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Femke Bol: The next chapter 800m - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Femke Bol: The next chapter 800m (/showthread.php?tid=6367) |
RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Läufer 800m - 03.09.2026 (03.09.2026, 15:17)RunSim schrieb: Ganz allgemein. Ich höre mir zurzeit das Interview mit Meuwly an. Was immer und immer wieder gesagt wird. Meuwly sieht Femkes Weg als sehr individuellen Weg an, den man nicht einfach so auf andere SuS "kopieren" kann. Das sagt er nicht auf arrogante sondern einfach auf feststellende Art und Weise. Das sehe ich genau so. Vor allem bei den "Talenten/Ausnahmeathleten" hast du Wege im Training, die du zwar kopieren kannst. Aber sie führen bei dir oder deinen SuS zu keinem so herausragenden Ergebnis. du bist nicht alleine mit deiner Meinung ich habe mich über die Diskussion über die aerobe Entwicklung nur rausgehalten, weil die Sache ziemlich schwer zu beurteilen ist, ohne detaillierte Daten über über ihre tatsächliche Aerobe Kapazität zu haben. In einem anderen Interview mal gehört hatte hieß es nämlich ihre aerobe Kapazität liegt wohl auch im Bereich sehr guter Mittelstreckler. Und ich meine mich zu erinnern, dass sie bei ihrem ersten Hallenrennen Probleme mit der Achillessehne hatte. RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Gertrud - 03.09.2026 (03.09.2026, 15:17)RunSim schrieb: Alles in allem geht Meuwly mit einer Akkribie an die Sache. Das finde ich sehr beeindruckend. Es geht in dem Bereich gar nicht anders, als auch höchst individuell zu arbeiten, wenn man mit vielen AuA erfolgreich werden möchte. Er ist anscheinend sehr gut organisiert und natürlich fleißig. Aber einen solch großen Erfolg hat man meistens nicht im Dutzend. Es ist an Ausnahme-AuA gekoppelt. Gertrud RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Notalp - 03.09.2026 War am Anfangspunkt des Themas nicht auch der Blick auf Audrey Werro gerichtet? Die Frage nach ihrer Trainerin (Christiane Berset Nuoffer) ist also mindestens genauso wichtig. Und wenn wir hier endlich bei der Erkenntnis angelangt sind, dass der Schlüssel zu allen neuen Kapiteln der individualisierte Blickwinkel ist, würde ich als erstes nicht nach der Logik von Pausengestaltungen fragen, sondern danach, wie die Trainerin ihr Verhältnis zur Athletin organisiert. “Ich bin eher eine praxisorientierte Trainerin als eine Sportwissenschaftlerin. Natürlich erstelle ich Trainingspläne und strukturiere die Saison, aber am wichtigsten ist mir die Beziehung zu meinen Athleten. Ich muss verstehen, wie sie sich fühlen. Es ist mir auch wichtig zu wissen, wie es ihnen im Studium geht, da dies direkten Einfluss auf ihr Training hat“, erklärt sie.” https://athletissima.ch/en/christiane-berset-nuoffer-is-fully-embracing-her-passion/ Um eine Kleinigkeit also doch noch klarzustellen. Es handelt sich hier nicht um eine genuin wissenschaftliche Perspektive. Athleten sind spürende Wesen. Auf die Feststellung: “Ich habe heute nicht die Bereitschaft zu einem harten Tempotraining”, mit dem Verweis zu antworten: “Das glaube ich erst, wenn ich über objektive Daten verfüge”, wäre ebenso grotesk, wie der Wunsch nach einer Methodik, welche die subjektive Perspektive als zweitrangig gegenüber einem an objektiven und messbaren Daten orientierten Wissensbegriff ausweist. Also bitte, kein Fabulieren mit wissenschaftlichen Idealen. RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Gertrud - 03.09.2026 (03.09.2026, 18:30)Notalp schrieb: War am Anfangspunkt des Themas nicht auch der Blick auf Audrey Werro gerichtet? Die Frage nach ihrer Trainerin (Christiane Berset Nuoffer) ist also mindestens genauso wichtig. Und wenn wir hier endlich bei der Erkenntnis angelangt sind, dass der Schlüssel zu allen neuen Kapiteln der individualisierte Blickwinkel ist, würde ich als erstes nicht nach der Logik von Pausengestaltungen fragen, sondern danach, wie die Trainerin ihr Verhältnis zur Athletin organisiert. Genau das ist das, was ich favorisiere: TuT in sehr unterschiedlichen Formaten. Nur bei der Verletzungsprophylaxe mache ich selbst keine Kompromisse. Mich interessiert auch die berufliche Vorstellung bei AuA immer. Die "Chemie" zwischen den AuA und den TuT muss stimmen. Ansonsten