und sogar Urkundenfälschung begangen. Das hätte ich bis dato für unmöglich gehalten. 
Mir fehlt ein bisschen die Phantasie, vorstellen zu können, dass das ein Sportgericht unbeeindruckt lassen könnte. JEDES ordentliche Gericht würde so eine Klage sofort abschmettern und den Fall an die zuständige Betrugsstaatsanwaltschaft übergeben.
Und das ist nur die juristische Seite des Falls. Der Imageschaden für die NADA und deren Reputation wäre weitaus verheerender. Ein Weiter-so wäre kaum möglich.
Vielleicht ist das noch nicht jedem bewusst, aber die Konsequenzen aus dem Fall werden weit über die Person Ansah hinausgehen.
Nach der Darstellung des Artikels hat der Kontrolleur seine persönlichen Ausführungen/Bericht auf dem Bogen nachträglich ergänzt. Das ist keine Urkundenfälschung. Es wurden ja keinen Äußerungen in Ansahs Namen ergänzt, die er mit seiner Unterschrift bestätigt.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 31.08.2026

https://ita.sport/athlete-hub/testing/

Die ITA hat zwei sehr konkrete, für den Fall Ansah relevante Sachverhalte auf ihrer Seite erklärt:

Zitat:IF AN ATHLETE IS ABOUT TO LEAVE THE HOUSE WHEN SAMPLE COLLECTION PERSONNEL ARRIVE, DO THEY HAVE TO STAY TO COMPLETE THE TEST?

Once notified for doping control, athletes must complete the process regardless of other plans. If an athlete refuses to be tested, this will result in Anti-Doping Rule Violation 2.3 (Evading/Refusing) and (up to) a four-year ban from sport.

Es liegt also automatisch ein 2.3 Verstoß vor, wenn der Athlet den Ort ohne Probenabgabe verlässt. Wie soll man argumentativ da noch rauskommen? Meiner Meinung nach unmöglich. Da sind auch alle Argumentationen hinsichtlich irgendwelcher Formulare und nicht erfolgter Aufklärungen nichtig.

Zitat:WHAT HAPPENS IF AN ATHLETE HAS A FLIGHT TO CATCH AFTER THEIR COMPETITION AND DOESN’T HAVE TIME TO PROVIDE A SAMPLE?

An athlete cannot refuse to provide a sample once notified for testing therefore they would need to stay to complete the process. If an athlete refuses to be tested, this can result in Anti-Doping Rule Violation 2.3 (Evading/Refusing) and (up to) a four-year ban from sport.

When planning logistics, it is important athletes and Athlete Support Personnel consider potential In-Competition testing when making travel arrangements.
Es geht zwar um einen Flug nach dem Wettkampf, aber es ist unmissverständlich, dass ein Flug kein Argument gegen eine Probenabgabe ist.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Barnie - 31.08.2026

(31.08.2026, 21:34)runner5000 schrieb:
(30.08.2026, 06:16)orgto schrieb: https://ran.joyn.de/sports/mehr-sport/owen-ansah-beschuldigt-doping-fahnder-der-nada-schwer-lange-sperre-droht-177513
Nach der Darstellung des Artikels hat der Kontrolleur seine persönlichen Ausführungen/Bericht auf dem Bogen nachträglich ergänzt. Das ist keine Urkundenfälschung. Es wurden ja keinen Äußerungen in Ansahs Namen ergänzt, die er mit seiner Unterschrift bestätigt.

Also wenn Du den Artikel noch einmal lesen solltest, dann wirst Du feststellen, dass die Aussage "der Kontrolleur seine persönlichen Ausführungen/Bericht auf dem Bogen nachträglich ergänzt" NICHT da steht. Und selbstverständlich ist eine "nachträgliche textliche Veränderung" eines Dokuments eine Urkundenfälschung, zumal sie auch von beiden Personen (Athlet UND Kontrolleur) unterschrieben wird. Das ist sogar die Definition einer Urkundenfälschung! Es ist aber in der Tat bemerkenswert, dass die NADA offenbar kein Problem damit hat, wenn Dokumente nachträglich geändert werden. Das lässt den Verdacht zu, dass das eine nicht unübliche Arbeitsweise bei der NADA ist?! Und das wäre ungeheuerlich.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 31.08.2026

Zitat:Der Athlet Owen Ansah zeigte Verständnis dafür, unterschrieb das Verweigerungsschreiben und entfernte sich anschließend zum Auto für die Fahrt nach Frankfurt.
Das hier ist eindeutig eine Beschreibung seitens des Kontrolleurs. Er hat doch keine Aussage ergänzt, die Ansah eine Aussage in den Mund legt, nachdem Ansah schon unterschrieben hatte, wie z.B.
"Ich, Owen Ansah, bestätige hiermit usw."