sollte man sich trennen. Sie legt anscheinend andere Schwerpunkte als Meuwly. Auch sie arbeitet in einem von ihr favorisierten Team. Ich finde, dass Femke Bol noch Luft im Rennverhalten hat. Sie macht auf mich einen sehr lieben Eindruck. Bestimmtes grenzwertiges Rennverhalten sollte sie mal zunächst verbal sehr deutlich klären. https://www.youtube.com/watch?v=whtnai6rpbc Werro setzt sogar geringfügig beim Laufen den Fuß mit der Hacke auf und dann stark mit dem Mittelfuß und zeigt kein Overstriding und harten Bremsstoß. Gertrud RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Atanvarno - 03.09.2026 (03.09.2026, 18:30)Notalp schrieb: “Ich bin eher eine praxisorientierte Trainerin als eine Sportwissenschaftlerin. Natürlich erstelle ich Trainingspläne und strukturiere die Saison, aber am wichtigsten ist mir die Beziehung zu meinen Athleten. Ich muss verstehen, wie sie sich fühlen. Es ist mir auch wichtig zu wissen, wie es ihnen im Studium geht, da dies direkten Einfluss auf ihr Training hat“, erklärt sie.” Klingt ähnlich wie die Trainingsphilosophie eines auch nicht ganz unerfolgreichen italienischen Coaches Zitat: The most important point of my training philosophy is the INDIVIDUALIZATION. RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Gertrud - 04.09.2026 (03.09.2026, 20:59)Atanvarno schrieb:(03.09.2026, 18:30)Notalp schrieb: “Ich bin eher eine praxisorientierte Trainerin als eine Sportwissenschaftlerin. Natürlich erstelle ich Trainingspläne und strukturiere die Saison, aber am wichtigsten ist mir die Beziehung zu meinen Athleten. Ich muss verstehen, wie sie sich fühlen. Es ist mir auch wichtig zu wissen, wie es ihnen im Studium geht, da dies direkten Einfluss auf ihr Training hat“, erklärt sie.” " This means that IS THE PROGRAM FOLLOWING THE ATHLETE, NOT THE ATHLETE FOLLOWING THE PROGRAM." Das ist ein sehr guter Satz!!! Und noch etwas kann man konstatieren: Man kann vieles lernen, wenn man will und kann!!! In diesem Sinne der Disziplin praktisch und wissenschaftlich sollte man die " DLV -Trainer-Talentschmiede" aufbauen. Bestes Beispiel ist da der Nordrhein durch die Initiative von Cheftrainer Tobi Rüttgers. Der NR "produziert" immer mehr Nachwuchs-Trainer:innen und damit ein Aufleben der Antrittszahlen z.B. bei Kreismeisterschaften. Ich konnte das Interesse spüren, als ich u.a. einen Vortrag dort hielt. Da helfe ich auch gerne! Das muss ich auch noch loswerden. Der DLV bringt in diesem Jahr ein CoachSummit mit wirkllich guten Vorträgen und Praxisdemonstrationen. Die Resonanz ist in einigen Disziplinen wohl sehr dürftig. Das finde ich für die Veranstalter auch nicht gerade motivierend. Also fasst mal in die Tasche und fahrt zu der Fortbildung, zumal diese Lizenzveranstaltungen nur alle zwei Jahre stattfinden! Was mir auch noch an ihr sehr gefällt und worin wir uns sehr ähneln, ist die Überzeugung von langfristiger Zusammenarbeit mit den Schützlingen. Ich habe mich hier immer um Langfristigkeit bemüht und mich von AuA relativ früh getrennt, wenn die "Chemie" nicht gestimmt hat. Es ist nicht so, dass ich der festgezurrten Meinung bin, alles zu können und mich dann beratungsresistent verhalte. Im Gegenteil - ich analysiere Trainingsphilosophien sehr akribisch und lasse mich vom Besseren überzeugen. Wichtig ist für eine solche Arbeit: Es muss immer noch Spaß machen. Gerd Osenberg war ein solches Beispiel, der so viel Eigenantrieb und Freude an der LA hatte, die man ihm wohl leider in den letzten Jahren genommen hat. Darin sollten vielleicht einige Leute auch mal im Tun umdenken. Für einige werden die Schuhe eines Gerd Osenberg für immer zu groß bleiben. So macht "Masse" manchmal einen hervorragenden Individualisten inaktiv und in seiner Domäne freudlos. - In Japan animiert man ältere Leute noch zur Mitarbeit. Sie haben dann zunehmend einen Sinn im Leben und viel Spaß, der natürlich auf unterschiedlichen Gebieten liegen kann. Diese Initiative einer Mehrgenerationen-Trainerschaft würde vielen gefallen. Gertrud RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Läufer 800m - 05.09.2026 (04.09.2026, 05:51)Gertrud schrieb:Ein funktionierendes Trainer-Team basiert auf fachlicher Expertise, gemeinsamer Trainingsphilosophie und persönlicher Chemie. Ob zwei Trainer harmonieren, ist keine Frage des Altersunterschieds. Wenn man daraus ein soziologisches Projekt macht, mag das gesellschaftspolitisch wertvoll sein – im Leistungssport ist es jedoch am falschen Platz.