Und um das wirklich beurteilen zu können, müsste man den Aufbau des Dokuments kennen, worauf sich die Unterschrift bezieht etc. Ohne diese Informationen ist eine sinnvolle Beurteilung überhaupt nicht möglich.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Barnie - 31.08.2026

(31.08.2026, 21:12)muffman schrieb: @Barnie Man muss auch mal klarstellen, dass wir alle wissen, was für haarsträubende Geschichten schon erfunden wurden, um einer Sperre zu entgehen. Ich sage damit nicht, dass Ansah lügt oder gedopt hat. Aber wenn wir so eine Geschichte von einem Athleten aus einem anderen Land hören würden, wäre für fast alle Forumsteilnehmer die Sachlage vermutlich klar. Vor allem wenn der jeweilige Athlet dann zwei Medaillen bei der EM geholt hätte.

Die Version des Kontrolleurs kennen wir halt nicht : )

So oder so: Die Situation ist fatal. Ein Freispruch würde das komplette Kontrollsystem torperdieren. Und falls sich das alles wirklich so zugetragen hat, wie von Ansah geschildert, würde das den Eindruck einer gewissen Willkür und/oder unprofessionalität der NADA erwecken und somit auch das Vertrauen in die Anti-Doping-Institutionen massiv schädigen. Unabhängig davon ob er freigesprochen wird oder nicht.

Die wichtigste Frage bleibt aber auch in dem Artikel nach wie vor unbeantwortet: Wieso konkret dachte Ansah, dass er die Probe nicht abgeben muss????? Falls Ansah auch die Öffentlichkeit auf seine Seite bringen möchte, wäre es doch außerdem klüger, den Sachverhalt wirklich detailliert zu schildern und nicht so vage?

Also ich finde eine Schilderung auf 15 Seiten ist schon ziemlich detailliert. Und immerhin sind Ansah und seine Freundin bereit, ihre Aussagen eidesstattlich zu versichern. Sie würden sich also selbst strafbar machen, wenn sie die Unwahrheit sagen sollten. Das wiegt schon sehr schwer. Ob das der Kontrolleur auch tun würde, darüber ist nichts bekannt. Nach allem was wir wissen, möchte ich das bezweifeln.
Die Situation für die Akzeptanz des aktuellen Kontrollsystems ist fatal, vollkommen richtig. Wenn man Ansah für den konkreten Fall noch eine Mitschuld geben könnte, so liegt die Schuld für das Systemversagen einzig und allein bei der NADA!


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Barnie - 31.08.2026

(31.08.2026, 23:07)runner5000 schrieb:
Zitat:Der Athlet Owen Ansah zeigte Verständnis dafür, unterschrieb das Verweigerungsschreiben und entfernte sich anschließend zum Auto für die Fahrt nach Frankfurt.
Das hier ist eindeutig eine Beschreibung seitens des Kontrolleurs. Er hat doch keine Aussage ergänzt, die Ansah eine Aussage in den Mund legt, nachdem Ansah schon unterschrieben hatte, wie z.B.
"Ich, Owen Ansah, bestätige hiermit usw."

Und um das wirklich beurteilen zu können, müsste man den Aufbau des Dokuments kennen, worauf sich die Unterschrift bezieht etc. Ohne diese Informationen ist eine sinnvolle Beurteilung überhaupt nicht möglich.

Ok, dann mal anders: Und Du glaubst, dass das keine erhebliche Änderungen sind?! Wenn Ansah das gelesen hätte, BEVOR er unterschreibt, wie wäre dann wohl seine Reaktion gewesen?! 
Natürlich war es eine erhebliche Änderung! Und damit ist der Tatbestand der Urkundenfälschung ganz sicher erfüllt.


RE: Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - runner5000 - 31.08.2026

(31.08.2026, 23:16)Barnie schrieb: Also ich finde eine Schilderung auf 15 Seiten ist schon ziemlich detailliert. Und immerhin sind Ansah und seine Freundin bereit, ihre Aussagen eidesstattlich zu versichern. Sie würden sich also selbst strafbar machen, wenn sie die Unwahrheit sagen sollten. Das wiegt schon sehr schwer. Ob das der Kontrolleur auch tun würde, darüber ist nichts bekannt. Nach allem was wir wissen, möchte ich das bezweifeln.

Wieso bezweifelst du das? Wir haben nicht eine Stellungnahme von dem Kontrolleur vorliegen. 

Und nochmal die Frage: Warum sollte die NADA diesen Prozess gehen, wenn sie sich schon mit dem Sanktionsbescheid rechtlich angreifbar machen würden? Welche juristische Abteilung würde das zulassen?