(03.09.2026, 20:59)Atanvarno schrieb:(03.09.2026, 18:30)Notalp schrieb: “Ich bin eher eine praxisorientierte Trainerin als eine Sportwissenschaftlerin. Natürlich erstelle ich Trainingspläne und strukturiere die Saison, aber am wichtigsten ist mir die Beziehung zu meinen Athleten. Ich muss verstehen, wie sie sich fühlen. Es ist mir auch wichtig zu wissen, wie es ihnen im Studium geht, da dies direkten Einfluss auf ihr Training hat“, erklärt sie.” Was mich an deinem Vorschlag überrascht: Du betonst in anderen Beiträgen, dass Leichtathletik eine reine Individualsportart ist. Warum soll ausgerechnet der Trainerstab nun als Experimentierfeld für gesellschaftspolitische Konzepte dienen? Am Ende zählt im Leistungssport das beste Setup für den Athleten – ganz ohne romantisierten Generationenauftrag und ich denke man kann über die Idee nachdenken, aber meine ganz persönliche Meinung und Erfahrung sagt mir, das das nicht der größte Hebel für erfolgreiche Leistungssport ist. Entscheidender wäre für mich Wissenschaft und konkrete Trainerschaft viel näher zusammen zu bringen. Ob dann der Trainer oder der Professor 25 oder 75 ist wäre mir dann völlig egal . RE: [geteilt] Diamond League 2026 - Zürich, 26./27.08.2026 (dos Santos WR 45,80, Russe... - Tom1966 - 05.09.2026 (03.09.2026, 10:02)Reichtathletik schrieb:(03.09.2026, 08:54)Gertrud schrieb:(29.08.2026, 06:19)Reichtathletik schrieb:(28.08.2026, 16:23)S_J schrieb:(28.08.2026, 16:01)Reichtathletik schrieb: True story. Wobei Meuwly etwas anderes unter Schwelle und VO2max versteht als wir in Deutschland in der "Leipziger Schule". Ich wärme das Thema noch einmal auf, weil ich erst heute zum Lesen komme...so eine verklausulierte Bemerkung hilft doch niemandem. Wenn Du die genannte Person anders bewertest, warum begründest Du es nicht? Sie steht ja für jahrzehntelange Praxis im Bereich der Leistungsdiagnostik an einem OSP, hätte also schon eine fundierte Auseinandersetzung verdient. Und der Begriff Leipziger Schule erweckt ein wenig den Eindruck, dass hier Konzepte gegen andere Konzepte, zB der DSHS oder andere stehen. Die Frage ist doch eher, ob die institutionelle Konzentration des DLV auf das IAT Leipzig im Bereich der TW und Leistungsdiagnostik im Laufbereich eine Asymmetrie erkennen lässt, also ich sage mal im Sinne einer unzureichender Nutzung anderer Kompetenzen (wie zB der DSHS). Mir geht es also nicht um eine Abwägung des besser oder schlechter, sondern darum, dass die verschiedenen Kompetenzen im Land bestmöglich genutzt und zusammengeführt werden. Proporzdenken ist dafür allerdings hinderlich. RE: [geteilt] Diamond League 2026 - Zürich, 26./27.08.2026 (dos Santos WR 45,80, Russe... - Gertrud - 06.09.2026 (05.09.2026, 15:36)Tom1966 schrieb: Mir geht es also nicht um eine Abwägung des besser oder schlechter, sondern darum, dass die verschiedenen Kompetenzen im Land bestmöglich genutzt und zusammengeführt werden. Proporzdenken ist dafür allerdings hinderlich. Lieber Tom, du führst sehr gute Argumente an! Für mich wären Punkte auch der Fahrkostenfaktor und die Ausnutzung aller Ressourcen. Ich würde niemals solche Ressourcen beschneiden. Gertrud RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Gertrud - 07.09.2026 Von Femke Bol sind viele Trainingsdetails bekannt, während von Werro keine öffentlich zugänglichen Trainingspläne bestehen. Ich wurde in der Form belehrt, dass ihre Trainerin Christiane Berset Nuoffer zu den Schweizer Coaches gehört, die extrem bewusst keine detaillierten Trainingspläne veröffentlichen. Das sei in der Schweiz Tradition ähnlich wie bei Laurent Meuwly, bevor er internationaler wurde. Ich kann dazu nichts sagen. Allgemeine Hinweise findet man schon. Es ist aus den Zeiten ja auch ersichtlich, welchen Weg sie bevorzugen. Ist das so? Kann dazu eine/r etwas hier schreiben? Ich habe mich natürlich auch für ihre Strukturen interessiert. Im Grunde hat fast jeder Mensch eine Schwachstelle, auch sie! Es kommt ganz darauf an, welchen Wert man solchen "kleinen" körperlichen Vorkommnissen in time und timing gibt. Das ist auch eine Frage der jeweiligen Trainingsphilosophie.Gertrud |